Die Meistersinger von Nürnberg - Bayreuth 2018

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    • Bayreuther Festspiele politisch wie lange nicht
      Nach einem politischen "Parsifal" geht es noch politischer weiter bei den Bayreuther Richard-Wagner-Festspielen: Barrie Koskys Version der "Meistersinger von Nürnberg" wurde am Samstagabend vom Publikum in einer Art gefeiert, wie es ungewöhnlich ist auf dem Grünen Hügel: Trampeln, Bravo-Rufe, regelrechte Jubelschreie, einige Zuschauer hält es nicht auf ihren Sitzen. Allerdings gab es auch Buh-Rufe für den Intendanten der Komischen Oper Berlin, der als erster jüdischer Regisseur in die Festspiel-Geschichte eingehen dürfte.
      musik-heute.de/18270/bravo-ruf…olitisch-wie-lange-nicht/
    • ira schrieb:

      Allerdings gab es auch Buh-Rufe für den Intendanten der Komischen Oper Berlin, der als erster jüdischer Regisseur in die Festspiel-Geschichte eingehen dürfte.
      musik-heute.de/18270/bravo-ruf…olitisch-wie-lange-nicht/
      Peinlicher Zwischenfall beim Schlussapplaus von hervorragenden Meistersingern: in der Reihe hinter mir bekamen sich zwei Herren wohl wegen der Inszenierung oder der Person Kosky dermaßen in die Haare, dass sie drohten handgreiflich zu werden. Mit dem Ausruf 'Ich lasse mich doch von Ihnen nicht als Rassisten beschimpfen!' setzte einer der beiden zum Schlag an, der andere machte sich da flugs vom Acker. X/
      It is only shallow people who do not judge by appearances. The true mystery of the world is the visible, not the invisible. Oscar Wilde
    • Zwischenrufer2 schrieb:

      JLSorel schrieb:

      Mit dem Ausruf 'Ich lasse mich doch von Ihnen nicht als Rassisten beschimpfen!' setzte einer der beiden zum Schlag an, der andere machte sich da flugs vom Acker.
      Da dieser Vorwurf inzwischen inflationär benutzt wird, hätte der Beschimpfte eigentlich gelassen bleiben können.
      Wer weiß, wie sich das vorher schon hochgeachaukelt hatte; wegen der orkan-artigen Beifallsstürme habe ich nur noch den traurigen Höhepunkt mitbekommen.
      It is only shallow people who do not judge by appearances. The true mystery of the world is the visible, not the invisible. Oscar Wilde
    • JLSorel schrieb:

      Mit dem Ausruf 'Ich lasse mich doch von Ihnen nicht als Rassisten beschimpfen!' setzte einer der beiden zum Schlag an, der andere machte sich da flugs vom Acker. X/
      Wenn mir jemand in meiner frühen Jugend prophezeit hätte, welche Vielzahl von Rassen noch entdeckt werden - und das, ohne sich um eine Definition überhaupt zu bemühen - ich hätte es nicht geglaubt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Schambes ()

    • ... die Meistersinger vom Samstag zählen für mich - brütende Hitze hin, einige nicht ganz in stimmlichem Höhenflug befindliche Hauptdarsteller her (Vogt gelegentlich gestemmt oder mit etwas eigentümlicher "voix mixte" I Kränzle, der ja die GP nur gespielt hatte, mit leichten Höhenproblemen ), sicher zu den top 10 meiner bald 50 Jahre Opernerfahrung. Und dies, obwohl Emily Magee mit leicht säuerlichem, altjüngferlichen Timbre und kaum Text nur im direkten Vergleich mit Schwanewilms die zwar bessere, weil höhensichere, damit aber noch lange keine herausragende Eva war.
      Und ja: Rein vokal und vom Mischverhältnis Sänger- Orchester (das Werk ist ja nicht für den mystischen Graben geschrieben) bleibt für mich München mit Sawallisch- Popp- Kollo- Schreier- Weikl- Prey- Moll ungeschlagen. (und rein orchestral sind auch Kubelik (auf Platte) und Petrenko unvergesslich).
      ABER: Zähle ich zum Gesamteindruck bei den Sängern Spiellust, Charakterisierungsvermögen, schauspielerische Leistung, dynamische Abstufung, Stamina, wissendes Singen, Teamfähigkeit etc. hinzu, ist meines Kniefalls vor allem für Behle (mehr Klang und Peng in der Stimme als mancher Stolzing), Volle ( so viel Wissen, charakterliche Vielschichtigkeit, Lyrik bei voller Wahrung des Dramatischen), Kränzle (da demütigt sich einer auch noch einmal selbst für die Unbill, die ihm von außen widerfährt) und Groissböck, der einfach immer mehr wie ein Moll mit mehr Höhe klingt - "Eva, mein einzig Kind" ) kein Ende. Und einen Chor, der in solcher Mannschaftsstärke ppp zusammen singen kann ("scheint mir nicht der rechte") und dabei bei Sauna- Temperaturen Anzug für den Schluss unter Mittelalter für die anderen Szenen tragen kann, ohne auch nur ein Mü in seiner Spiellaune gebremst zu werden) - so einen Chor kenne ich auch kein zweites Mal.

      Dazu noch Phillippe Jordan iund das Orchester mit wunderbarer Vielschichtigkeit und Durchhörbarkeit und stets in schlankem Fluss
      sowie eine Regie, die von der schenkelklopfenden Brachial- Komik bis zum schwärzesten Absturz eine Fallhöhe ohnegleichen herstellt und damit Gerechtigkeit sucht in der Ambivalenz zwischen Autor, Inhalt, Rezeption und Umdeutung... eine Regie, die am Ende (für mich) deutet : "Das Beste und Erhaltenswerteste an diesem Werk und seinen finalen Appellen sind die reine Musik und ihre Interpreten" :
      So nah an der Quadratur des Kreises zwischen Anerkennung bis Liebe für ein Werk bei gleichzeitiger kritischer Würdigung seiner unstreitbaren Problematik war für mich - hier und vielleicht überhaupt - noch keiner als Barrie Kosky. Ein unvergesslicher Abend, mit voraussichtlich Nylund als Eva 2019 dann wohl nur noch mit schweren Beruhigungsmitteln zu überstehen. Der Wahnsinn! So viel Glück, so viel Reu'!
    • Zwischenrufer2 schrieb:

      Da dieser Vorwurf inzwischen inflationär benutzt wird
      Was auch vor diesem Forum nicht halt macht.
      Da wird man von einem ganz bestimmten Nutzer als Rassistin beschimpft, weil man unabsichtlich beim Vornamen eines hochgeschätzten Sängers, der mittlerweile leider verstorben ist, einen Buchstaben zu viel eingefügt hat. Wobei man ihn ohnehin ganz anders schreibt, nämlich so: Дмитрий.
      Und ein Kritiker ist Rassist, weil er in einem Dirigat Slawisches zu vernehmen meint.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ira ()

    • ira schrieb:

      Und ein Kritiker ist Rassist, weil er in einem Dirigat Slawisches zu vernehmen meint.
      Hatte nicht ein Kritiker gemeint, dass Petrenko eher Stärken im Bereich der slawischen Musik hätte, ohne dies näher zu begründen? Und dies bei solch einem hervorragenden Wagner-Dirigent. Da muss man sich schon die Frage stellen, ob der Kritiker nicht zu viel in "Das Judenthum in der Musik" geschmökert hat. Und noch eine Bemerkung zu meiner Nr.15, damit ich nicht missverstanden werde: Natürlich gibt es Rassismus, und daher sollte man auch sehr sorgsam mit dem Begriff umgehen.