Radio- und Fernsehsendungen

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      Rattle verzieht beim Dirigieren immer sein Gesicht, und zwar in der Art, dass es ein Grimassieren wird. Das ist bei Aufnahmen der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker regelhaft zu sehen. Oft wird der Unterkiefer vorgeschoben und die Zähne gebleckt, ohne dass man daraus ableiten kann, was er damit ausdrücken will. Für das Orchester halte ich das für schwierig, als sie in den wenigen und sehr kurzen Augenblicken, in denen sie den Dirigenten oder die Dirigentin ansehen, eigentlich eindeutige Informationen gewinnen können sollten. Auf rechte Hand achten, auf die linke, den Körperausdruck und dann noch auf die Mimik fordert doch schon eine sehr schnelle Informationsaufnahme und -verarbeitung, gleichzeitig sollen sie auf die benachbarten Spieler der selben und anderen Instrumentengruppen achten, da können doch solche mimischen Signale doch oft zu mehr Verwirrung führen, als zur Unterstützung und Koordination des Ganzen. Mich hat das schon als Zuhörer und Zuschauer immer sehr gestört.
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      parlando schrieb:

      Rattle verzieht beim Dirigieren immer sein Gesicht, und zwar in der Art, dass es ein Grimassieren wird. Das ist bei Aufnahmen der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker regelhaft zu sehen. Oft wird der Unterkiefer vorgeschoben und die Zähne gebleckt, ohne dass man daraus ableiten kann, was er damit ausdrücken will. Für das Orchester halte ich das für schwierig, als sie in den wenigen und sehr kurzen Augenblicken, in denen sie den Dirigenten oder die Dirigentin ansehen, eigentlich eindeutige Informationen gewinnen können sollten. Auf rechte Hand achten, auf die linke, den Körperausdruck und dann noch auf die Mimik fordert doch schon eine sehr schnelle Informationsaufnahme und -verarbeitung, gleichzeitig sollen sie auf die benachbarten Spieler der selben und anderen Instrumentengruppen achten, da können doch solche mimischen Signale doch oft zu mehr Verwirrung führen, als zur Unterstützung und Koordination des Ganzen. Mich hat das schon als Zuhörer und Zuschauer immer sehr gestört.
      Die wichtige Arbeit findet in den Proben statt. Das ganze Herumfuchteln des Dirigenten in den Aufführungen ist dann bloße Formalität.
      Insofern kann er noch so blöde Gesichtsausdrücke von sich bringen, so leicht lassen sich die Orchestermusiker nicht irritieren.
      Garstig glatter
      glitschriger Glimmer!
      Wie gleit' ich aus!
      Mit Händen und Füßen
      nicht fasse noch halt' ich
      das schlecke Geschlüpfer!
      Feuchtes Naß
      füllt mir die Nase:
      verfluchtes Niesen!
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      Dass das "Herumgefuchtel" bloße Formalität ist, glaube ich nicht, da bin ich eher bei Reingold. Allerdings glaube ich auch, dass die Musiker nicht zuletzt in den Proben lernen, worauf sie bei der Zeichengebung der Dirigenten achten müssen, was wie gemeint ist. Für mich als Zuschauer und -hörer ist es manchmal schwer erträglich, wenn ein Dirigent eine ausufernde Mimik hat (Nelsons, Rattle...)
      U.a deshalb schaue ich Musik nicht gerne im Fernsehen.
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      Hans Werner Henze
      Tristan, Préludes für Klavier, Tonbänder und Orchester

      Richard Wagner
      Morgendämmerung / Siegfrieds Rheinfahrt / Siegfrieds Tod / Trauermarsch / Schluss-Szene, aus "Götterdämmerung"
      Igor Levit, Klavier; Wiener Philharmoniker, Leitung: Franz Welser-Möst
      Aufnahme vom 25. August 2018 aus dem Großen Festspielhaus, Salzburg

      Hier noch zu hören für 18 Tage:

      konzertplayer.wdr3.de/klassisc…t/wdr-3-konzert-28012019/
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      parlando schrieb:

      Für das Orchester halte ich das für schwierig, als sie in den wenigen und sehr kurzen Augenblicken, in denen sie den Dirigenten oder die Dirigentin ansehen, eigentlich eindeutige Informationen gewinnen können sollten. Auf rechte Hand achten, auf die linke, den Körperausdruck und dann noch auf die Mimik fordert doch schon eine sehr schnelle Informationsaufnahme und -verarbeitung, gleichzeitig sollen sie auf die benachbarten Spieler der selben und anderen Instrumentengruppen achten, da können doch solche mimischen Signale doch oft zu mehr Verwirrung führen, als zur Unterstützung und Koordination des Ganzen. Mich hat das schon als Zuhörer und Zuschauer immer sehr gestört.
      Das ist in meiner Erfahrung zu kompliziert gedacht. Die Wahrnehmung des Dirigenten erfolgt eher intuitiv, und Rattle ist in seiner Zeichengebung sehr klar und verlässlich. Er ist immer bereit auf Wünsche der Musiker einzugehen und etwas zu ändern, wenn es Probleme in der Koordination gibt. Überhaupt sind die meisten britischen Musiker in der Hinsicht sehr professionell und praktisch orientiert. Effizienz kommt ganz weit oben in der Prioritätenliste.

