Ein Palmsonntagskonzert am Montag

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    • Ein Palmsonntagskonzert am Montag

      • Gestern, 12:28+5
        Während die Hefe des Orchesters mit dem Chefdirigenten die Osterfestspiele in Salzburg gestaltet , muss der überschaubare Teil der Staatskapelle Dresden mit Omer Meir Welberverstärkt durch zahlreiche Gastmusiker das Palmsonntagskonzert als 8. Saisonkonzert des Klangkörpers kreieren.

        Der argentinische Komponist Ariel Ramirez (1921-2010) hatte in den Jahren 1964/65 unter dem Eindruck einer Entscheidung des Zweiten Vatikanischen Konzils von 1963, welche erstmalig erlaubte, als Liturgiesprache auch die jeweilige Landessprache zu verwenden, seine " Misa Criolla (dt.: Kreolische Messe) für Solo, Chor und Instrumente" komponiert.

        Im Konzert wurden Flöte, Kontrabass, Perkussion, Gitarre und mexikanische Gitarre sowie Klavier und Cembalo eingesetzt. Als Solist wirkte der spanische Tenor Airam Hernández mit seiner begeisternden metallisch gefärbten Stimme.

        Der musikalische Leiter wechselte selbst zwischen Klavier und Cembalo.

        Um über die Grenzen einer regionalen Authentizität zu reichen, nutzte Ramirez typische Rhythmen aus fünf unterschiedlichen Regionen Argentiniens:

        So beinhaltet das Kyrie-vidala-baguala Themen aus der Musik der Bewohner eines Anden-Hochplateaus, im Gloria dominieren freudige Rhythmen aus dem Norden Argentiniens und Bolivien, während das Credo an die Volksmusik der Region Santiago de Estero angelehnt ist.

        Mit der Darbietung im 8. Symphoniekonzert wird auch verständlich, warum die Komposition als eines der populärsten christlichen Werke und als eine neue Art der Versöhnung zwischen der europäischen und der traditionellen südamerikanischen Kultur gilt.

        In Anlehnung an Platons „Symposion“ hatte Leonard Bernstein 1994 eine Serenade für Solo-Violine, Harfe, Schlagwerke und Streichorchester komponiert.

        Das Symposium, eigentlich der Bericht Platons zu einem Gespräch über Erotik während eines Gastmahls mit Phaedrus, Pausanias, Aristophanes, Eryximachus, Agathon, Sokrates und Alcibiades, welches Agathon zur Feier seines ersten Sieges bei den Lenäen ausgerichtet hatte.

        Nun hatten wir mit unserer mäßigen humanistischen Bildung wenig Verbindung zu den altgriechischen Herren und deren Liebesleben, so dass wir uns letztlich nur an der Virtuosität der Solistin Midori, dem Rausch der Streichergruppe und dem Können der sechs Pauker und Perkussionisten an Seitentrommel, Tenor- und Basstrommel, Triangel Hängebecken, Xylophon, Glockenspiel, „Chinesischer Block“ sowie Tamburin erfreuen konnten.

        Nach der Pause erfolgte dann mit Franz Schuberts „Messe G-Dur“ die Rückkehr zum eigentlichen Anliegen des Konzerts.

        Franz Schubert hatte diese Messe 1815, also bereits mit 18 Jahren komponiert.

        Zahlreiche Gastmusiker, darunter der Organist Michael Käppler ermöglichten dann doch trotz Osterfestspiel-Einsatz einen vollen Orchesterklang, der von einem hervorragend von Jörn Hinnerk Andresen vorbereiteter Staatsopernchor komplettiert wurde.

        Von den vier Gesangssolisten kamen die Sopranistin Emely Dorn und der Bassist Martin-Jan Nijhof aus dem Ensemble der Semperoper. Ergänzt wurde die recht ordentliche Solistengruppe durch den Tenor Daniel Johannsen.

        Der musikalische Leiter des Konzerts Omer Meir Welber war uns bereits in der Probe durch die Präzision seiner Ansagen an die Mitwirkenden aufgefallen. Auch im Konzert hatte man immer den Eindruck, dass da ein Dirigent wusste, was er seinem Publikum an Vielfalt bieten wollte. Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von thomathi (Gestern, 12:33)
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