ARD Musikwettbewerb 2018 Gesang

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    • ARD Musikwettbewerb 2018 Gesang

      Schöne Stimmen kann man beim zurzeit in München stattfindenden ARD Musikwettbewerb entdecken. Ich habe mir die letzten vier Nachmittage im Studio 1 des Bayerischen Rundfunks um die Ohren geschlagen und im 1. Durchgang 23 von 60 Teilnehmer im Fach Gesang gehört. So viel Mozart hab ich noch selten gehört (stehe eher auf Wagner und Verdi). Aber auch viel Unbekanntes aus der Romantik. Eine Teilnehmerin, Nathalie Flessa, wagte sich gar an Wagner, die Waltraudenszene aus der Götterdämmerung. Mir hat sie ganz gut gefallen, schönes rundes Material, in die 2. Runde hat sie es aber nicht geschafft.
      Im Gegensatz zu Kai Kluge, einem jungen Tenor mit sehr schönem Timbre. Er sang im 1. Durchgang ein differenziertes und inniges "Dalla sua pace" und mit wunderbarem Legato das Domine Deus aus Rossinis Petite Missa Solenelle. Seine Beiträge im 2. Durchgang heute Mittag konnte ich nur über den Live-Stream hören, da kam mir seine Stimme noch ausgeglichener vor. Hier gab es unter anderem "Una furtiva Lacrima".
      Live dabei war ich dann wieder heute nachmittag und möchte von den vier Teilnehmern, die ich da gehört habe, zwei hervorheben: den Bassbariton Milan Siljanov und den Tenor Konstantin Myonghyun Lee. Letzterer brachte in der 2. Runde (in der 1. habe ich ihn nicht gehört) Die Forelle, eines der sieben Michelangelo-Sonette von Britten und zwei Arien von Donizetti: "Spirto Gentil" aus der Favorite, wunderbar ausdrucksstark gesungen, mit kräftiger Mittellage und einer Bombenhöhe. Die konnte er dann auch noch in "Ah! Mes amis" zur Schau stellen. Die sieben oder acht hohen Cs dieser Arie schmetterte er einer Leichtigkeit in den Raum, dass es eine wahre Freude war.
      Milan Siljanov habe ich in beiden Runden gehört: in der ersten mit der Katalogarie des Leporello und mit der Arie des Mefistopheles "Vous qui faites l'endormie". Eine mächtige Stimme, die er sehr differenziert führt. Dass er nicht nur für das Komisch-Groteske die richtigen Stimmfarben herstellen kann, sondern auch ein hervorragender Mozart-Figaro sein kann, bewies er heute mit "Tutto è disposto - Aprite un po' quegli occhi". Bemerkenswert, welche anderen Stücke er dieser Arie zur Seite stellte: Schönbergs "Warnung", Schuberts "Gruppe aus dem Tartarus" und Händels "Arm, arm ye brave" aus Jusas Maccabaeus. Für jedes dieser extrem unterschiedlichen Werke fand er neue Stimmfarben. Definitiv ein Sönger, den man sich merken sollte. Inzwischen weiß ich auch, weshalb er mir so bekannt vorkam: er ist Mitglied im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper. Ich habe ihn schon in neun Aufführungen, von La Boheme bis zu den Gezeichneten gesehen und gehört, allerdings nur in sehr kleinen Rollen. Vielleicht ändert sich das ja demnächst.

      Der ARD Musikwettbewerb Gesang löuft noch bis 12.09., aber ohne mich, ich muss in Urlaub fahren :D

      br.de/ard-musikwettbewerb/teil…/teilnehmer-2018-100.html

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von susakit ()

    • susakit schrieb:

      Inzwischen weiß ich auch, weshalb er mir so bekannt vorkam: er ist Mitglied im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper. Ich habe ihn schon in neun Aufführungen, von La Boheme bis zu den Gezeichneten gesehen und gehört, allerdings nur in sehr kleinen Rollen. Vielleicht ändert sich das ja demnächst.

      Der ARD Musikwettbewerb Gesang löuft noch bis 12.09., aber ohne mich, ich muss in Urlaub fahren :D

      br.de/ard-musikwettbewerb/teil…/teilnehmer-2018-100.html
      Liebe susakit, Herr Siljanov ist sogar ins Ensemble übernommen worden. Er wurde schon am Montag Abend zu meiner Nr.1 und ich freute mich riesig auf heute, aber auch Amelie Müller werde ich mit Le Grand Macabre nicht so schnell vergessen. Hab zwar gestern schlapp gemacht, aber morgen möchte ich auf jeden Fall wieder im Publikum sitzen. Boris Kusnezow ist leider, leider nur noch 1x Liedbegleiter, denn er war auch bei Ligeti wieder umwerfend.
    • Die Info, dass Milan Siljanov ins Ensemble übernommen wurde, hat es noch nicht in den CV des Sängers auf der Website der BSO geschafft. Sind halt noch Ferien.

      Er ist jedenfalls ein Gewinn für das Ensemble. Mir hat er heute noch viel besser gefallen, als am Montag.
      Amelie Müller war heute in der zweiten Hälfte des Nachmittags dran, da hatte ich schon wieder schlapp gemacht.
    • Und drei Countertenöre. Rodrigo Sosa kam durch und natürlich Mingjie Lei und Milan Siljanov. Sonst hätte ich auch am Montag gestreikt ;)
      Die 2. Durchgänge kann man sich noch ansehen. Finde, es lohnt sich sehr. Schade trotzdem, wie wohl bei jedem Wettbewerb, dass auch Lieblinge rausfallen, wie für mich Alexandre Beuchat, Christian Wagner und natürlich Amelie Müller, durch Ligeti mit Boris K. (doch 2x) wieder eine Granate, usw.. Bei Alexander Roslavets hätte ich beim 1. und 2. Durchgang liebend gern die Flucht ergriffen, aber er ist im Semifinale. Die Jury muss entscheiden und die weiß es wohl besser.
    • Herzlichen Dank. Nach einiger Zeit warten fand ich dann die Liste. Ein bisschen enttäuscht war ich schon. Hätte halt gerne beide Sänger vorne gesehen ;)
      Hoffentlich ist der ganze Abend bald im Netz. Bin schon sehr gespannt, obwohl ich das Ergebnis ja nun schon weiß. Zumindest hat Milan Siljanov noch den Publikumspreis bekommen. Dachte da aber auch eher an Mingjie Lei. Bei den Gesprächen kam heraus, dass ihn der weibliche ältere Teil wohl liebend gerne adoptiert hätte ;)