Vor dem 9. Symphoniekonzert sei gewarnt!

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    • Vor dem 9. Symphoniekonzert sei gewarnt!

      Zum 9. Symphoniekonzert kommt nach 15-jähriger DD-Abstinenz der Chefdirigent der Semperoper der Jahre 1998 bis 2003 Semjon Bychkow nach Dresden. Er übernimmt das Konzert vom erkrankten Myung-Whun Chung und bringt aber ein anderes Programm und acht Stimmen der London Voices mit.

      Im zweiten Konzert-Teil wird Peter Tschaikowskis e-Moll-Symphonie Nr. 5 erklingen.

      Vor der Pause bietet er die „Sinfonia für acht Stimmen und Orchester“ von Luciano Berio aus dem Jahre 1968.

      Da wir das Werk nicht kennen, haben wir uns bei You Tube eine Aufnahme mit Pierre Boulez heruntergeladen. Selbst in unserem der neuen Musik aufgeschlossenen Haus, wo gelegentlich mit Genuss Stockhausen gehört wird, breitete sich eine gewisse Irritation aus.

      Berio will mit seiner Arbeit auf den Zusammenklang von Stimme und Instrument hinweisen und Werke von Bach, Strauss bis Mahler „Worte und Phonemen einer musikalischen Analyse unterwerfen. Textfragmente von Lévi-Strauss, Samuel Beckett werden von den Vokalisen kaum gesungen, sondern gesprochen, gerufen oder geflüstert; gelegentlich durch Mikrofone verstärkt.

      Zumindest Leonard Bernstein hat in einer Vorlesung 1973 die Sinfonia als repräsentativ für die neue Richtung der klassischen Musik nach dem Pessimismus der sechziger Jahre bezeichnet.

      Dem potentiellen Konzertbesucher sei empfohlen, wenn er diesen Teil des Konzertes aufgeschlossen zu einem Kunsterlebnis gestalten möchte, sich auf diese Darbietung etwas intensiver vorzubereiten.

      Die Konzerteinführung im Keller dürfte dazu kaum ausreichen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von thomathi ()

    • Das 9. Symphoniekonzert gestaltete sich zu einer bewegenden und gelungenen Wiederbegegnung Semyon Bychkows mit den Musikern der Staatskapelle.

      Bereits in der Generalprobe war am allerseits freundlichen und unverkrampften Umgang erkennbar, dass die eigentlich erst für 2020 vorgesehene Wiederannäherung zu einem Erfolg werden würde.

      Wegen des Unfalls von Myung-Whun Chung hatte die Dirigenten-Not die Wiederbegegnung um zwei Jahre vorverlegt.

      Mit Luciano Berios „Sinfonia für acht Stimmen und Orchester“ hatte sich der Gast allerdings ein ordentliches Stück Arbeit in das Programm geholt.

      Wir hatten uns mit dem Hören dreier Varianten der Arbeit von Berio, geladen von You Tube, sowie der Generalprobe bereits mit dem von Leonard Bernstein hochgeschätztem Werk vertraut gemacht und auch eine gewisse Annäherung erreicht, fremdeln aber auch nach der Konzertaufführung noch immer mit dem Stil der Komposition.

      Wenn da acht Vokalisten der „London Voices“, Sänger mag ich sie nicht nennen, in ihre Handmikrofone Zitatfetzen von Claude Lévi-Strauss und Samuel Beckett mal flüstern, mal schreien , dann jammern bzw. klagen oder sprechen, selten singen, und das mit einer Collage von Gustav Mahler, Johann Sebastian Bach und Richard Strauss vermengt wird, so konnten wir das Gehörte zwar sortieren, aber nicht unbedingt akzeptieren. Ob man dem Andenken von Martin Luther King gerecht wird, wenn man seinen Namen im zweiten Teil der Komposition seziert und sich die Fragmente gegenseitig zuruft, dürfte schon in seiner Entstehungszeit (1968/69) befremden erregt haben.

      Nach der Pause boten uns dann Semyon Bychkov und das Orchester eine fünfte Symphonie e-Moll von Peter Tschaikowski vom Feinsten.

      Ohne dass Bychkov die düsteren Gedanken des Komponisten an den Tod im Andante negierte, indem er das Tempo steigert, bringt er durch die Betonung der Seitenthemen Optimismus und Träume von einem ungetrübten Glück in das zu Hörende.

      Der zweite Satz (Andante cantabile - con alcuna licenza) nimmt diese Stimmung auch auf, verdunkelt aber zweimal mit dem Leitthema den Klangfluss.

      Mit dem Valse; Allegro moderato ließ Bychkov zunächst mit einem Walzerthema die Melodien fließen, nicht ohne das drohende Schicksalsthema auszuschließen, bevor dann mit dem Finale die Antithese zum ersten Satz aufgebaut wird.

      Mit straffem Tempo ließ er den Schlusssatz beginnen. Der stürmisch aufjubelnde Hauptteil führte dann zum Triumphmarsch: Der Mensch hatte das tragische Schicksal überwunden.

      Nach einem gewaltigen Schlussapplaus der Konzertbesucher, wie wir ansonsten nur nach C.T.-Konzerten erleben, entlässt dann Bychkov sein hochgestimmtes Publikum.
    • thomathi schrieb:

      Der zweite Satz (Andante cantabile - con alcuna licenza) nimmt diese Stimmung auch auf, verdunkelt aber zweimal mit dem Leitthema den Klangfluss.

      Mit dem Valse; Allegro moderato ließ Bychkov zunächst mit einem Walzerthema die Melodien fließen, nicht ohne das drohende Schicksalsthema auszuschließen, bevor dann mit dem Finale die Antithese zum ersten Satz aufgebaut wird.

      Mit straffem Tempo ließ er den Schlusssatz beginnen. Der stürmisch aufjubelnde Hauptteil führte dann zum Triumphmarsch: Der Mensch hatte das tragische Schicksal überwunden.

      Sagen Sie mal, schreiben Sie den Blödsinn eigentlich aus einem Konzertführervon 1952 ab? Es fällt mir bei all Ihren "Berichten" auf, dass Sie nur solche äußern Abläufe beschreiben, die auf absolut jede Aufführung zutreffen.Alleine schon der erste von mir zitierte Satz. Natürlich folgt später das Schicksalsthema auf den Walzer. Natürlich ist das Tempo zu Beginn des Schlusssatzes straff. Immer, das steht nämlich so in der Partitur. Natürlich führt das später zum Triumphmarsch. Usw. usf. -

      Über Ihre saudumme Überschrift zu diesem Thread äußere ich mich besser nichtnäher.
    • Zwischenrufer2 schrieb:

      Da muss man wohl noch dankbar sein, dass Sie auf weitere Grobheiten verzichtet haben.
      Mit denen ich ja ausreichend Bekanntschaft gemacht habe....
      Jeder, der etwas schreibt, was der "Urteufelin" (in Bayern sagt man zu so jemandem: der benimmt sich wie a "Schachterldeifi" ;) ) nicht in den Kram paßt, kriegt sein Fett ab.
      Erstaunlich, was man da in 30 Beiträgen so unterbringt....

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ira ()