Meistersinger - Mannheim

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    • Nach den Meistersingern in Wiesbaden habe ich mir diese gestern auch in Mannheim angesehen.

      Musikalisch fiel in Mannheim lediglich Tilmann Unger als Stolzing gegenüber Marco Jentzsch ein wenig ab. Tilmann Unger war nicht mehr erkältet, ich habe auch nur einen Wackler bemerkt, aber er sang schon recht leise. Für mich war Tilmann Unger an diesem Abend aber kein Ausfall. Ansonsten konnte die Mannheimer Aufführung gegenüber der Wiesbadener mithalten oder punkten. Das gilt insbesondere für Thomas Jesatko als Sachs und Christopher Diffey als David. Joachim Goltz als Beckmesser war für mich auch demselben Niveau wie Thomas de Vries in Wiesbaden und damit extrem erfreulich. Für ein Haus von der Mannheimer oder Wiesbadener Größe blieben bei realistischer Betrachtung gestern musikalisch keine Wünsche offen. In München, Berlin etc. mag das anders aussehen.

      Auch was die Inszenierung angeht, hat sich Mannheim im Vergleich zu Wiesbaden und Bayreuth keine Blöße gegeben. Lowery stellte auf Tempo und einige Absonderlichkeiten ab, wobei ich mit dem Raumschiff Enterprise wenig anfangen konnte, dafür gefiel mir der Flug des Nachtwächters auf dem Tiergerippe. Die Wiesbadener Inszenierung, die stark auf die Meistersinger als Pflegefälle abstellte (SGB XI), war für mich ebenso annehmbar wie die Kosky-Inszenierung mit ihren Verweisen auf die Nürnberger Prozesse. Von jeder Regie eine zwingende Deutung zu verlangen, dürfte etwas viel verlangt sein. Ich bin schon dankbar, wenn die Inszenierung an einigen Stellen überzeugt und im Übrigen nicht so sehr stört, dass sie nicht mehr ignoriert werden kann.