Mit Herbert Blomstedt "Für ein friedliches Miteinander"

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    • Mit Herbert Blomstedt "Für ein friedliches Miteinander"

      Vor ziemlich exakt fünfzig Jahren hat der damals 41 jährige Herbert Blomstedt sein erstes Probedirigat bei der Staatskapelle Dresden absolviert. Am 19. April des Folgejahres 1969 hatte er dann sein erstes Konzert mit dem Orchester aufgeführt.

      Seit dieser Zeit ist er der Kapelle ständig verbunden,von 1975 bis 1985 als deren Chefdirigent, häufiger Gastdirigent und seit dem vergangenen Jahr als dessen Ehrendirigent.

      In inzwischen deutlich über 300 Konzerten des Orchesters hat Herbert Blomstedt die Leitung inne gehabt.

      Für das Konzert „Für ein friedliches Miteinander“ am 12. November 2018 hatte Herbert Blomstedt sechs Musiker des Gewandhausorchesters Leipzig und den norwegischen Pianisten Leif Ove Andsnes in den Semper-Bau mitgebracht.

      Gespielt wurde zunächst das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 d-Moll op. 15 von Johannes Brahms.

      Andsnes, geboren 1970, stellte sich mit eindrucksvoller Technik und einer durchdringenden Interpretation erstmalig in Dresden vor. Besonders hat uns sein differenzierter Anschlag angesprochen und wie er auf die Wünsche des Orchesterdirigenten eingegangen ist.

      Phantastisch fanden wir besonders die „quasi Kadenz“ im Finalsatz.

      Die Interpretation der Brahms´schen ersten Symphonie des Herbert Blomstedt wage ich nicht zu bewerten. Nur so viel, es war eine typische Blomstedt-Darbietung: meisterhaft, unaufgeregt und präzise durch seine artikulierten Zeichengebungen.

      Langanhaltende stürmische stehende Ovationen dankten Herbert Blomstedt.
    • Und was für eine Energieleistung. Herbert Blomstedt sucht sich nicht unbedingt die kürzesten Programme aus. Und damit nicht genug: er hat dem Publikum noch die Euryanthe-Ouvertüre als Zugabe spendiert. Bereits vor der Pause hatte Leif Ove Andsnes eine Chopin-Zugabe gespielt. Zur 1. Symphonie von Brahms: ich habe das Werk u.a. unter Karajan, Giulini und Celibidache erlebt, immer auf eine andere Art faszinierend. Blomstedt schien mir jegliche Tragik wegzulächeln und ließ es in Optimismus erstrahlen. Wer die Gelegenheit dazu hat, sollte sich das Konzert in einer der o. g. Städte nicht entgehen lassen. In Berlin dürften sich die Musiker verwundert die Augen gerieben haben. Die Philharmonie war schätzungsweise nur zu 30-40 Prozent besetzt, trotz langer Schlangen an den Abendkassen. Das mag sicher auch an der Preisgestaltung des Konzertveranstalters Adler gelegen haben: 55-130 €, Studentenkarten ja, aber keine weiteren Ermäßigungen. Gezahlt habe ich den Preis auch nur wegen Blomstedt...
    • Das Problem mit den Kartenkauf bei dem Veranstalter ist aus meiner Sicht und Erfahrung auch, dass die Karten nur schriftlich oder telefonisch oder an der Tageskasse der Philharmonie erworben werden können, nicht online. Spontaner Online- Kauf mit Auswahl des Platzes und Ausdruck des Tickets ist nicht möglich, das erklärt die lange Schlage an der Abendkasse. Die Gewohnheiten und Erwartungen des Publikums haben sich in diesem Punkt doch verändert.
    • Rosig frisch
      Die Sächsische Staatskapelle mit Herbert Blomstedt im Gasteig

      von Michael Stallknecht

      thomathi schrieb:

      und wie er auf die Wünsche des Orchesterdirigenten eingegangen ist.
      Hat anscheinend in München nicht so gut geklappt....:

      "Das Solokonzert, also das Zusammenwirken eines einzelnen Instrumentalisten mit einem ganzen Orchester, ist eine heikle Gattung, in der klanglichen wie in der formalen Balance. Was man immer erst dann merkt, wenn es nicht funktioniert - wie jetzt in der Philharmonie beim Ersten Klavierkonzert von Johannes Brahms, bei dem sich der Dirigent Herbert Blomstedt und der Pianist Leif Ove Andsnes nicht allzu viel zu sagen hatten..."

