Fidelio, Premiere am 28.1.2018

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    • Fidelio, Premiere am 28.1.2018

      Ich habe momentan keine Lust, etwas zu schreiben, ich bin einfach zu enttäuscht - sowohl von der Inszenierung als auch von der musikalischen Seite. Angefangen über das zu akademische Dirigat (Kent Nagano) bis zu dem von mir so verehrten (nach seinem grandiosen Siegmund) Christopher Ventris, der heute die Höhe nicht hatte, war da keine Leistung, die mir das Herz hätte aufgehen lassen. Und die Inszenierung - einige vereinzelte nette Ideen und Bilder, sonst recht belanglos. Glücklicherweise habe ich momentan eh wenig Zeit, da brauche ich dann auch kein schlechtes Gewissen zu haben, dass ich nichts schreibe.. :saint:
    • Kritik - "Fidelio" an der Staatsoper Hamburg: Viel Klischee - wenig Logik
      An der Hamburgischen Staatsoper ist Beethovens einzige Oper "Fidelio" gleich doppeltes Chefstück: Generalmusikdirektor Kent Nagano dirigiert,
      Intendant Georges Delnon inszeniert zum ersten Mal am eigenen Haus. Und das, obwohl er schon vorher gesagt hat, dass er Beethovens mehrfach überarbeitetes Schmerzenskind eigentlich für uninszenierbar hält. Doch das Beethovenjahr 2020 mit dem 250. Geburtstag des Komponisten wirftseine Schatten bereits voraus, da wollen auch die großen Opernhäuser mitmachen. Am 28. Januar war die Hamburger Premiere. Uwe Friedrich vemisste in der Inszenierung innere Logik.

      br-klassik.de/aktuell/news-kri…rg-nagano-kritik-100.html

      Zitat:
      "Generalmusikdirektor Kent Nagano dirigiert nicht nur die dritte "Leonoren"-Ouvertüre, mit der er den Abend eröffnet, als hätte er ein Metronom in der Tasche. Farbarm und spannungsfrei spielt das Philharmonische Staatsorchester, weil sie es können und müssen. Steht ja so in den Noten."

      Ich kann nur all diejenigen bedauern, die nie Karl Böhm mit der dritten "Leonoren" live erlebt haben. Nie wieder habe ich das so suggestiv gehört.

      Zitat:
      "Wenn zum Vorspiel von Florestans Arie Jaquino noch fix Marzelline sexuell bedrängt und beinahe vergewaltigt, wirkt das bloß wie ein aufgesetztes "Me Too"-Witzchen."


      :rolleyes: Als ob man über dieses Thema nicht tagtäglich auf dem Laufenden gehalten würde. Braucht man da wirklich den "Fidelio" dazu?
    • gut, dass man das Orchester fragt und nicht....

      was soll denn an der Version von Welser-Möst so toll sein? So spielen die Wiener Philharmoniker Beethoven seit sicher 60-70 Jahren, völlig unabhängig davon, welcher Dirigent am Pult steht. Mir persönlich fehlen da doch die dynamischen Ausschläge und der ganze Orchestersound ist auch etwas schwerfällig. Das Problem ist primär die für diese Partitur viel zu große Orchesterbesetzung. Hätte man in Salzburg das Große Festspielhaus halt einmal etwas kleiner dimensoniert.....
    • Jan Brachmann liefert in der FAZ einen solchen Totalverriss, der so total ist, dass man gar nicht mehr weiss, ob man ihn ernstnehmen kann oder muss:

      faz.net/aktuell/feuilleton/bue…-staatsoper-15423073.html

      Abendblatt auch nicht besser:

      abendblatt.de/kultur-live/arti…lor-die-Orientierung.html

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von maestro ()

    • bewundern ist ein großes Wort....anyway, die Kritiker sind sich einige, dass der Hamburger Fidelio ein ziemlicher Reinfall war. So was soll schon mal passieren (und ist gerade beim Fidelio nicht ganz so schwer; dürfte kaum ein Stück des Kernrepertoires geben, das so häufig danebengesetzt wurde). Dass bei Nagano gerado in den ersten Aufführungen die Koordination zwischen Bühne und Graben nicht immer stimmt, ist kein großes Geheimnis, genauso wenig wie dass es normalerweise in den Folgevorstellungen immer besser wird.

