Zeitungen: Artikel und Links

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    • Ein interessantes wie aufschlussreiches Interview mit Herlitzius über die Oper Orest, die am Sonntag in Wien Premiere feiert.
      Besonders die letzte Antwort erfreut mich. :)

      onlinemerker.com/evelyn-herlit…r-nachvollziehen-koennen/

      "Als nächstes steht das Rollendebut als Amme in „Frau ohne Schatten“ an. Und ich stelle mein Repertoire um, ins dramatische Mezzosopranfach. Diese Elektra wurde für Mezzosopran geschrieben! Das macht noch einmal ein neues Spektrum auf. In diesem Fach gibt es sehr interessante Damen. Eine große Freude!"
    • Wagnerverband zu Gast bei der Süddeutschen Zeitung

      Nach einer längeren Planungsphase hatte es am 12.April 2019 schließlich geklappt:
      40 Mitglieder des Richard Wagner Verbandes München hatten auf Einladung das Verlagshaus der Süddeutschen Zeitung in der Hultschiner-Straße angesteuert.
      Der Leiter des Leserforums Tom Soyer hatte es möglich gemacht und so saßen
      wir mit ihm und dem Chef des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung Reinhard Brembeck für etwa 90 Minuten im großen Konferenzraum im 27. Stockwerk des Verlagshochhauses zum Gespräch zusammen.
      Viele Fragen hatten die Münchner Operfreunde mitgebracht und Herr Brembeck, der sich selbst umgehend als "Anti-Wagnerianer" outete, blieb keine Antworten schuldig. Ein offener und ehrlicher Dialog und ein respektvoller Umgang miteinander werden davon nun - neben der atemberaubenden Aussicht auf München - freilich wohl als die positivsten Aspekte in Erinnerung bleiben.

      Die Ansichten des Feuilletonisten brachten die Opernfreunde nämlich gehörig ins Staunen
      und Schwitzen. Es hätte nach 1945 seiner Meinung kaum einen Sänger mehr gegeben, der
      ihn wirklich nachhaltig beeindruckt hätte, war gleich zu Beginn zu hören.
      Deswegen würde er auch in seinen Rezensionen kaum auf Sängerleistungen eingehen, nur
      wirklich Neues sei berichtenswert, wobei er das Dirigat Kirill Petrenkos als
      maßstabsetzend hervorhob.
      Wagner hätte das Handwerk des Komponierens nicht wirklich erlernt und beherrscht und
      erst mit dem Parsifal einen Stil gefunden, der eine späte Meisterschaft erahnen lasse.
      Wagners Musik habe etwas Narkotisierendes. Als Beleg für seine grundlegende kritische
      Distanz gegenüber der Kunst Wagners möge dieses Beispiel dienen:
      Herr Brembeck führte die Szene, in der Hunding von Göttervater Wotan mit einem Wink
      ins Jenseits befördert wird als Indiz für die "Menschenverachtung" Wagners selbst an und
      stieß damit auf große Ablehnung bei den anwesenden Opernfreunden.
      Auf Fragen zu reflexhaften Vorurteilen und schiefen Vergleichen in Bezug auf die Person
      Wagners, die im Blatt regelmäßig Niederschlag finden (Michael Jackson-Wagner,
      Wagner- Nationalsozialismus, Wagner – Judenverfolgung im 3.Reich) wollte Brembeck
      nicht näher eingehen. Dies ließe sich nun mal nicht ändern.
      Die Tatsache, dass in den letzten 10 Jahren über die vielfältigen Veranstaltungen der
      umtriebigen Richard Wagner Verbände nicht berichtet wird, kanzelte er mit der
      Bemerkung "dann machen Sie schlechte Pressearbeit" ab. Diesen arroganten Vorwurf
      wollte Karl Russwurm nicht auf sich sitzen lassen: vielerlei hatte man schon versucht, zu
      offensichtlich war aber einfach geworden, dass eine vielfältige und konstruktive
      Auseinandersetzung mit Wagner ohne ideologische Verblendungen der Süddeutschen
      Zeitung nicht opportun erscheint.
      Was bleibt, ist die Erinnerung an unser verehrtes (Ex-) Kuratoriumsmitglied, den
      übergroßen Kompetenzgoliath Joachim Kaiser und ein nachhaltiger
      Erkenntnisgewinn über das SZ-Feuilleton in unseren Tagen.

      Bericht K. Russwurm, Fotos E. Russwurm