      "Doch im Zusammenspiel mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden hapert es, unter den Orchestergruppen, aber auch im Zusammenspiel mit dem Pianisten. Die Übergänge werden dann schwergängig, das Konzert schleppt sich von Formteil zu Formteil, auch weil Blomstedt Tempi eher an der Untergrenze wählt."

      von Michael Stallknecht

      sueddeutsche.de/kultur/kurzkritik-rosig-frisch-1.4217448
    • Schambes schrieb:

      Nach dieser Kritik allemal verdient:

      tagesspiegel.de/kultur/der-dir…d-und-weise/23640606.html

      Anmerkung: Ich kann die Kritik an einem Kartenpreis von € 55 nicht nachvollziehen. War es das nicht wert?
      Es ist ja immer auch die Frage, wieviel Geld man zur Verfügung hat. Und da ich nicht, zumindest nicht im Merz'schen Sinne, zur oberen Mittelschicht gehöre und noch dazu oft ins Konzert etc. gehe, spielt die Frage der Kartenpreise schon eine Rolle. Es gibt sicher Konzerte, für die ich auch 55 EUR bezahlen würde, aber Blomstedt mit der Staatskapelle Dresden gehört nicht dazu.
      Und Kapellmeister Storch hat natürlich Recht mit seiner Frage, warum die Spreizung der Kartenpreise nicht größer ist. Bei den Philharmoniker-Konzerten ist sie das definitv so, im Konzerthaus meistens auch, in der Oper sowieso. Da kalkuliert der Veranstalter vielleicht doch nicht geschickt genug. By the way, man kann mittlerweile bei Adler auch online kaufen.
    • Ich erwarte in dieser Hinsicht gar nichts von Konzertveranstaltern, warum sollte ich auch? Die wollen ja nicht meine Erwartungen befriedigen, sondern Geld mit dem Veranstalten von Konzerten verdienen. Das finde ich auch nicht schlimm.
      Es ging ja hier um die Frage, warum das Konzert, trotz eines schönen Programms und durchaus renommierten Künstlern, sehr schlecht verkauft war. Da habe ich lediglich gesagt, dass ich nicht hingegangen bin, weil mir die Karten zu teuer waren (ich habe zudem darauf aufmerksam gemacht, dass das eine individuelle Entscheidung war, die auch mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen in einem Zusammenhang steht). Das war weder eine Kritik am Veranstalter noch der Wunsch, personenbezogene Preise einzuführen.
      Und dann habe ich ein bisschen öffentlich darüber nachgedacht, dass es vielleicht klüger wäre, die Kartenpreise stärker zu staffeln, wenn man mehr Karten verkaufen will. Obwohl mir das im Grunde ja auch egal ist, wie viele Karten der Veranstalter verkauft bzw. wieviel Gewinn er macht. Weil wenn der eine Pleite geht, kommt der andere.
      Vielleicht noch als letzter Hinweis: 55 EUR waren die billigsten Karten, also für die Blöcke hinterm Orchester. Das gehört natürlich auch noch mit zu den Kriterien für eine (meine persönliche) Entscheidung. Wobei man sich angesichts der leeren Reihen natürlich mühelos auf bessere Plätze hätte setzen können (wird bei den Adler-Konzerten jetzt auch der Block A gesondert bewacht?)
    • Nun ja, Adler sollte das bei dem großen Berliner Angebot berücksichtigen. Es hätte bestimmt Chancen gegeben, die Philharmonie für das Konzert besser zu "füllen". Die Leute vergleichen halt die Preise (was sicherlich nicht immer fair ist), aber wenn ich z.B. in der Philharmonie Petrenko oder Jansons kriege, zahle ich erst mal nicht den gleichen Preis für Fischer und das Konzerthausorchester. Das ist sicherlich nicht immer gerecht, aber ein anderer Veranstalter hätte das in Berlin sicherlich anders lösen können.
      @Friedrich: wir haben parallel geantwortet.
    • Gast1 schrieb:

      Nun ja, Adler sollte das bei dem großen Berliner Angebot berücksichtigen. Es hätte bestimmt Chancen gegeben, die Philharmonie für das Konzert besser zu "füllen". Die Leute vergleichen halt die Preise (was sicherlich nicht immer fair ist), aber wenn ich z.B. in der Philharmonie Petrenko oder Jansons kriege, zahle ich erst mal nicht den gleichen Preis für Fischer und das Konzerthausorchester. Das ist sicherlich nicht immer gerecht, aber ein anderer Veranstalter hätte das in Berlin sicherlich anders lösen können.
      @Friedrich: wir haben parallel geantwortet.
      Es ist aber zu berücksichtigen, dass die Berliner Philharmoniker erhebliche Zuschüsse bzw. Subventionen erhalten, die eine größere Staffelung ermöglichen, das ist ja bei Konzerten privater Veranstalter so nicht möglich. Und zu den Gastorchestern zu reisen, um die mal zu hören ist mit Sicherheit wesentlich teurer.
    • parlando schrieb:

      Es ist aber zu berücksichtigen, dass die Berliner Philharmoniker erhebliche Zuschüsse bzw. Subventionen erhalten, die eine größere Staffelung ermöglichen, das ist ja bei Konzerten privater Veranstalter so nicht möglich. Und zu den Gastorchestern zu reisen, um die mal zu hören ist mit Sicherheit wesentlich teurer.
      Näheres hierzu (ist schon interessant):

      berliner-zeitung.de/kultur/mil…g-unterschrieben-26764482