Inge Borkh gestorben

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    • Inge Borkh gestorben

      nzz.ch/feuilleton/nachruf-inge…m-darzustellen-ld.1315965

      Leider habe ich Inge Borkh nie singen gehört, diskutieren schon: Nie werde ich vergessen, wie ich nach einer Aufführung in Baden-Baden mit ihr in einer kleinen, lustigen Runde am Tisch saß. Mit über neunzig Jahren war sie selbständig mit dem Auto von Stuttgart angefahren und diskutierte angeregt und neugierig, vor allem über Oper. Unter anderem ging es um die Stuttgarter "Elektra" in der Inszenierung von Konwitschny. Vieles gefiel ihr nicht, da machte sie keinen Hehl draus. Als sie mich "jungen Opernkenner" nach meiner Meinung fragte, traute ich mich anfangs fast gar nicht so richtig, dieser Elektra-Interpretin vom Dienst zu widersprechen. Dennoch hörte sie mich an, ließ mich ausreden und wusste "es" zu keinem Zeitpunkt besser. (Natürlich wusste sie es besser, aber sie ließ mich das keinen Augenblick spüren.) Ihr (sinngemäßes) Fazit: "Da kommen wir wohl nicht zusammen. Aber wenn diese Inszenierungen junge Generationen anlockt, dann freut mich das." Das fand ich große Klasse von ihr. Neulich noch sah ich sie, dann schon im Rollstuhl sitzend, bei einer Aufführung bei den Rossini-Festspielen in Bad Wildbad. Die von ihr mit Widmung signierte "Elektra"-CD habe ich heute mit Wehmut angehört. Sie ist jetzt - um mit Elektra zu sprechen - bei den Göttern.
    • Unvergeßlich ist natürlich auch ihre Färberin bei der Wiedereröffnung des Nationaltheaters 1963.

      merkur.de/kultur/grosse-sopran…t-gestorben-10161837.html

      Zitat:
      "Auch damit war Inge Borkh eine Vorreiterin, gehörte sie doch zu den wenigen Sängerin, die sich schwindende Kräfte eingestanden und die Konsequenzen zogen.
      Brigitte Fassbaender, Julia Varady, Catarina Ligendza, mehr ähnlich gestrickte Kolleginnen gab es eigentlich nicht. „Es hat mir immer wehgetan, wenn ich Sänger hörte, die nachließen. Das wollte ich unter keinen Umständen erleben.“

      Ileana Cotrubas ist auch ziemlich schnell von der Opernbühne verschwunden. Bei den Herren war es z.B. Josef Metternich.