Falstaff

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    • Keiner will meine Karte, vielleicht fahr ich doch noch hin. Aber spannend finde ich schon, wieviele vor allem hochpreisige Karten für die ohnehin sehr hochpreisige Premiere bislang nicht verkauft sind. Und wer weiß hier, welches Zeug der Barenboim eigentlich nimmt, und wo es das zu kaufen gibt? Freitag Mahler 7 in Leipzig, Sonnabend Mahler 7 in Berlin, Sonntag Premiere Falstaff. Und geprobt haben muss der doch auch noch?
    • Mir ist es im Tristan auch so gegangen. Allerdings war die Salome "normal". Liegt vielleicht auch am Dirigenten, der die akustische Änderung noch nicht im Griff hat. Bevor jezt das Barenboim Bashing los geht. Ich hatte ihn in Berlin in 3 anderen Tristan Insz., BT, Mailand und da gefiel er mir gut.
      Toyota war bei meiner Aufführung im Haus. Nachbesserungen wären nicht unüblich.
      Plätze: 3. Rang, 1. Reihe, genau in der Mitte. Zu anderen Sitzen kann ich mangels Kenntnis nichts sagen.
    • Falstaff, Aufführungen am 25. und 28.03.2018

      Über Geschmack lässt sich sicherlich streiten, über die Sinnhaftigkeit dieser Produktion ebenfalls, aber eines ist dem Regisseur Mario Martone in jedem Fall gelungen: eine kurzweilige, reich bebilderte und amüsante Inszenierung. Im 1. und 2. Akt gibt es jeweils zwei Bilder: die Welt von Falstaff, der vielleicht ein ehemaliger Hausbesetzer ist und in einem Berliner Hinterhof lebt, wo junge Linke Stoffe für die nächste Demo besprühen (u.a. Refugees welcome), und die hippe Welt der Damen mit Fitnessbereich, Pool und Champagner-Kübel. Der 3. Akt spielt dann auf einem Ruinengelände mit zwei Rolltreppen und einem Turm. Hier finden Sex-Treffen in verschiedenen Konstellationen statt. Auch zwei Berliner Polizisten schauen mal kurz vorbei. Alle Sänger machen das darstellerisch so hervorragend, dass gesangliche Abstriche nicht weiter ins Gewicht fallen. Michael Volle ist ein Pfundskerl, der charismatisch ist und mit seiner Stimme gestalten kann. Das klingt zwar nicht immer zu 100% nach italienischer Gesangskultur, ist aber dennoch großes Kino. Barbara Friitoli macht als Alice erst im Badeanzug und später im schwarzen Kleid eine glänzende Figur. Dass ihre Stimme stellenweise spröde klingt, schmälert jedoch nicht den positiven Gesamteindruck. Nadine Sierra (Nanetta) ist von den Sängerinnen am leichtesten bekleidet und darüber hinaus auch schön anzuhören. Daniela Barcellona kann ebenfalls stimmlich als umtriebige Mrs. Quckly überzeugen. Katharina Kammerloher macht als Mrs. Page zwar optisch eine gute Figur, stimmlich jedoch weniger. Alfredo Daza gibt solide den Ford, während ich mit der Stimme von Francesco Demuro (Fenton) bisher nicht anfreunden kann. In den Nebenrollen kann insbesondere Stephan Rügamer als Bardolfo überzeugen und läuft hier fast Volle den Rang ab. Daniel Barenboim kann sich auf das brillante Spiel seiner Staatskapelle verlassen. Allerdings klingt manches zu laut und knallig.

      Beide Aufführungen waren nicht ausverkauft. Auch für Sonntag gibt es noch etliche Karten. Wer einen Seitenplatz kauft, sollte sich unbedingt auf die rechte Seite setzen. Ich habe die Produktion von jeder Seite einmal gesehen, aber links sieht man vieles nicht.

      Noch eine Anekdote aus der Premierenpause. Ein Opernfreund hatte einen Besucher in seinem Umkreis, der sich mächtig über die Inszenierung aufgeregt hat und gefordert hat, man sollte doch Falstaff an seinem Originalschauplatz spielen lassen ... in der Toskana!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kapellmeister Storch ()