Verdis Requiem - Inszenierung Bieito

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    • Messa da Requiem, Vorstellung am 27.3.18

      Einige unsortierte Gedanken zur gestrigen Vorstellung:

      Das Bühnenbild erinnerte mich nicht an Ikea-Regale (s. den ZEIT-Artikel), sondern an Kolumbarien. So war der Tod die ganze Zeit spürbar. Gegen Schluss kippt eins dieser „Regale“ langsam auf den Boden. Der Chor verschwindet in den „Fächern“ (Gräbern), nur noch einzelne Arme und Hände sind sichtbar, dann nichts mehr.

      Ein Ehepaar (Maria Bengtsson, Sopran, Gábor Bretz, Bass) spielt mit seinem Sohn Ball. Eine Frau (Nadezhda Karyazina, Mezzo) kommt hinzu, sonnt sich. Ein weiterer Mann (Dmytro Popov, Tenor) tritt auf, wie alle anderen zwängt er sich dazu durch die „Fächer“. (Wie Hannah Schmidt in obigem Zeit-Artikel auf den gescheiterten Business-Mann kommt, ist mir nicht klar geworden. Ich werde versuchen, am Sonnabend genauer darauf zu achten.) So werden viele kleine Geschichten erzählt, banale und weniger banale: sehr beeindruckend die wütende Menge beim Dies irae, ergeifend die Pietà mit dem toten Jungen auf dem Schoß seines Vaters.

      Anfangs war ich zu Tränen gerührt. Im Laufe des Abends ließ dies Gefühl aber nach und gab einer leichten Enttäuschung Raum – ich kann nicht genau sagen, weshalb. Vielleicht waren meine Erwartungen nach der atmosphärisch so überaus dichten Inszenierung ¡Gesualdo! (ebenfalls von Calixto Bieito) zu groß. An der musikalischen Umsetzung kann es micht gelegen haben, ich fand alle Sänger, den Chor (Eberhard Friedrich) und das Dirigat (Kevin John Edusei) hervorragend.