NP Così fan tutte Hamburg

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    • Hier die Kurzkritik, die ich gestern gehört habe:
      ndr.de/kultur/Staatsoper-Hambu…it-Vollgas,mozart226.html
      Hier eine Kurzkurzkritik:
      musik-heute.de/18501/bunte-cos…te-begeistert-in-hamburg/
      Etwas ausführlicher:
      musik-heute.de/18503/cosi-fan-…fuer-seelische-abgruende/
      Und hier bewegte, aussagekräftige Farbbilder aus dem Kulturjournal von NDR3:
      ardmediathek.de/tv/Hamburg-Jou…31214&documentId=55848924
      Das Hamburger Abendblatt schreibt leider nur die dpa/musik-heute Rezension ab. ;(
    • parlando schrieb:

      as ist halt Zeitgeist. Alles macht das Team, es gibt keine Einzelleistungen, schon gar nicht herausgehobene Leistungen, und wer besser ist als der Durchschnitt wird miesgemacht, bis er wieder in der anonymen Masse verschwindet. Wenn der Regisseur hier genannt wird, dann gibts wenigstens einen Namensträger, der die Verantwortung übernehmen kann.
      Entschuldigung aber das ist großer Quatsch, was Sie da schreiben.
    • Gundryggia schrieb:

      parlando schrieb:

      as ist halt Zeitgeist. Alles macht das Team, es gibt keine Einzelleistungen, schon gar nicht herausgehobene Leistungen, und wer besser ist als der Durchschnitt wird miesgemacht, bis er wieder in der anonymen Masse verschwindet. Wenn der Regisseur hier genannt wird, dann gibts wenigstens einen Namensträger, der die Verantwortung übernehmen kann.
      Entschuldigung aber das ist großer Quatsch, was Sie da schreiben.
      Ich würde es freundlicher als sehr begründungsbedürftig beschreiben. :)
    • Auch wenn der Blog hier nicht sonderlich beliebt ist, interessant ist die Rezension allemal:

      Großer Premierenerfolg für Herbert Fritsch – Slapstick-„Così fan tutte“ an der Staatsoper Hamburg
      Ohne Frage ist Herbert Fritsch ein Meister des Slapsticks, der schrillen Farben und übertriebenen Gesten. So erwartete man für die Eröffnungspremiere an der Hamburgischen Staatsoper großartig Komisches.
      Gespielt wird Wolfgang Amadeus Mozarts „Così fan tutte“ oder auf Deutsch „So machen es alle“. Das kann man über Fritsch nicht sagen. Seine besondere Regiehandschrift erkennt man sofort. Gleichzeitig ist er auch Bühnenbildner seiner Inszenierung und setzt auf knallige Farben – rot, grün, blau, orange – und ein einziges Bild. Deckenhohe, einfarbig-glänzende Seitenwände, die nach hinten offen sind. Bewegung kommt durch die absenkbare Decke und eine geniale Lichtregie (CarstenSander) in das Bühnenbild. Farbige Riesenkristalle und ein selbstspielendes Cembalo bieten dem spielfreudigen Ensemble eine Phantasielandschaft zum Austoben.

      Sarah Schnoor berichtet aus der Staatsoper Hamburg.
      klassik-begeistert.de/wolfgang…tutte-staatsoper-hamburg/
    • Reingold schrieb:

      2. Geharnischter schrieb:

      kein rechtes Verhältnis zu den Da-Ponte-Opern
      Ich bin ein ausgesprochenen Mozartfan, und insbesondere die da-Ponte-Opern gehören für mich zum Schönsten, was auf der Opernbühne zu hören ist.
      Immerhin sind wir uns bei den anderen Mozartopern einig ...

      Ich hatte vermutet, daß ich 1985 bei einer Aufführung von "Le Nozze di Figaro", die mich damals fast zu Tode langweilte, ein Trauma davongetragen habe. Umso erschrockener war ich eben, als ich noch einmal ins Programmheft vom 15.1.1985 blickte und sah, daß es sich um die Inszenierung von Götz Friedrich handelte und die Besetzung vorzüglich war. Vielleicht war ich einfach zu jung ...

