La Gioconda DOB

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    • La Gioconda DOB

      Fast schon beispielhaft zeigt die DOB zurzeit, wie man bei einer Gioconda alles falsch machen kann. Das Elend beginnt mit Pinchas Steinberg am Pult, der es schafft - wenn man die Pausen abzieht und auch den Applaus - das Werk auf über drei Stunden zu zerdehnen. All das, was diese Oper ausmacht, nämlich knallige Effekte, große melodische Bögen und eine Zurschaustellung der Stimmen, geht hier verloren. Womit wir aber schon gleich beim 2. Problem sind - den Stimmen. Ein Spinto ist Hui He im Leben nicht. Lieber sucht sie Koloraturen und Lyrismen, wo dramatische Verve gefordert ist. Ihr gestischer Ausdruck erreicht etwa 2-3 verschiedene Handbewegungen und natürlich sinkt sie an diversen Stellen zu Boden. Nicht mit der größten Stimme, aber den mit Abstand größten Körpermaßen versehen ist Daniela Barcellona eine in den Höhen schnarrende Laura, der dafür dann auch noch die Tiefe abgeht. Aus der 7. Reihe Parkett sieht sie zudem im letzten Bild aus wie eine Transe, ich war verwirrt und suchte nach der wirklichen Sängerin, musste aber feststellen, dass ich sie tatsächlich vor mir hatte. Alfred Kim, von mir kein geschätzter Tenor, hat auch hier bewiesen, was er kann: schön laut, am besten immer. Er war höhensicher. Mehr auch nicht. Gagnidzes Barnaba ist vielleicht noch am nächsten an das herangekommen, was wir von einem italienischen Sänger erwarten, wenn auch seine einheitliche Stimmfarbe nichts Schwarzes aufweist und sein seltsames Spiel besonders in den Akten 3 und 4 eher ablenkte. Und Testé als Alvise...Nun ja...schweigen wir. Bleibt erneut eine Aufführung, in der Judit Kutasi mir am besten gefiel. Wohltönend, zwar noch nicht mit den letzten Emotionen im Ausdruck, aber auf gutem Weg, hat sie den Abend, an dem mehrere Male Handys zu Boden fielen und das im Durchschnitt im Rentenalter befindliche Publikum lautstark über die "schönen" Bühnenbilder quasseln musste, allerdings nicht retten können. Mein größter Vorwurf geht aber in Richtung Steinberg, der stellenweise lauthals mitsummte und meinte, Elan und Feuer durch wildes Fuchteln mit dem Stock ersetzen zu müssen.
    • Waedliman schrieb:

      Fast schon beispielhaft zeigt die DOB zurzeit, wie man bei einer Gioconda alles falsch machen kann. Das Elend beginnt mit Pinchas Steinberg am Pult, der es schafft - wenn man die Pausen abzieht und auch den Applaus - das Werk auf über drei Stunden zu zerdehnen. All das, was diese Oper ausmacht, nämlich knallige Effekte, große melodische Bögen und eine Zurschaustellung der Stimmen, geht hier verloren. Womit wir aber schon gleich beim 2. Problem sind - den Stimmen. Ein Spinto ist Hui He im Leben nicht. Lieber sucht sie Koloraturen und Lyrismen, wo dramatische Verve gefordert ist. Ihr gestischer Ausdruck erreicht etwa 2-3 verschiedene Handbewegungen und natürlich sinkt sie an diversen Stellen zu Boden. Nicht mit der größten Stimme, aber den mit Abstand größten Körpermaßen versehen ist Daniela Barcellona eine in den Höhen schnarrende Laura, der dafür dann auch noch die Tiefe abgeht. Aus der 7. Reihe Parkett sieht sie zudem im letzten Bild aus wie eine Transe, ich war verwirrt und suchte nach der wirklichen Sängerin, musste aber feststellen, dass ich sie tatsächlich vor mir hatte. Alfred Kim, von mir kein geschätzter Tenor, hat auch hier bewiesen, was er kann: schön laut, am besten immer. Er war höhensicher. Mehr auch nicht. Gagnidzes Barnaba ist vielleicht noch am nächsten an das herangekommen, was wir von einem italienischen Sänger erwarten, wenn auch seine einheitliche Stimmfarbe nichts Schwarzes aufweist und sein seltsames Spiel besonders in den Akten 3 und 4 eher ablenkte. Und Testé als Alvise...Nun ja...schweigen wir. Bleibt erneut eine Aufführung, in der Judit Kutasi mir am besten gefiel. Wohltönend, zwar noch nicht mit den letzten Emotionen im Ausdruck, aber auf gutem Weg, hat sie den Abend, an dem mehrere Male Handys zu Boden fielen und das im Durchschnitt im Rentenalter befindliche Publikum lautstark über die "schönen" Bühnenbilder quasseln musste, allerdings nicht retten können. Mein größter Vorwurf geht aber in Richtung Steinberg, der stellenweise lauthals mitsummte und meinte, Elan und Feuer durch wildes Fuchteln mit dem Stock ersetzen zu müssen.
      Das nennt man dann wohl Verriss... *g*
      ... Wunder warten bis zuletzt.
    • Asteria schrieb:

