4. Aufführungsabend mit John Storgards

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • 4. Aufführungsabend mit John Storgards

      Mit den Aufführungsabenden gibt die Staatskapelle noch aufstrebenden Talenten Gelegenheit, sich als Debütanten des Orchesters dem Dresdner Publikum mit kleiner besetzten sinfonischen und kammermusikalischen Werken vorzustellen.

      Gespielt wird vor dem Schmuckvorhang der Semperoper.

      Sonst als Solopiccolistin auf dem Konzertpodium der Staatskapelle präsent, stellte die ungarische Musikerin Dóra Varga-Andert im 4. Aufführungsabend das Konzert für Piccoloflöte und Orchester des US-Amerikaners Lowell Liebermann vor.

      Liebermann, 1961 in New York geboren, in Dresden bisher kaum bekannt, ist einer der in seiner Heimat am häufigsten gespielten lebenden Komponisten.

      Eigentlich versucht das Werk einen straffen Ritt mit den Mitteln der Piccoloflöte durch die Musikgeschichte. Zitate von Beethoven wechseln mit Mozart und Strauss.

      Besonders beeindruckte Dóra Varga-Andert mit ihrer Kadenz im zweiten Satz.

      Zuvor hatte aber der Capell-Compositeur der zu Ende gehenden Saison Arvo Pärt sein „Trisagion“ für Streichorchester als Abschluss seiner Residenz vorgestellt.

      Wie in vielen seiner Arbeiten hat Pärt mit dieser Komposition wortgebundene Strukturen in Musik übertragen. Am Beginn wird der Anfang des Vaterunsers (in russischer Sprache) in Musik gefasst.

      „Herr, sei mir Sünder gnädig“ folgt und entwickelt so die Musik zum„Trisagion“. Im Griechischen ist„Trisagion“ dieBezeichnung für die Anrufung Gottes in der Eucharistie-Feier der orthodoxen Kirche.

      Silbenzahlen, Wortbetonungen und Interpunktionen finden sich in Pärts Partitur als Tonfolge wieder und führen zu interessanten Klangbildern.

      Den Abschluss des Konzertes bildete Jean Sibelius „ Dritte Symphonie C-Dur“.

      Mit seiner 3. Symphonie verlässtder Komponist den spätromantisch aufgeladenen Schicksalston seiner ersten beiden Symphonien und wendet sich einer knappen sich selbst genügenden, nur einer motivisch orientierten Musik zu.

      Geleitet wurde das Konzert von dem in Dresden noch kaum bekannten finnischen Dirigenten John Storgårds. Der Musiker, 1963 in Helsinki geboren, ist auch als Violin-Solist zu hören.

      Seine Orchesterleitung war frisch, zum Teil romantisch und leidenschaftlich. Dabei gab er den Orchestermusikern auch weitgehende Freiheiten und akzeptierte ihr musikalisches Können.