      Leider bin ich am 23. im Tristan in Berlin.
    • Dann will ich mal in den sauren Apfel beißen und meine Eindrücke von den Vorstellungen von der Neuproduktion der Così fan Tutte am 18. und 23. 9. schildern.
      Vorausschicken will ich, dass ich durchaus positive Erwartungen hatte, was die Inszenierung betraf. Ich hatte von Herbert Fritzsch (Inszenierung und Bühnenbild) am Schauspielhaus Die Schule der Frauen gesehen und war sehr begeistert, sowohl, was die Körperlichkeit des Spiels (teilweise Slapstick im Stile der Keystone Cops) betrifft, als auch die Behandlung der Sprache. (Die Schauspieler lieferten ihren Text in einem teilweise aberwitzigen Tempo ab, und man verstand trotzdem jede Silbe!) Auch das extrem bunte, sehr reduzierte Bühnenbild (im Wesentlichen nur ein einfaches Baukastenhaus) hatte mir gefallen.
      Die Bühne ist schnell beschrieben: 11 (inklusive Souffleurkasten) glänzende Polyeder in 11 verschiedenen Farben lagen auf dem Boden, in der Mitte stand ein ebenso farbiges, selbstspielendes Cembalo. Boden, schräg nach hinten zulaufende Seitenwände sowie die kippbare Decke ebenfalls glänzend spiegelnd, letztere mit einem in verschiedenen Farben leuchtenden Kugelabschnitt. Das war’s. Allerdings wurde alles noch mit Licht (Carsten Sander) in ständig wechselnden Farben angestrahlt, so dass man sich mal wieder den Unterschied von subtraktiver und additiver Farbmischung ins Gedächtnis rufen konnte. Am 18. saß ich Parkett Mitte und bekam nach etwa 10 min Kopfschmerzen. Ob es da einen ursächlichen Zusammenhang gab, weiß ich nicht, allerdings kam mir das schöne Wort „Augenkrebs“ in den Sinn. Am 23. saß ich im 3. Rang und bekam erfreulicherweise (wegen der größeren Entfernung?) keine Kopfschmerzen. Unangenehmer als das Farbgewitter fand ich, was Fritzsch mit den Sängern veranstaltete. Da er bei Sängern nicht die gleiche Körperbeherrschung voraussetzen konnte wie bei ausgebildeten Schauspielern, hat er sich darauf beschränkt, sie herumhampeln (es gibt leider keinen treffenderen Ausdruck) zu lassen, jeden, so gut er es eben vermochte.
      Die Musik geriet dabei leider total ins Hintertreffen. Keine der wunderbaren Arien konnte mich berühren, nicht mal „Un’ aura amorosa …“. Dabei waren die Sängerleistungen gut bis sehr gut, einzig für die von mir im „Messa da Requiem“ sehr geschätzte Maria Bengtsson war der Tonumfang der Fiordiligi etwas zu groß, in der Tiefe hatte sie Probleme. Ich hatte mich auf den Ferrando von Dovlet Nurgeldiyev gefreut, den ich für einen hervorragenden Mozarttenor halte. Er wurde ersetzt durch Oleksyi Palchykov, einen jungen Tenor aus dem Ensemble, der in meinen Augen eine fast zu schwere Stimme für die Rolle hat. Ich könnte mir vorstellen, dass er eine Zukunft als Wagnerheld hat. (Den Froh hat er schon gesungen.) Zu allen anderen (Ida Aldrian: Dorabella, Kartal Karagedik: Guglielmo, Sylvia Schwartz: Despina, Pietro Spagnoli: Don Alfonso) mag ich nichts sagen, alle sangen ohne Fehl und Tadel, aber nichts hat mich so berührt, wie ich es bei dieser Oper erwarte. Das Dirigat hatte Sébastien Rouland, der den Laden leider nicht immer zusammen halten konnte.
      Was mir auffiel: In der Aufführung am 18. fiel Don Alfonso ständig die Schirmmütze vom Kopf, was ich für einen bewussten running gag hielt. Am 23. saß die Mütze vor der Pause aber wie angegossen, dafür trat er in der ersten Hälfte des 2. Aktes ohne Mütze auf. Ich habe aber keine Lust, mir diese Inszenierung ein 3. Mal anzusehen, um herauszufinden, was Absicht und was Schlamperei ist.
      Disclaimer: Ich möchte nicht (!) vom Besuch dieser Inszenierung abraten, Ihr könntet das Opernerlebnis Eures Lebens verpassen. Der Jubel im Zuschauerraum war jedenfalls nach beiden Vorstellungen riesig!
      Ich tröste mich jetzt mit dem wunderbaren Deon van der Walt, den ich erfreulicherweise 10x in der Rolle des Ferrando hören durfte: