Rigoletto mit Nucci in Parma

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    • Rigoletto mit Nucci in Parma

      Anlässlich des 50. Bühnenjubiläums von Leo Nucci hat das Teatro Regio di Parma eine Rigoletto-Serie mit dem fast 76-jährigen Bariton in der A-Besetzung auf den Spielplan gesetzt. Da ich ihn in dieser Rolle nie zuvor live erlebt hatte, habe ich mich auf den Weg nach Italien gemacht und die Aufführung am 20.01.2018 besucht. Die Aufführung begann wenig verheißungsvoll, denn die Tonproduktion von Stefan Pop in der Partie des Herzogs war alles andere als eine Offenbarung. Im Laufe des Abends habe ich mich damit allerdings arrangiert. Im Grunde genommen gab Pop einen recht ordentlichen Herzog, allerdings mit etlichen Nebengeräuschen vor der eigentlichen Gesangslinie. Dass sich die Reise gelohnt hat, lag nicht nur an Leo Nucci, sondern auch an Jessica Nuccio (geplant war ursprünglich Maria Mudryak). Der Jubel um beide Sänger war so groß, dass sie das Finale des 2. Aktes vor dem Vorhang wiederholt haben. Ich habe mich riesig gefreut, dass Nucci auch im Jahr 2018 noch ein Ausnahmekünstler ist, den man nicht mit Rücksicht auf sein Alter beurteilen muss. Jessica Nuccio war 2016 auch schon in Deutschland zu hören, als Lucia in München. Mit Interesse habe ich die Besprechungen der Aufführung hier im Forum nachgelesen. Vielleicht lag es an den Rollen, vielleicht am Haus oder an einer persönlichen Weiterentwicklung der Sopranistin: ich habe in Parma genau das Gegenteil von München wahrgenommen. Sie konnte mit einer klaren, in der höhe butterweichen Stimme mit Bombenhöhe für sich einnehmen. Selten hat mich eine Gilda derart berührt. Das war einfach himmlisch! Als Sparafucile stand mit Giacomo Prestia ein prominenter Bass auf der Bühne, der allerdings keinen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Die Maddalena war mit Rossana Rinaldi rollendeckend besetzt. Francesco Maria Ciampa hat souverän und mit Rücksicht auf die Sänger dirigiert. Stellenweise hätte es ein wenig spritziger sein dürfen. Regie und Bühnenbild stammen ursprünglich von Pier Luigi Samaritani und erhielten von Elisabetta Brusa einen neuen Aufguss. Dank Nucci und Nuccio ein unvergesslicher Abend!!!
    • Ich hatte Plätze in der Galerie und war damit vom Rest des Hauses abgeschnitten. Man kommt auch in der Pause nicht ins Foyer, kann dafür aber oben alte Plakate, Bühnenmodelle und signierte Fotos bewundern. Mitgesungen hat niemand, aber es war eine fürchterliche Unruhe da oben. vor mir saß ein Mann, eingerahmt von Gattin und Frau Mutter, der offenbar opernkundig war, dies aber abwechselnd nach rechts und nach links weitergeben musste. Er hatte ein hübsches Opernglas dabei. Das fiel einmal runter, beim zweiten Mal hat es mächtig gescheppert. Nun ist es kein Opernglas mehr. Nachdem Mutti ins Taxi gesetzt worden war oder zu Hause abgeliefert worden war, nahm er mit seiner Gattin um kurz vor Mitternacht direkt am Nebentisch in unserem Lokal Platz. Manche Leute wird man einfach nicht los ...
    • Kapellmeister Storch schrieb:

      Ich habe gerade festgestellt, dass ich Jessica Nuccio zuvor schon in Berlin als Violetta gehört hatte (April 2015). Das wird an der Seite von Kang und Lapointe wohl eine durchschnittliche Aufführung gewesen sein.
      Ich erinnere mich dran, war ich auch drin, sie hatte einen schönen Erfolg und machte hinterher Luftsprünge vor Freude...
      "Ich frage mich ernsthaft, was für ein Rattenloch eine Partei oder Franktion eigentlich sein kann" (A. Poggenburg, AfD, übr seine eigene Partei)