2. Philharmonisches Konzert 8.10.18

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    • 2. Philharmonisches Konzert 8.10.18

      Wer unter dieser Überschrift jetzt eine fundierte Besprechung erwartet - ja, den muss ich leider enttäuschen. Ich hatte wirklich vor, meiner Begeisterung hier freien Lauf zu lassen - allein, es fehlte mir die Zeit. Am Dienstag war ich noch mal in der Alcina und heute sind wir schon wieder auf Teneriffa. Ich habe nicht mal das Programmheft zur Hand, um detailliertere Informationen zu geben.
      Das Programm kann ich Euch wenigstens mitteilen: die 4. Symphonie von Charles Ives und nach der Pause das D-Dur Violinkonzert von Beethoven. Die Programmgestaltung war für mich im Nachhinein unverständlich - das Violinkonzert ging nach dem Ives völlig unter, trotz einer sehr guten Viktoria Mullova.
      Diese Symphonie aber war ein Erlebnis - und ich fürchte, once in a lifetime. Ich glaube nicht, dass es allzu viele Aufführungen geben wird, nicht nur wegen des riesigen Orchesteraufgebots: Chor (Audi-Jugendchor), 6 Pianisten an 5 Tasteninstrumenten*, darunter ein 1/4-Ton-Klavier, Orgel, eine grosse Schlagzeuggruppe, 2 (kleine) Fernorchester und 3 (!) Dirigenten.
      Vom ersten Satz erinnere ich eigentlich nur, dass er zu kurz war. Er begann mit fff in den tiefen Streichern und dem Soloklavier und verhauchte im ppp des Chores.
      Der 2. Satz (Comedy) war der Wahnsinn schlechthin. Hier tritt der 2. Dirigent in Aktion - 2 Orchester spielen gleichzeitig Verschiedenes in unterschiedlichen Rhythmen. Die Solovioline spielt ein Thema, eine 2. Violinistin denkt, das kann ich auch und setzt ein anderes Thema dagegen. So chaotisch sich das liest, so chaotisch hörte es sich auch an - einerseits. Andererseits passte es aber auch, ich meinte immer wieder Anklänge an traditionelle US-amerikanische Musik zu hören.
      Der 3. Satz (Fugue) war dann Erholung pur. Ein romantisches, sehnsuchtsvolles Motiv wird in den Celli und Bässen entwickelt, eine Posaune (?) setzt mit ein, es wandert in die höheren Streicher, Fagott übernimmt, ein 2. Thema wird dagegengesetzt, die Trompete bildet den Schluss.
      Vom 4. Satz erinnere ich nur noch das ferne Schlagzeugensemble, das konsequent gegen den Takt des Orchesters anspielte - daher der 3. Dirigent - und den Chor, der Vokalisen singt. Der Satz verklingt, bis nur noch ganz leise das Schlagzeugensemble zu hören ist.
      Zu Recht Riesenjubel für Kent Nagano und alle Beteiligten.

      * Ein Theremin gab es auch noch, zählt das zu den Tasteninstrumenten?
    • Schön,schön, ich kann Ihre Begeisterung gut nachvollziehen. Manchmal tut das Ohrendurchputzen gut. Es wird nicht oft geboten, es ist halt ein Riesenaufwand. Ihr Unverständnis bez. des Violinkonzerts kann ich nachvollziehen, das paßt nicht.
      Ich bin einmal 2011 in Frankfurt einem solchen Konzert begegnet und nix wie hin:
      Bernstein - Three Dance Episodes from "On The Town"
      - Serenade nach Platons "Gastmahl
      Charles Ives - The Unanswered Question
      Varèse - Amérique

      Sinfonieorchester Hessischer Rundfunk, Paavo Järvi und Janine Jansen

      Die Schlagzeugbesetzung des Orchesters im Varèse konnte ich auf die schnelle ausgraben (es war eine Riesenbesetzung insgesamt)