      Waedliman schrieb:

      Fast schon beispielhaft zeigt die DOB zurzeit, wie man bei einer Gioconda alles falsch machen kann. Das Elend beginnt mit Pinchas Steinberg am Pult, der es schafft - wenn man die Pausen abzieht und auch den Applaus - das Werk auf über drei Stunden zu zerdehnen. All das, was diese Oper ausmacht, nämlich knallige Effekte, große melodische Bögen und eine Zurschaustellung der Stimmen, geht hier verloren. Womit wir aber schon gleich beim 2. Problem sind - den Stimmen. Ein Spinto ist Hui He im Leben nicht. Lieber sucht sie Koloraturen und Lyrismen, wo dramatische Verve gefordert ist. Ihr gestischer Ausdruck erreicht etwa 2-3 verschiedene Handbewegungen und natürlich sinkt sie an diversen Stellen zu Boden. Nicht mit der größten Stimme, aber den mit Abstand größten Körpermaßen versehen ist Daniela Barcellona eine in den Höhen schnarrende Laura, der dafür dann auch noch die Tiefe abgeht. Aus der 7. Reihe Parkett sieht sie zudem im letzten Bild aus wie eine Transe, ich war verwirrt und suchte nach der wirklichen Sängerin, musste aber feststellen, dass ich sie tatsächlich vor mir hatte. Alfred Kim, von mir kein geschätzter Tenor, hat auch hier bewiesen, was er kann: schön laut, am besten immer. Er war höhensicher. Mehr auch nicht. Gagnidzes Barnaba ist vielleicht noch am nächsten an das herangekommen, was wir von einem italienischen Sänger erwarten, wenn auch seine einheitliche Stimmfarbe nichts Schwarzes aufweist und sein seltsames Spiel besonders in den Akten 3 und 4 eher ablenkte. Und Testé als Alvise...Nun ja...schweigen wir. Bleibt erneut eine Aufführung, in der Judit Kutasi mir am besten gefiel. Wohltönend, zwar noch nicht mit den letzten Emotionen im Ausdruck, aber auf gutem Weg, hat sie den Abend, an dem mehrere Male Handys zu Boden fielen und das im Durchschnitt im Rentenalter befindliche Publikum lautstark über die "schönen" Bühnenbilder quasseln musste, allerdings nicht retten können. Mein größter Vorwurf geht aber in Richtung Steinberg, der stellenweise lauthals mitsummte und meinte, Elan und Feuer durch wildes Fuchteln mit dem Stock ersetzen zu müssen.
      Das nennt man dann wohl Verriss... *g*
      Ja, ich fand es enttäuschend. Die Inszenierung war mir bekannt, da wusste ich, was auf mich zukommt (oder auch nicht). Musikalisch war ich frohen Mutes und hab nen Freund mitgenommen, der dann, nachdem ich ihm ein paar Auszüge aus der Aufnahme von Gardelli (Tebaldi, Horne...) vorspielte, ernsthaft sagte: "Ist das wirklich dieselbe Oper?"
    • Leider muss ich Waedliman in allen Punkten zustimmen. Große Teile des Publikums waren ob des schönen Bühnenbilds so euphorisch, dass nicht nur dieses mittendrin beklatscht wurde, sondern auch die Arie von Alfred Kim mächtig bejubelt wurde. Sein Gebrüll ging mir derart auf die Nerven, dass ich nach dem 3. Akt die Segel gestrichen habe, auch, um mir eine weitere 40-minütige Pause zu ersparen. Leider gehe ich auch mit den Einschätzungen zu den anderen Sängern konform. Aus dem Dirigat von Pinchas Steinberg bin ich nicht schlau geworden. Mal hat er recht flott dirigiert und dann Szenen wieder völlig zerdehnt. Keine Ahnung, ob er das für einzelne Sänger gemacht hat, denn zwischendurch hat er signalisiert, dass er es flotter haben möchte. Ich bin nicht der Meinung, dass früher alles besser war, aber die Giocondas vor 30 Jahren hatten doch ein anderes Niveau, auch wenn mal ein Tenor "gestreikt" hat.
    • Nun ist mir der Kapellmeister zuvorgekommen, aber ich hätte so ziemlich das gleiche geschrieben (inkl. dem vorzeitigen persönlichen Ende nach atto tre).
      Es ist wirklich unglaublich, was die DOB da dem Publikum als Orchester- und Chor(!)-Leistung vorsetzt. Vor 20-30 Jahren wäre das in Grund und Boden gebuht worden. Ich bezweifle etwas Steinbergs Schuld daran, er gibt im Grunde sehr deutliche Zeichen. Dass er auf einige der überforderten Solisten Rücksicht nehmen muss, ist merklich. Vom Brülltenor, über Barcellona, der Projektionskraft und Tiefe für die Partie fehlen, bis hin zu Gagnidze für den Legato ein Fremdwort ist.
      Das wirklich traurige an einem solchen Abend ist, dass da fünf, sechs Sänger in Hauptpartien auf der Bühne stehen, denen die italienische Gesangstradition völlig fremd scheint.