Wiener Philharmoniker/Barenboim am 24.03.2018

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    • Wiener Philharmoniker/Barenboim am 24.03.2018

      Den Mahler-Dirigenten Daniel Barenboim hatte ich lange nicht auf dem Schirm. Da gab es früher die Abfolge Abbado-Haitink-Mehta. 2001 gab es die Siebte schon mal mit Barenboim und dem Chicago SO in der Philharmonie. Da das die Eröffnung des Jüdischen Museums war, beeindruckte vor allem die Promi-Dichte (Kissinger u.a.), allerdings blieb wenig vom Konzert hängen. Ein paar Jahre später "entdeckte" Barenboim des Mahler für die Chicagoer und in Berlin. Dabei entstanden mustergültige Interpretationen.
      Nun ist es seit 3-4 Jahren Tradition, daß die Festtage der Staatsoper mit einem Konzert der Wiener eröffnet werden. Gestern stand die Siebte erneut auf dem Programm.
      Es wurde ein faszinierender Abend: feilt Barenboim weniger an Klangdetails als seinerzeit Abbado, so betont er mehr die Strukturen und Brüche des Werkes. Das jedoch niemals plakativ und reißerisch, hatte er doch an allen Pulten hervorragende Solisten vor sich, denen es traumhaft gelang, die Doppelbödigkeit Mahlers zu interpretieren. Das Zusammenspiel der Instrumentengruppen war ein Traum, die Einsätze erfolgten immer an der dramaturgisch passenden Stelle (auch, wenn sie etwas verzögert erfolgen mussten).
      Barenboims Verdienst ist, daß der Spannungsfaden niemals abriß (was in diesem Werk schon mal passiert) und daß er den großen "Laden" optimal zusammen hielt. Zumindest am Samstag war bei ihm noch kein Spannungsabfall zu bemerken.