Die Walküre - Toulouse (mit drei starken Frauen)

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    • Die Walküre - Toulouse (mit drei starken Frauen)

      Das Debüt als Brünnhilde von Anna Smirnova und eine nicht uninteressante Besetzung insgesamt waren für mich der Anlass mal nach Toulouse zu fliegen. Die Stadt selbst ist sehr interessant und ist sicher einen weiteren Besuch bei wärmerem Wetter wert, um auch das sehr interessante Umland zu erkunden. Die Oper selbst befindet sich im rechten Flügel des Capitoles, das man bei dieser Gelegenheit ebenfalls besuchen sollte.

      Im 1. Akt habe ich oben im Amphithéâtre gesessen, wo alles recht kammermusikalisch und verhalten geklungen hat. Erst nach einem Platzwechsel zum 2. Akt hat für mich die Aufführung so richtig begonnen. Und wie ... An Anna Smirnova wird zukünftig wohl kein Weg mehr als (Walküren-) Brünnhilde vorbeiführen. Die Hojotoho-Rufe allein haben schon den Besuch gelohnt. Sie sang die Partie ohne jegliche Ermüdungserscheinungen und war trotz ihrer gewaltigen Stimme jederzeit auch in der Lage differenziert zu singen. Ein ebenfalls triumphales Rollendebüt gab Daniela Sindram als Sieglinde. Sie hat die Partie wunderschön gesungen und verfügt über die nötigen Kraftreserven. Eine der besten Sieglinden, die ich je gehört habe! Eine beachtliche Entwicklung hat Elena Zhidkova hinter sich. Seit ihrer Anfangszeit an der Deutschen Oper Berlin ist aus ihr ein toller Mezzo geworden. Ihre Stimme sitzt in allen Lagen gleich gut. Ihr Bühnenauftritt glich dem einer Verdi-Heroine. Von den Männern konnte in erster Linie Tomasz Konieczny als Wotan überzeugen. Seine Tonproduktion ist sicherlich Geschmackssache (meiner eher nicht) und klingt immer wieder nach Alberich. Eine außerordentliche Musikalität, seine Ausstrahlung auf der Bühne, seine dennoch interessante Stimmfarbe und unerschöpfliche Stimmreserven bis hin zum Abschied haben seinen Auftritt dennoch zu einem großen Erlebnis gemacht. Eine gute Wahl war Michael König als Siegmund. Er besitzt zwar nicht die mächtigste Stimme, aber das war alles Tadel gesungen. Durch die oben beschriebenen Umstände im 1. Akt entzieht sich Dimitry Ivashchenko einer Bewertung, die eher neutral ausgefallen wäre. Von den Walküren hatte ich zuvor mal Sonja Mühleck (Staatsoper Berlin) und Karin Lovelius (Leipzig) gehört. Das Oktett klang insgesamt wenig homogen. Am Pult gab es ein Wiedersehen mit Claus-Peter Flor, inzwischen 64 Jahre alt, den ich allerdings nicht wiedererkannt hätte. Mir hat sein Dirigat insgesamt gut gefallen. Das Orchestre National du Capitole hat auf höchstem Niveau gespielt.

      Die Inszenierung stammt von Nicolas Joel aus dem Jahr 1999 und eher traditionell. Sie wurde von Sandra Pocceschi wieder aufgefrischt. Die Aufführung wurde allerdings ohnehin vom individuellen Rollenverständnis von Konieczny und co getragen. Ich habe die dritte von 5 Aufführungen am 06.02.2018 besucht. Beginn war um 18 Uhr, wegen langer Pausen von je fast einer Stunde war die Aufführung erst gegen 23.45 Uhr zu Ende. Ein Ausflug, der sich gelohnt hat!

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    • susakit schrieb:

      Ohne das Kleingedruckte, hätte ich iras Beitrag liken können.
      Darum habe ich ja die Bemerkung kleingedruckt und eine Grinse-Smiley dahintergesetzt ;) Da sie nicht ernst gemeint war.

      susakit schrieb:

      Alle "unsere" Frickas waren ausgesprochen gutaussehend, von Sophie Kosch über Elisabeth Kulman bis zu Ekaterina Gubanova. Das gibt der Szene erst den Pfiff. Wotan könnte nie eine hässliche, machtlose Frau haben, das würde ihn ja auch verkleinern.
      Genau!
      Die Sophie heißt übrigens Koch. So schreibt man sie, weil das ein deutscher Name ist. Obwohl man sie - blödsinnigerweise auch in deutschen Landen - "Kosch" ausspricht.
      Frage an Reingold: würde ein Franzose das in umgekehrtem Falle tun? Für den würde sich doch so eine Frage gar nicht stellen.

      Beitrag von Eduard19 ()

      Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
    • Also, ich habe sie schon immer "Koch" genannt. Ich habe aber auch schon "Kotsch" nennen gehört, das ist schon etwas abseitig. Sie ist in Versailles geboren, die Familie stammt aus Elsaß-Lothringen, das 1871 zu Deutschland kam, was 1918 schon wieder vorbei war. Deutschstämmig dürfte wohl richtig sein, aber was kann man in dieser Konstellation nicht alles diskutieren......

      Wer sich für sie interessiert:
      kurier.at/stars/die-mezzosopra…ichard-strauss/91.718.731
    • ira schrieb:

      susakit schrieb:

      Ohne das Kleingedruckte, hätte ich iras Beitrag liken können.
      Darum habe ich ja die Bemerkung kleingedruckt und eine Grinse-Smiley dahintergesetzt ;) Da sie nicht ernst gemeint war.

      susakit schrieb:

      Alle "unsere" Frickas waren ausgesprochen gutaussehend, von Sophie Kosch über Elisabeth Kulman bis zu Ekaterina Gubanova. Das gibt der Szene erst den Pfiff. Wotan könnte nie eine hässliche, machtlose Frau haben, das würde ihn ja auch verkleinern.
      Genau!Die Sophie heißt übrigens Koch. So schreibt man sie, weil das ein deutscher Name ist. Obwohl man sie - blödsinnigerweise auch in deutschen Landen - "Kosch" ausspricht.
      Frage an Reingold: würde ein Franzose das in umgekehrtem Falle tun? Für den würde sich doch so eine Frage gar nicht stellen.
      Muss Sie immer Ihren Senf dazu geben?
    • ira schrieb:

      Wen meinen Sie denn mit "Sie"? Oder meinen Sie vielleicht "sie"? Machen Sie erstmal Ihren Hauptschulabschluß!
      Was haben Sie denn heute geraucht? Aber immerhin sind Sie auf die Weise ja schon zu 13 Beiträgen gekommen.
      Es scheint Ihnen noch nicht aufgegangen zu sein, daß ein Forum dazu da ist, daß man seinen "Senf dazu gibt".
      "Ach wie gut dass jeder weiß,
      dass ich Ira-Mausi heiß,
      und zu allem etwas weiß."