Faust - DOB

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    • Faust - DOB

      Ich hatte im Vorfeld überlegt, ob ich meine Karte zurückgeben sollten um mir das Länderspiel Deutschland gegen Schweden anzusehen. Entschieden habe ich mich letztendlich für Faust und wurde mit einer wunderbaren Vorstellung belohnt. Die prominenten Absagen haben der Aufführung überhaupt nicht geschadet. Diana Damrau ist eh nicht mein Fall, auch wenn ich ihre Marguérite gerne mitgenommen hätte. Es war jedenfalls beglückend dem beseelten Gesang von Nicole Car zuzuhören. Ihre Höhe könnte zwar etwas runder sein, aber das ist angesichts des Gesamteindrucks marginal. Als Faust hat die Deutsche Oper den erst 26-jährigen Valentyn Dytiuk aus dem Hut gezaubert, der nach Faust in Riga seine ersten Schritte an einem international renommierten Haus machen durfte. Er gab ein Versprechen für die Zukunft ab. Der Live-Eindruck war anders als das, was ich bei YouTube gehört hatte. Seine Stimme klingt live bei weitem nicht so robust wie in der Aufzeichnung. Dafür sang er mit schöner Stimme sehr kultiviert, verständlicherweise mit einigem Respekt vor der Aufgabe. Die Dew-Produktion habe ich mir nicht zuletzt wegen Robert Hale etliche Male angesehen. In Alex Esposito stand ein Teufel per excellence auf der Bühne. Er ist ein unermüdlicher Wirbelwind und unterlegt das mit erstklassigem Gesang. In weiteren Rollen trugen Thomas Lehman (Valentin), Jana Kurucová (Siebel) und Fredrika Brillembourg (Marthe) zum Gelingen des Abends bei. Ein dickes Lob gebührt auch dem Dirigenten Jacques Lacombe für seine feinfühlige und umsichtige Leitung.
    • Kapellmeister Storch schrieb:

      Die Dew-Produktion habe ich mir nicht zuletzt wegen Robert Hale etliche Male angesehen.
      Diese Produktion war einfach herrlich. Und Robert Hale eine Sensation. Insgesamt war das eine wunderbare Besetzung mit Peter Seiffert und Nelly Miricioiu.
      Wenn die Anfahrt nicht so weit wäre, hätte ich mir das auch öfter reingezogen...Zumal "Faust" (und zwar genau der von Gounod) zu meinen Lieblingsopern zählt. Allein schon wegen des grandiosen Schlusses.

      Wer reinhören und -schauen möchte (allerdings ist die Bildqualität schlecht):

      www.youtube.com/watch?v=5Gi5zyrtOxQ
    • Am Dienstag war ich noch einmal im Faust, diesmal mit Nicolas Testé als Méphistophelès und Etienne Dupuis als Valentin. Letzterer lieferte an der Seite seiner Frau Nicole Car, die wiederum eine sehr anrührende Marguérite sang, eine nahezu exemplarische Leistung ab. Testé gefiel mir als Teufel wesentlich besser als in den beiden Bass-Rollen zuvor. Auch wenn er nicht so ein Energie-Bündel wie Esposito ist, hat mir sein Vortrag insgesamt durchaus gefallen. Das Haus war gähnend leer, so leer wie man es nur selten sieht. Die gute Aufführung hätte mehr Zuschauer verdient gehabt!