      Es gab und gibt Dirigenten, die viel schwieriger zu lesen sind als Simon Ratltle, selbst wenn sie in der Mimik zurückhaltender sind.
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      Schauen wir mal, was Reinhard J. Brembeck von der SZ dazu sagt:

      Götter haben Sorgen
      Simon Rattle, stimmgewaltige Solisten und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks lassen im Münchner Herkulessaal "Die Walküre" tosen.

      "Ihre Gefühlswallungen werden ganz zuletzt in einem orchestral gleißenden Feuerzauber gebannt. Brillant."

      "In München hat Rattle, was er in Berlin nie hatte. Ein warm klingendes und selbst in den vertracktesten Momenten gelassenes Orchester, das seine Virtuosität nie kaltschnäuzig ausstellt, und einen Konzertsaal, der diese Eigenschaften verstärkt und mit einer antimodernen Aura umgibt, in die sich ein paar Gran Geschichtsträchtigkeit, Lebenslust und Weisheit mischen. Weshalb Rattle, dieser Aufklärer unter den großen Dirigenten, dem alles Brimborium und alle Musikhohepriesterei immer fremd war, sich hier besonders beglückend auf die Romantik einlässt. Andererseits ist das Orchester hörbar dankbar dafür, dass da ein Dirigent ist, der weder den dem Ensemble angeborenen Hang zum Schwelgen hemmungslos bedient noch die kalte Akkuratesse eines modernen Hochleistungsensembles vorführen will. Sondern die Mischung aus all diesen Tugenden amalgamiert: Wärme mit Hirn, Genauigkeit und Lächeln.
      Dennoch knallt es in der "Walküre" gelegentlich bis über die Hörgrenze hinaus. Die BR-Sinfoniker sind ein Konzert- und kein Opernorchester und spielen sich deshalb immer selbstbewusst in den Vordergrund, mag der immer auf Feinsinniges erpichte Rattle auch noch so viel dämpfen. Wenn dann noch auf dem Podium vorne links acht Walküren losschmettern, dann ist Walpurgisnacht angesagt, in der es massiv zur Sache geht, während von den Raffinessen der Partitur kaum mehr als die Hüllkurve übrig bleibt."

      sueddeutsche.de/kultur/klassik…er-haben-sorgen-1.4324075
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      Reingold schrieb:

      Ich glaube nicht, dass man das so sagen kann. Gemeinsames Musizieren ist ein dynamischer Prozess, der sich nie exakt reproduzieren lässt. Der Dirigent hat die Aufgabe, die Abweichungen (ein Sänger schleppt, das Orchester ist lauter als geplant etc.) aufzufangen.
      Sie haben natürlich recht, Musizieren ist ein dynamischer Prozess. Die eigentliche, wichtige Arbeit wird aber dennoch in den Proben geleistet. Dort kann der Dirigent dem Orchester - und ggf. den Sängern - seine Ideen vermitteln und, wenn nötig, sich auf ein Dialog einlassen, wenn vom Orchester Wünsche geäußert werden. In den Proben bekommt auch das Orchester eben das Gefühl dafür, wie der Dirigent "tickt", sozusagen. Der Rest (Sänger schleppt, Orchester lauter als geplant etc.) ist für den Dirigenten dann damage control.

      Sich einfach probenlos in Konzerte zu stürzen, erfordert entweder absolutes Vertrauen unter den Beteiligten oder, dass es sich um gängige Repertoirestücke handelt, die man vom Orchester auch voraussetzen kann. (das Mariinsky Orchester könnte sich die Symphonien Tschaikowskys natürlich aus dem Ärmel schütteln)
      Garstig glatter
      glitschriger Glimmer!
      Wie gleit' ich aus!
      Mit Händen und Füßen
      nicht fasse noch halt' ich
      das schlecke Geschlüpfer!
      Feuchtes Naß
      füllt mir die Nase:
      verfluchtes Niesen!
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      DiDo schrieb:

      Hans Werner Henze
      Tristan, Préludes für Klavier, Tonbänder und Orchester

      Richard Wagner
      Morgendämmerung / Siegfrieds Rheinfahrt / Siegfrieds Tod / Trauermarsch / Schluss-Szene, aus "Götterdämmerung"
      Igor Levit, Klavier; Wiener Philharmoniker, Leitung: Franz Welser-Möst
      Aufnahme vom 25. August 2018 aus dem Großen Festspielhaus, Salzburg

      Hier noch zu hören für 18 Tage:

      konzertplayer.wdr3.de/klassisc…t/wdr-3-konzert-28012019/
      Anscheinend nicht mehr verfügbar - schade.
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      emde schrieb:

      DiDo schrieb:

      Hans Werner Henze
      Tristan, Préludes für Klavier, Tonbänder und Orchester

      Richard Wagner
      Morgendämmerung / Siegfrieds Rheinfahrt / Siegfrieds Tod / Trauermarsch / Schluss-Szene, aus "Götterdämmerung"
      Igor Levit, Klavier; Wiener Philharmoniker, Leitung: Franz Welser-Möst
      Aufnahme vom 25. August 2018 aus dem Großen Festspielhaus, Salzburg

      Hier noch zu hören für 18 Tage:

      konzertplayer.wdr3.de/klassisc…t/wdr-3-konzert-28012019/
      Anscheinend nicht mehr verfügbar - schade.
      Da ist wohl leider mit dem Link etwas schief gegangen. Das Konzert ist doch noch verfügbar (jetzt 17 Tage :) :(

      Suchen nach "WDR3 Konzertplayer", dort in der Rubrik Klassik das Konzert vom 28.1.

      Viel Erfolg!!!