Welturaufführung der Buddha-Passion von Tan Dun

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    • Welturaufführung der Buddha-Passion von Tan Dun

      In einer Flussoase der Taklamakan-Wüste an der Seidenstraße im Bereich der Großgemeinde Mogao hatten buddhistische Mönche zwischen dem 4. und dem 12. Jahrhundert etwa eintausend Höhlen in den Sandsteinfelsen geschlagen und mit Buddha-Statuen, Skulpturen und Wandmalereien verziert.

      Der chinesische Komponist Tan Dun (Jahrgang 1957) hat sich längere Zeit in einigen der 492 noch erhaltenen Höhlen, die zur Weltkulturerbe Dunhuang-Fondation gehören, aufgehalten und sich von der Schönheit und der Hingabe an den Buddhismus zeugenden Illustrationen inspirieren lassen. Es war nicht nur der Atem der Darstellungen, die ihn bewegten, sondern auch die Geschichten, die dort an den Wänden festgehalten waren und ihn an die Erzählungen seiner Großmutter erinnert hatten.

      Auch gab es die Überlieferung, es existiere eine Musikhandschrift aus den Höhlen von Dunhuang.

      Die Faszination der Mogao-Höhlen und die unzähligen Stunden der Suche nach den „uralten Klängen von Dunhuang“ inspirierten Tan Dun zur Komposition von sechs Kurzgeschichten der zeitlosen Konzepte von Liebe, Vergebung, Opfer und Erlösung der Lehren Buddhas.

      Auch war es ein Anliegen des Komponisten, mit seiner „Buddha-Passion“ eine spirituelle Brücke zwischen den Menschen in Asien und Europa zu bauen.

      Mit Dresden verbindet Tan Dun eine langjährige Partnerschaft. Bereits 1983 hatte er hier den „Carl-Maria-von-Weber-Preis“ erhalten.

      Im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele 2018 erfolgt nun durch engagiert aufgelegte Münchner Philharmoniker und eine prachtvolle Internationale Chorakademie Lübeck unter dem Dirigat des Komponisten die Welturaufführung der Oper in sechs Akten „Buddha-Passion“.

      Die Sopranistin Sen Guo aus dem Ensemble des Opernhauses Zürich, die Mezzosopranistin Huiling Zhu aus Hamburg, der australisch-chinesische Tenor Kang Yang , der wunderbare Bass-Bariton Shen Yang, die tradionelle chinesische Volkssängerin Tan Weiwei, der mongolische Meister des Khoomei-Obertongesangs und Pferdekopf-Geigenspieler Batubagen und die Spielerin der chinesischen Schalenhalslaute, der Konzert-Pipa, Wenqing Shi komplettierten die Agierenden.

      Die Aufführung war stilistisch als Oratorium inszeniert. Es gibt zwar Regieanweisungen des Librettisten-Komponisten für eine Darbietung auf der Bühne. Wir fanden aber die gewählte Art der Uraufführung dem Werk angepasster. Gesungen wurde auf Chinesisch und auf Sanskrit.

      Mit fünf Akten: „Bodhi-Baum“; „Das neunfarbige Reh“; „Tausend Arme und tausend Augen“; „Im Zen-Garten“; „Herzsutra“ wurden scheinbar nicht zusammengehörige Geschichten genutzt um gleichsam symbolisch Grundsätze der buddhistischen Lehre zu erläutern.

      Die Musik der fünf Akte war unaufgeregt und eingängig, eigentlich einem gereiften Tan Dun entsprechend.

      Erst im sechsten Akt, dem „Nirvana“, werden uns Parallelitäten und Unterschiede der buddhistischen Lehre zum Christentum mit wuchtigerer Musik deutlich gemacht, indem die Person des Buddha und sein Eingang in das Nirvana mit dem Finale „Ode der Barmherzigkeit: Himmel-Erde-Mensch“ uns beeindrucken durfte.

      Trotz vorgerückter Stunde, weil wegen einer Sportveranstaltung vor dem Konzerthaus „REWE-Team-Challenges“ uninformierte Besucher erst verspätet eintrafen, wurden Komponist und Agierende stürmisch und langanhaltend gefeiert.

      Der Abend wurde per Audio aufgezeichnet, wann eine Funkausstrahlung erfolgt, war nicht zu erfragen, wird aber ggf. nachgereicht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von thomathi ()

    • Es scheint eine neue Masche der Zeitungen zu sein, nicht mehr transparent zu machen, wen sie in welchem Zeitraum wie viele Artikel kostenlos lesen lassen. Es ist also natürlich kein Bug, sondern ein Feature, wenn der seltene Gast aus Dresden den ihn speziell interessierenden Artikel angezeigt bekommt, während die Dauergäste aus München doch bitte endlich mal das Portemonnaie öffnen sollen.
    • Dr. Schoen schrieb:

