Tannhäuser

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    • Tannhäuser

      Burkhard Fritz hat kurzfristig abgesagt. Stefan Vinke hat sich in den Zug gesetzt. Da in Leipzig die Weichen eingefroren waren und den ganzen Tag über der Zugverkehr beeinträchtigt war, ist er nur bis Eisenach gekommen und hat den Weg mit dem Taxi fortgesetzt. Angekommen ist er um 17 Uhr, eine Stunde vor Beginn der Vorstellung . Diese Geschichte war der bisherige Höhepunkt der Aufführung.
    • Kapellmeister Storch schrieb:

      Burkhard Fritz hat kurzfristig abgesagt. Stefan Vinke hat sich in den Zug gesetzt. Da in Leipzig die Weichen eingefroren waren und den ganzen Tag über der Zugverkehr beeinträchtigt war, ist er nur bis Eisenach gekommen und hat den Weg mit dem Taxi fortgesetzt. Angekommen ist er um 17 Uhr, eine Stunde vor Beginn der Vorstellung . Diese Geschichte war der bisherige Höhepunkt der Aufführung.
      Na ja die Proben in den zerrissenen Sachen haben vielleicht zur Unterkühlung geführt. :) Dass Elisabeth nicht krank wurde auch erstaunlich. Sieht doch sehr mitgenommen aus. :)
      oper-leipzig.de/de/programm/tannhauser/68369

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    • Schwer zu sagen, ob das Glas am Ende halb voll oder halb leer war. Gesanglich war diese Premiere überwiegend erfreulich. Stefan Vinke habe ich ein paar Jahre nicht mehr gehört, weil ich um Aufführungen mit ihm einen Bogen gemacht habe. Seine Stimme hat inzwischen durchaus gewonnen. Zunächst gebührt ihm für sein kurzfristiges Einspringen ohnehin der aller größte Respekt. Es war sicher nicht jeder Ton schön, aber insgesamt hat er das prima gemacht. Elisabet Strid hat mit leuchtendem Sopran ein ergreifendes Rollenporträt geliefert und zum wiederholten Mal einen großen Erfolg in Leipzig verbucht. Ebenso auf hohem Niveau war der Wolfram von Mathias Hausmann. Kathrin Göring hatte sich mit einer Erkältung ansagen lassen. Das war im 1. Akt weniger hörbar als im Finale, wo sie sich ins Ziel retten musste. Im 1. Akt war auch ihr Vortrag gewohnt gut. Einen rabenschwarzen Tag hatte offensichtlich Runi Brattaberg als Landgraf erwischt. Bei ihm hat mich weniger die manchmal eigentümliche Tonproduktion als vielmehr die zahlreichen gestemmten hohen Töne gestört. Während Patrick Vogel als Walther recht ordentlich klang, wirkte Randall Jakobsh als Biterolf wie ein Fremdkörper. Das Orchester hat grandios gespielt, allerdings fand ich das Dirigat von Ulf Schirmer sehr langweilig.

      Zur Inszenierung: ich habe selten solch einen langweiligen 1. Akt erlebt. Von zwei Stangen hingen Zweige runter, das war der Rahmen für den Venusberg. Die Jagdgesellschaft kommt als eine gröhlende Horde auf die Bühne, laut LVZ ein Junggesellenabschied. Am Ende machen alle ihren Oberkörper frei und die Herren beschmieren sich mit roter Farbe. Der 2. Akt war dann doch wesentlich interessanter. Zwar ist die Halle nicht gerade ein Meisterwerk an Ästhetik, aber was zwischen den Personen passiert, ist dann doch interessant. Elisabeth ist eine zerbrechliche Frau, die keine Liebe erfährt. Wolfram besingt sie wie eine Trophäe und auch den Mitstreitern geht es nicht um Liebe, sondern nur um Macht und Besitz. Sie möchte Tannhäuser Liebe geben, aber auch das funktioniert nicht. Am Ende, sprich im 3. Akt, ist sie dann völlig neben der Spur. Warum der Chor in einer Szene als Zombie-Truppe auftritt, habe ich ehrlich gesagt nicht kapiert. Am Ende des 2. Aktes schlagen etliche Mitwirkende Zweige auf den Boden, was die Musikgenuss doch beeinträchtigt hat. Der 3. Akt führt die Bilder der ersten beiden Akte zusammen. Handwerklich schwach ist allerdings die Konstruktion der Halle, da man die Sänger teilweise durch die "Säulen" verdeckt werden. Laut LVZ hatte Bieito selbst gar nicht die Proben geleitet. Er ist jedoch am Schluss auf die Bühne gekommen und hat zahlreiche Buhs entgegengenommen. Die waren auch schon nach dem 1. Akt deutlich vernehmbar gewesen.
    • Ok - dann wohl keine Reise nach Leipzig. Mich hätte auch nur das Orchester interessiert. Der Tannhäuser müsste ihm liegen. Generell hat die Komposition viele getragene Tempi, wenn die Sänger das nicht gestalten können, wird es kritisch. Schaut man sich ältere DVDs an - wie die grandiose Götz-Inszenierung Bayreuth 1978 - dann sieht man dass Sotin oder auch Weikl sehr getragen singen, damit keine Probleme haben, im Gegenteil, so eine Spannung aufbauen. Beim Landgrafen muss man extrem gestalten können. Davon ist Runi Brattaberg weit entfernt. Kathrin Göring hat für mich keine Verführungsaura, der erste Akt ist sehr schwierig in Schwung zu bringen mit solch 'modernen' Interpreten. Hmmm....dann noch ein Lohengrin mit KW. Hoffentlich bleibt das der Welt das erspart.