Concertgebouworchester mit Strawinsky

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    • Im Rahmen eines Festivals "Absolut Strawinsky" gastierte gestern das Concertgebouworchester im Konzerthaus Berlin. Lobenswert zunächst die Initiative zu diesem Strawinsky-Festival, das aus drei großen Orchesterprogrammen unter Ivan Fischer (Konzerthausorchester, Amsterdam und Budapest Festival Orchester) und diversen kleineren Formaten besteht. Pardon, es gab ein viertes, Cross-over-, Konzert, bei dem ein Orchester Petruschka als Mix zwischen Orchesterklang und E-Musik aufführte (Neusprech : E-truschka).
      Das Konzerthaus war gestern erschreckend schlecht gefüllt. Selbst Amsterdam scheint in Berlin nur mit den ganz großen Namen, Jansons, Haitink oder Chailly, zu ziehen. Ein Teil des Publikums dürfte auch aus Freikartenempfängern oder Ähnlichem bestanden haben. Da sich die letzte Saison des Konzerthauses durch eine sehr kluge Programmatik und das Präsentieren von großartigen Künstlern auszeichnete, wird denen hier hoffentlich nicht die Luft ausgehen.

      Im Concerto in D für Streichorchester konnte man einerseits die gesamte Bandbreite des Genies Strawinsky erkunden - temperamentvoll und still, modern klingen und fast folkloristisch, andererseits auch die wandlungsfähigen Streicher des Orchesters genießen, die ganz unterschiedliche Klangbilder in kürzester Zeit erzeugten.

      Im Capriccio für Klavier und Orchester (Solist. Emanuel Ax) gefiel die perfekte Interaktion zwischen Solist und Instrumentengruppen. Wie man sich da die Bälle zuspielte - das war genial. In beiden Stücken das Orchester (an schwierigster akustischer Stelle!) durchhörbar, niemals vulgär laut klingend.

      Im zweiten Teil gab es dann noch mal den Petruschka. Auffällig war, daß Fischer für mich nicht genug aus den perfekten Orchestersolisten herausholte. Ja, diese Interpretation war hochinteressant, hatte Schwung - aber einige Solisten (z.B. die Flöten) wurden unter Wert verkauft. Dabei sollte doch gerade Ivan Fischer mit der Akustik dieses Saales fertigwerden!

      Am Ende großer Jubel für einen großen Strawinsky Abend.

      Am Mittwoch kommt noch mal Fischers Budapest Festival Orchester (u.a. mit dem RIAS-Chor und der Psalmensinfonie und dem Sacre. Dringend zu empfehlen!

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