      während die Dauergäste aus München doch bitte endlich mal das Portemonnaie öffnen sollen.
      Hallo??? Soll ich Ihnen mal sagen, wie viel ich "Dauergast aus München" für mein Abo zahle???
      Schlappe 724 Euro und 61 Cent! :cursing: Und das als viele jahrzehntelanger Abonnent (mit Unterbrechung unseres Auslandsaufenthaltes)!
      Ich versuche es mit allen möglichen Tricks, habe die SZ einmal über eine Fa. Lorenz bezogen, da gibt es dann einen satten Rabatt. Wie oft das geht, weiß ich allerdings nicht. Heuer habe ich den SZ-Abonnentenservice bekniet, ja, da habe ich dann einen Treuebonus von 50.- rausgeschunden.
      Das ist schon sauteuer, andrerseits wil ich meine SZ eben "haptisch" auf dem Frühstückstisch liegen haben. Das ist was völlig anderes als die Artikel im Computer oder gar auf dem Smartphone zu lesen. Kein Vergleich.
    • Lieber Botanist. Da sprechen Sie etwas an. Mein Mann und ich haben letzte Woche schwer mit uns gekämpft, ob wir die SZ nicht genau aus diesem Grund kündigen sollen.
      Immerhin haben wir beide auf den Abonnentenbrief von Kurt Kister geantwortet.

      Hier ist erstmal der Abonnentenbrief:

      sueddeutsche.de/kolumne/in-eig…e-und-klischees-1.3986184

      War tags darauf in etwa so in der SZ zu lesen. Überschrift: "In eigener Sache".

      (Sorry, das da unten kriege ich nicht weg)








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    • Meine Antwort:

      "Sehr geehrter Herr Kister,

      Seit vielen Jahrzehnten (mit Unterbrechung eines langjährigen Auslandsaufenthaltes) sind wir Abonnenten der SZ und haben die Zeitung immer wegen ihrer liberalen Haltung geschätzt.
      Ich selbst bin Jahrgang 1945 und mit Sicherheit bei dem Thema Antisemitimismus genauso sensibilisiert wie Sie. Die Zeichnung von dem von uns hochgeschätzten Dieter Hanitzsch hat allerdings nichts aber auch gar nichts damit zu tun.
      Das werden viele Leser vielleicht nicht verstehen, aber das "Nächstes Jahr in Jerusalem" ist ein uralter Spruch mit dem sich jahrhundertelang Juden voneinander verabschiedet haben, hier witzig darauf umgemünzt, daß nächstes Jahr der Song-Contest in Jerusalem stattfindet. Und natürlich betrifft das auch die amerikanische Botschaft in Jerusalem. Was ist daran antisemitisch? Und wieso ist es der Davidstern? Erst bei der Demo in Berlin haben viele Menschen die Kippa mit Davidstern getragen. War diese Demo dann auch antisemitisch?
      Im ersten Teil Ihres Briefes beschreiben Sie wie die Entscheidungsfindung ("Längerer Abstimmungsprozeß") läuft, ob eine Karikatur gedruckt wird oder nicht. Der zuständige Redakteur hat recht daran getan, sie abzunicken. Im letzten Teil widersprechen Sie sich selbst, indem Sie von "Termindruck" und "Arbeitsüberlastung" sprechen. Offensichtlich hat man es sich doch vorher nicht leicht gemacht und die Karikatur für in Ordnung befunden, was sie ja auch ist.
      Dieter Hanitzsch hat sich mittlerweile verteidigt und das vollkommen zurecht. Die geschmacklosen Karikaturen aus Charlie Hebdo hat man für gut befunden, und die nicht? Was soll das? Was Dieter Hanitzsch sagen wollte, liegt doch vollkommen auf der Hand. Er kritisiert die Israel-Politik von Herrn Netanjahu. Anti-israelisch und nicht anti-jüdisch. Wenn Leute das nicht kapieren, kann Herr Hanitzsch nichts dafür. Und daß Sie als Chefredakteur der SZ sich auf das Niveau der BILD-Zeitung begeben und den "Stürmer" bemühen, verstört mich zutiefst. Wenn die allgemeine Stimmung in Sachen Antisemitismus derzeit nicht so aufgeheizt wäre, würde kein Hahn nach dieser Karikatur krähen. Daß Sie als SZ Ihr Verhalten danach ausrichten, gefällt mir ganz und gar nicht.
      Es ist es ja auch in Mode, in den Opern Richard Wagners - der natürlich ein Judenhasser war, womit aber seine Musik nichts zu tun hat - Judenkarikaturen erkennen zu wollen, wie den Beckmesser in den "Meistersingern" oder dem Mime im "Ring". Oder auch die vier Juden in Richard Strauss' "Salome". Wegen bestimmter "jüdischer Merkmale", die diese Figuren haben sollen. Was einfach nur Unsinn ist. Es gibt kein jüdisches Gen.
      Was ich ganz und gar nicht verstehe, daß Sie einen langjährigen und hervorragenden Mitarbeiter wie Dieter Hanitzsch einfach mal so ruck-zuck feuern. Das geht mir vollkommen gegen den Strich. Momentan bin ich so verärgert, daß ich überlege, ob wir die SZ nicht kündigen. Was auch andere Gründe hat, wie z.B. die exorbitante Preisentwicklung der Print-Ausgabe und die beklagenswerte Verschlechterung des Feuilletons seit es Prof. Joachim Kaiser nicht mehr gibt.
      Die SZ werde ich morgen jedenfalls nur mit deutlich eingeschränktem Vergnügen zur Hand nehmen.
      Trotzdem schöne Pfingstfeiertage und sagen Sie dem verantwortlichen Redakteur: Glückwunsch, daß er die Karikatur in den Druck gegeben hat.

