Müpa Wagner-Tage 2018 (Budapest)

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    • susakit schrieb:

      Reingold schrieb:

      susakit schrieb:

      Hm, was soll ich darauf jetzt antworten...
      Die Wahrheit, die Waaahrheit ...(Aber wenn Du jetzt wegen Nicht-Kampe die Reise cancelst, wäre ich schon enttäuscht.)
      Keine Angst, ich komme trotz der Absage. Seiffert und Gould sind ja auch noch da... ;)
      Genau: NOCH ... *;o}
      "Mir ist kein solcher Fall nicht bekannt" - sagte einer, der schon wissen wird, warum...
    • Asteria schrieb:

      Nö - realistisch...
      Nööö ... Seifert hat heute gesungen, und zwar ganz großartig - wenn man von Textänderungen absieht, aber das kennt man ja von ihm. (Und schmälert seine Leistung nicht im Geringsten.) Überhaupt war es ein großartiger Abend. Meine Frau sagte nach dem 1. Aufzug "Wenn Anja Kampe gesugen hätte, wäre es nicht auszuhalten gewesen!" (Nur damit keine Missverständnisse entstehen - Allison Oakes war schon gut, tw. sogar sehr gut.)
    • The Botanist schrieb:

      Das liest sich doch toll:
      Ja, für meinen Geschmack zu gut, was die Inszenierung betrifft. Was allerdings das Musikalische betrifft, kann ich der Rezensentin nur zustimmen. Eine der besten Tristanaufführungen ever, nur vergleichbar mit den Vorstellungen unter dem jungen Thielemann in den 80ern. (Dass ich von den Thielemann-Dirigaten in Bayreuth nicht so begeistert war, erwähnte ich schon.)
      Gestern war leider im 1. Aufzug ein wenig der Wurm drin, die letzten beiden aber wieder sehr schön, auch wenn Peter Seiffert im 3. wieder ein wenig "gezaubert" hat.
    • Neu

      Ich habe jetzt erst die Kritik über den Holländer gefunden:
      onlinemerker.com/budapest-wagn…der-fliegende-hollaender/
      Volle Zustimmung, was das Musikalische betrifft. Insbesondere für Elisabet Strid ist kein Lob zu hoch.
      Die Inszenierung wird mMn etwas unter Wert abgehandelt - eine der besten Hölländer-Inszenierungen, die ich kenne. Und deutlich interessanter als die Inszenierung des Tristans, der hier gerade Premiere hatte.
    • Liederabend Camilla Nylund 15.06.2018

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      Drei Tage Budapest im Juni. Dreimal Wagner: den Auftakt an diesem letzten Wochenende der Wagner-Tage machte Camilla Nylund mit dem Liederabend "Wagner und seine Zeitgenossen". Zwischen zwei Freischütz-Aufgührungen schob sie ein Programm rund um die fünf Wesendonk-Lieder ein. Es gab Sibelius, Mahler und Strauss. Ein sehr interessantes Programm, vor allem auf die Sibelius-Lieder, die ich noch nie gehört hatte, war ich gespannt und wurde auch nicht enttäuscht. Einziger Hinweis auf den Inhalt der Lieder war die englische Übersetzung der Titel im Programmheft (die gibt es hier übrigens umsonst, Herr Bachler). Aber Nylund sang so ausdrucksvoll, fand für jedes Lied einen eigenen Tonfall, dass es gar nicht störte, dass die Übertitel nur in ungarisch waren. Die ersten beiden Lieder waren eher volksliedhaft gehalten, bei den anderen fünf konnte Nylund die nicht unerheblichen dramatischen Qualitäten ihrer Stimme aussingen.
      Es folgten fünf Lieder von Gustav Mahler sus des Knaben Wunderhorn, auch sie wunderbar differenziert vorgetragen, wenn auch die Höhe hier nicht mehr so richtig aufblühen wollte.
      Nach der Pause dann die Wesendonk-Lieder. Hier beeindruckten mich "Im Treibhaus" und "Träume" am stärksten, die Höhenprobleme: nicht mehr vorhanden.
      Zum Schluss noch sechs Lieder von Strauss, u.a. Heimliche Aufforderung, und mein Lieblingslied, " Freundliche Vision".
      Das Tüpfelchen auf dem i war der Pianist, kein Geringerer als Helmut Deutsch. Mehr als nur Begleiter machte er das Klavier zum gleichberechtigten Partner des Gesangs.
      Ein wunderbarer Auftakt für mein Budapest Wochenende!

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    • Tristan und Isolde, Müpa, 16.06.2018

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      Budapest, der zweite Streich: Tristan und Isolde, 16.06.2018, im großen Saal, dem Béla Bartók Saal.
      Die Inszenierung, so weit man von einer solchen sprechen kann, hat mir nicht besonders gefallen Es handelt sich um "halbszenische" Aufführungen: ein Podium mit Rückwand, auf die Videos projiziert werden, ein paar Requisiten und Kostüme. Kein Vorhang, keine Bühnenmaschinerie. Aber man kann auch daraus etwas machen, wie der Tannhäuser am nächsten Tag zeigen sollte. Im Tristan gab es also ein sehr breites Sofa, das im ersten Akt einfach rumstand, im zweiten schief hing, wie eine Waage - die aus dem Gleichgewicht geratenen Seelen der Liebenden verkörpernd? - und im dritten Akt ist es dann zerbrochen, ein Gerippe. Darauf turnen nun Tristan und Isolde herum. D.h. Isolde turnt und tanzt, Tristan setzt sich ab und zu mal hin, lehnt sein Schwert an etc. Es war zu viel sinnlose Bewegung auf der Bühne, statt dass der Regisseur, Cesare Lievi (er steht übrigens am letzter Stelle im Programmheft, im München wird der Regisseur immer gleich nach dem Dirigenten genannt), statt dass der Regisseur also der Musik vertraut hätte und die Sänger einfach mal hätte stehen und singen lassen.
      Diese Musik aber war ein Ereignis! Adam Fischer mit der Ungarischen Nationalphilharmonie zauberte Piani, ließ die Musik organisch an- und abschwellen, deckte die Sänger nie zu, sondern schien mit ihnen zu atmen. Großartig! An Klangtransparenz könnte er es mit Petrenko aufnehmen, allerdings ohne dessen extrem schnelle Tempi. (Einen Tristan von Petrenko habe ich noch nicht gehört, insofern hinkt der Vergleich etwas.)
      Allison Oakes ist eine Isolde mit sehr schöner, jugendlicher Stimme, aufblühenden Höhen, schöner Phrasierung. Sie hat auch die Kraft und Ausdauer, den Liebestod noch sehr schön zu singen. Ihr Tristan ist Peter Seiffert, hervorragend bei Stimme, das hätte ich ihm nach dem etwas verunglückten Siegmund in Salzburg gar nicht mehr zugetraut. Die Stimme leuchtete im Piano und strahlte im Forte. Phantastisch!
      Liang Li bot einen balsamisch singenden Marke, dem es etwas an der Bühnenpräsenz gebrach.
      Atala Schöck begann als Brangäne mit wunderbar warmem Mezzo, über den sich aber im Laufe des ersten Aktes ein Schleier legte, ein leichtes Vibrato, das vor allem die höheren Töne eintrübte. Anstrengung? Nach der Pause war das wieder weg, die Habet-Acht-Rufe waren zum Dahinschmelzen. Boaz Daniel war ein ordentlicher, aber kein wirklich bewegender Kurwenal.
      Alles in allem ein musikalisch großartiger Abend!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von susakit ()