Tristan und Isolde, Staatsoper Berlin, Premiere 11.02.2018

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    • Er hat natürlich Deutsch gesungen. Leider habe ich ein gutes Ohr für Dialekte und da hörte ich halt immer mal wieder seine schwäbischen Mundart. Die schlug halt manchmal durch.
      Was Sie sich dabei unter " konkreten Belegen" vorstellen, weiß ich nicht. Ich hab's halt gehört. Keineswegs durchgängig ganze Aufführungen, aber der Dialekt war eben ab und an da.
    • Eduard19 und Asteria: genauso ist es.
      Das war doch auch von meiner Seite nicht als Vorwurf gedacht. Es war halt gelegentlich Gesprächsthema unter den anstehenden Studenten, aber nie irgendwie "diskriminierend" gemeint, sondern man war halt leicht belustigt darüber.
      Und was die "konkreten Belege" betrifft: da sind wir bald so weit, daß "konkrete Belege" verlangt werden, wenn man schreibt, man hätte bei einem Sänger in der Vorstellung XY falsche Töne gehört. Das ist doch lachhaft.
    • Ich habe den Wolfgang Windgassen vor sehr vielen Jahren ab und an im Radio gehört, aber keine konkrete Erinnerung daran. Das hübsche Thema „der Dialekt in der Oper“ hat mich jetzt veranlaßt, mal in yt reinzuhören. Dabei macht es einen Unterschied, ob einem zufällig etwas auffällt, oder man etwas gezielt prüft. WW singt auf der Bühne natürlich nicht Schwäbisch, aber die schwäbische Färbung und die Sprachmelodie kann man schon hören, mir als Ausländer geht das jedenfalls so:

      m.youtube.com/watch?v=iK5mB72IRwI

      Gelernt habe ich jetzt, daß Deutsch und Schwäbisch zwei verschiedene Sprachen sind:das Beispiel hier ist jedenfalls überzeugend:

      m.youtube.com/watch?v=ZC_M2dIHmMU

      Winfried Kretschmann wurde während des Jamaika-Sondierungsgetöses gefragt, was er davon hält:
      „Ja so ischt des halt, wenn zwei heeieraten sollen, obwohl sie sich net leeieden könne.“
    • Anläßlich dieser NP erschien am 8.02. im "Stern" ein ausführlicher Artikel über Anja Kampe, den ich leider erst vor 2 Tagen entdeckt habe:

      Ein deutscher Weltstar wider Willen
      "Als Kind wollte sie Gitarre lernen, dann entdeckte eine Lehrerein in der DDR ihre Stimme. Sonntag feiert Anja Kampe an der Berliner Staatsoper Premiere: mit der schwersten Partie des Opernfachs (mit diesem Superlativ habe ich meine Probleme)"

      Von Zella-Mehlis auf die größten Opernbühnen der Welt

      von David Baum

      Darin ist sehr viel Persönliches zu lesen, aber auch über ihre Arbeit, speziell die Vorbereitungen zum "Tristan".

      Hier einige Auszüge:

      "Meine Mutter war alleinerziehend, die hätte sich meine Ausbildung nie leisten können", sagt sie. "Insofern empfand ich diesen Staat, der mir meine gute Ausbildung ermöglicht hat, erstmal als hilfreich." Als sie bemerkte, daß die Briefe an ihren italienischen Freund mitgelesen und durchleuchtet wurden, begriff sie, daß da etwas faul war im Staate.
      Das Deutschland der Wiedervereinigung hat sie kaum mitbekommen. Wenige Monate vor dem
      Mauerfall ehelichte sie noch unter dem Porträt Honeckers an der Wand ihren damaligen italienischen Freund und durfte nach Bologna ausreisen, in Turin studieren (Anm.: dort gab sie auch ihr Debut als Opernsängerin mit der Gretel). "Das geeinte Deutschland habe ich erst spät kennengelernt und habe mich zuerst gar nicht ausgekannt."
      Heute lebt Kampe in München, gerade hat sie auf der Bühne der Bayerischen Staatsoper die Sieglinde in Wagners "Walküre" zum Besten gegeben und vom Intendanten des gefeierten Opernbetriebs, Nikolaus Bachler, den Titel der Bayerischen Kammersängerin verliehen bekommen.
      Schon seit Jahren ist sie dort in der "Walküre" zu sehen, doch erst in den letzten Aufführungen, sagen die Opern-Afficionados, habe sie Weltklasse erreicht. Das könnte auch an der Zusammenarbeit mit Kirill Petrenko liegen, dem genialen Münchner Generalmusikdirektor, der am Dirigentenpult stand und mit Kampe auch privat seit Jahren verbunden ist - worüber allerdings kein Wort gesprochen wird. "Mit wem ich zusammen bin und ob ich ein Haustier habe, geht keinen was an."
      Regisseur Dimitri Tcherniakov tobt munter und etwas verrückt im Holzfällerhemd über das Parkett, eine Dolmetscherin folgt ihm, falls ihm die richtigen Worte für die Regieanweisung in Englisch entfallen. Zum Beispiel jetzt: "Sie sollen etwas tiefer in die Knie gehen, wenn Sie in Ohnmacht fallen", sagt also die Dolmetscherin zu Kampe. Der Sänger Boaz Daniel, der Tristans Getreuen Kurwenal gibt, blickt ziemlich verzweifelt drein. Ihm ist zugedacht, die sinkende Isolde aufzufangen, allerdings während er singt. "Beides geht nun wirklich nicht", wirft er ein. (Dabei wundere ich mich immer wieder über die handwerklichen Unfähigkeiten so mancher "Opernregisseure", wie auch z.B. hier): "Ein schwarzer Stoff, der wie ein Baldachin über dem Bühnenbild des zweiten Aufzugs hängt, absorbiert den Klang ihrer Stimmen, finden Kampe und Andreas Schager, der den Tristan singt und als zurzeit beste Besetzung für diese Partie gilt. Das Ding muß also weg.
      Für ihre Sieglinde in München, ihre Brünnhilde in Salzburg wurde sie von Publikum wie Kritikern frenetisch gefeiert.
      Jetzt also Isolde - die olympische Disziplin, um in Anja Kampes Spitzensportvergleich zu bleiben. Doch ganz taugt der nicht: Dabeisein ist hier nicht alles. Bei Wagner muß man siegen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ira ()

    • ira schrieb:

      (Dabei wundere ich mich immer wieder über die handwerklichen Unfähigkeiten so mancher "Opernregisseure",
      Und davon gibt es ja mehr als genug! Ist doch super: ein russischer Regisseur macht Wagner und gibt Regieanweisungen in Englisch. Bravo! X( Was Kampe betrifft: eine sehr sympathische und natürliche Sängerin, er man nur das Beste für ihre Karriere wünschen kann.