Stockholm Elektra

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    • Stockholm Elektra

      Gestern hatte Elektra Premiere und es war ein sehr spannender und interessanter Abend. So wie gestern habe ich Elektra zuvor nie gehört, ich bin noch am überlegen, ob das jetzt für oder gegen diesen Abend spricht.

      Stockholm konnte Iréne Theorin als Elektra gewinnen, die schauspielerisch nicht wirklich viel bot aber gesanglich durchaus zu überzeugen wusste. Die hohen Töne sitzen bei ihr bombensicher und diese schmetterte sie mit viel Freude raus, so dass man hin und wieder den Eindruck hatte, sie singt eine Koloraturarie. Dies hält sie auch bis zum Schluss durch, allerdings konnte sie in den emotionalen Stellen wenig überzeugen, da fehlt es doch ein wenig an Mittellage.Allgemein ist mir eine Herlitzius oder auch Stemme als Elektra lieber, die diese zerrissene und verzweifelte Frau in Perfektion verkörpern.

      Gewundert hat es mich, dass sich Katarina Dalayman der Klytämnestra angenommen hat. Ihre Interpretation war aber ein wirkliches Ereignis. Selten hat man die Klytämnestra so zerbrochen und hilflos erlebt wie an diesen Abend. So viel Schmelz war in ihrer Stimme, dass die Klytämnestra mir auf einmal ganz sympathisch wurde. Da kann man es auch verzeihen, dass ihr Vortrag wie ein Liederabend wirkte.

      Cornelia Beskow sang mit schönen, leichten (fast schon zu leichtem) Sopran die Chrysothemis.

      Von den Herren Jonas Degerfeldt (Aegisth) und Ola Eliasson (Orest) kann ich nicht wirklich viel sagen. Sie sangen sehr undeutlich und hinterließen auch keinen bleibenden Eindruck.

      Dirigiert hat die ganze Sache Simone Young, die 100 Minuten lang nursaß und es nicht für nötig hielt, auf die Bühne zu schauen. Aus dem Graben kam nur fortissimo.