      Viele Grüße!

      Ihre......."
    • Vielen Dank für den Link. Da ich die SZ nicht regelmäßig lese aber Dieter Hanitzsch sehr schätze, ist mir das alles doch sehr übel aufgestoßen. Für mich ist die Karikatur nicht Antisemitisch, sondern Ausdruck künstlerischer Freiheit in einer Demokratie (die auch die SZ aushalten muss). Wie oft wurde sich in Karikaturen über den Islam, Frauen mit Kopftuch oder Jesus lustig gemacht und niemand regte such auf.
      Wie die SZ nun mit Dieter Hanitzsch umgegangen ist finde ich sehr lächerlich.
    • Und hier (mit seinem Einverständnis) die Antwort meines Mannes:

      "Sehr geehrter Herr Kister,

      seit Jahrzehnten bin ich Leser der SZ und halte sie, auch bei gelegentlichem Quervergleich, in vielen (natürlich nicht allen) Bereichen für die journalistisch beste und lesenswerteste deutsche Tageszeitung. Dies betrifft auch die (von manchen "Konservativen"oft heftig bestrittene) Ausgewogenheit in der politischen und wirtschaftspolitischen Kommentierung, die bisweilen unterschiedliche Positionen direkt nebeneinander stellt, was mir sehr gefällt.
      Umso entsetzter bin ich nun über die Reaktion der SZ-Leitung auf die Karikatur von Dieter Hanitzsch. Nicht daß ich sie besonders gut fände, Hanitzsch hat schon viele weit bessere gezeichnet. Was mich aber sehr irritiert und ärgert, ist der pawlowsche (und einer SZ unwürdige!) Reflex, pointierte Israelkritik sofort alsAntisemitismus zu qualifizieren - wenn das nicht Klischee und Stereotyp ist....
      Die aktuelle Situation um Netanjahu et alii (einen Mr.T. will ich nicht ausschreiben) gießt Öl in ein Feuer, das ohnehin gefährlich genug ist.

      Als Freund Israels unterstütze ich voll die Haltung, das Wohl Israels sei deutsche Staatsdoktrin. Gerade unter Freunden ist Kritik aber nicht nur erlaubt, sondern bisweilen auch geboten. Dies gilt für die Siedlungspolitik, die auf eine historisch unhaltbareGründungslegende aufbaut, und auch den asymmetrisch-brutalen Umgang mit den (sicher von außen befeuerten) Protesten der Palästinenser.. Daß Juden in aller Welt jegliche Kritik an Israel als Angriff auf ihr "globales Rettungsboot" empfinden, kann ich angesichts ihrer jahrhunderte alten Leidensgeschichte zwar verstehen, halte es aber für falsch - eine Haltung, die sogar ehemalige Spitzendiplomaten Israels teilen.

      Politische Karikatur lebt von der Überzeichnung (was natürlich nicht jeder goûtiert); dies zu tolerieren, ist eine Essenz liberaler Demokratie. Dies schließt sogar Geschmacklosigketen à la Charlie Hebdo mit ein, die nach dem schrecklichen Attentat allgemein bejubelt und als Leuchtfeuer der Demokratie hochgejubelt wurden. Die Karikatur von Netanjahu ist auch nicht mehr überzeichnend als die von anderen Politikern. Und das lächerliche Outfit ist halt dem ESC geschuldet. Den Doppelsinn "Nächstes Jahr in Jerusalem" versteht dagegen nur, wer sich ein wenig in jüdischer Kultur auskennt. Ihm wegen dieser Zeichnung (die ja von den gerade Verantwortlichen abgenommen wurde!!!) den Stuhl vor die Tür zu setzen, finde ich völlig unangemessen und - wie bereits angemerkt - "meiner" SZ unwürdig.

      Mit freundlichen Grüßen...."
    • The Botanist schrieb:

      Ausdruck künstlerischer Freiheit in einer Demokratie (die auch die SZ aushalten muss)
      Einerseits ja, andererseits kann die SZ jeden Karikaturist nehmen, den sie will. Herr Hanitzsch - über den ich jetzt keine konkrete Meinung äußern möchte - hat zwar künstlerische Freiheit, aber keinen grundsätzlichen Anspruch, in diesem oder jenem Medium seine Kunst zu veröffentlichen, wenn dieses oder jenes Medium sie nicht veröffentlichen will. Seine künstlerische Freiheit wurde ja auch nicht eingeschränkt. Er kann ja schließlich seinen Senf auch anderswo geben.
      Garstig glatter
      glitschriger Glimmer!
      Wie gleit' ich aus!
      Mit Händen und Füßen
      nicht fasse noch halt' ich
      das schlecke Geschlüpfer!
      Feuchtes Naß
      füllt mir die Nase:
      verfluchtes Niesen!