      ich hab mich eigentlich nicht zu Welser-Möst geäußert, sondern mehr zu den Wiener Philharmonikern. Wenn Sie aber schon fragen: Was Welser-Möst angeht, müssen Sie sich nur mal die Kritiken aus den 90er Jahren aus London reinziehen als der junge Welser-Möst völlig überfordert war mit der Chefposition des LPO und als sein Abschied aus London von den Musikern mit einer Abschiedsparty gefeiert wurde nach dem Motto "endlich sind wir den los". Aus der Zeit hat er noch den bis heute nachhallenden Spitznamen "Frankly worst than most", der ihm von Kritikern und den Musikern seines Orchesters gleichermaßen gegeben wurde. Jeder Dirigent hat mal seine nicht 100% Aufführungen.
    • Um den Welser-Möst der 90er Jahre ging es hier aber gerade gar nicht.
      Jeder Künstler hat die Chance, sich zu entwickeln.
      Sich auf blöde Sprüche zurückzuziehen, läßt auch nicht auf besondere Intelligenz schließen.
      Und was Nagano betrifft: der war zwar beim Münchner Publikum beliebt, allerdings bei seinen Wagner-Interpretationen grundsätzlich umstritten. Und nicht nur bei den "ersten Aufführungen".
      Ich halte Welser-Möst für unterschätzt. Bei Strauss (vor allem beim "Rosenkavalier"!) ist er m.E. jedenfalls ausgezeichnet. Besser als Petrenko.
      Warten wir mal ab, was von Jurowski kommt. Da ist ja noch eine Weile hin.
    • ira schrieb:

      Bei Strauss (vor allem beim "Rosenkavalier"!) ist er m.E. jedenfalls ausgezeichnet. Besser als Petrenko.
      Habe W-M. zweimal dirigierenderweise erlebt. Rosenkavalier 2015 in Salzburg. Laut, hart, vielleicht ein paar Quentchen wienerisches Schmalz mehr, könnte aber auch von der Philharmoniker ausgebreitet worden sein. Ohne Differenzierungsfähigkeit zwischen ariosen Teilen und Konversationspassagen, alles ein Wagner .... Keinerlei Auseinandersetzung mit Werk und Partitur, bestenfalls die Rekreation des interpretatorischen Muffs der vergangenen Jahrzehnte der Philharmoniker.
      Abstand, haha, eine Welt – zu Petrenko und seinem Schmelz und den unglaublich warmen und weichen Klangteppich.
      Danae 2016 in Salzburg. Extrem laut, ohne jegliches Gefühl für Struktur und Übergänge, sichtbar lustlos herunterdirigiert und schlampig (1. Zwischenspiel im 3. Akt!!). Streicher ohne Glanz, schlechte Abstimmung unter den Instrumentengruppen.

      Und nein, ich hatte keinen schlechten Platz. Und mein Hörgerät war optimal justiert und die Batterien neu ... :(

      Und den gleichen Eindruck hatte ich von seinem Dirigat der Alpensinfonie, kein Aufbau, keine Durchführung, kaum gestalterische Höhepunkte.

      Kann aber auch sein, dass das alles am Orchester liegt.
    • das deckt sich auch durchaus mit meinen Eindrücken, ich sehe ihn allerdings aufgrund seiner handwerklichen Fähigkeiten durchaus als ansprechenden Dirigenten im Bereich der Moderne (sein Lear in Salzburg fand ich beispielsweise sehr überzeugend); grundsätzlich finde ich ihn auch ansprechender mit anderen Orchestern als mit den Wienern; letztendlich sehe ich ihn aber ähnlich überschätzt wie Gatti.
    • So wirklich iel verstehe ich nicht von Dirigenten, aber es gibt nach einer Erfahrung eine Reihe maßlos überschätzter Taktstockschwinger. Auch ist es sehr großer Unterschied, ob es sich um Oper oder Konzert handelt, ob der Dirigent das Orchester schon länger begleitet oder nur "einfliegt".

      Beispiel: das diesjährige Neujahrskonzert der Philharmoniker war das langweiligste an das ich mich erinnern kann. Signore Muti hat keine Ahnung von Wiener Musik.....