Silvesterkonzert 2018 der Staatskapelle

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    • Silvesterkonzert 2018 der Staatskapelle


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      Die Sächsische Staatskapelle hat heute das Programm für das diesjährige Silvesterkonzert am 29. & 30. Dezember 2018 in der Semperoper bekannt gegeben. Freuen Sie sich auf ein musikalisches Feuerwerk der Extraklasse, wenn unter der musikalischen Leitung von Franz Welser-Möst und internationalen Gesangsgrößen wie Jonas Kaufmann, Rachel Willis-Sørensen, Elisabeth Kulman, Andreas Schager und Tuuli Takala das Jahr 2018 feierlich verabschiedet wird.
      Wir werden trotzdem Silvester in Rolf Hoppes Hoftheater feiern, auch wenn der Prinzipal am vergangenen Mittwoch im Alter von 87 Jahren zu unserem großen Bedauern verstorben ist.

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    • Weil der Chefdirigent im fernen Wien sich mit den dortigen Philharmonikern an der leichten Muse versucht, holte sich die Staatskapelle Dresden für ihr ZDF-Silvesterkonzert 2018 mit dem musikalischen Leiter Franz Welser-Möst einen profunden Kenner der klassischen Wiener Operette.

      Was wäre ein Silvesterkonzert ohne die Highlights der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß. Welser-Möst hatte in seiner vergangenen Tätigkeit mehrfach Gelegenheit, sich mit den unterschiedlichsten Interpretationen dieses Paradestück der Wiener Operetten zu beschäftigen, so auch 2008 in Zürich mit Michael Stürmingers „Dracula-Inszenierung“.

      Aber im Silvesterkonzert wurden tiefgründige Zeitbezüge oder Gesellschaftskritiken nicht gefragt.

      Die Ursprünge der „Fledermaus“ sind übrigens in Sachsen zu suchen. Der Leipziger Schriftsteller Roderich Benedix hatte die Idee für eine Posse ausgearbeitet und 1851 in Berlin unter dem Titel „Das Gefängnis“ zur Aufführung gebracht. Henry Meilhac und Ludovic Halèvy übernahmen 1872 diesen Stoff in ihre Komödie „Le Réveillon“ für Aufführungen in Paris. Der in Königsberg gebürtige Carl Haffner erhielt den Auftrag, das in Paris so erfolgreiche Stück für das „Theater an der Wien“ dem örtlichen Geschmack anzupassen. Ein Erfolg stellte sich allerdings erst ein, als der aus Danzig stammende Komponist und Librettist Richard Genée das Stück mit Melodieskizzen des Johann Strauß kombinierte und kreativ ergänzte. So stammt auch die Melodie des Chorwalzers „Brüderlein und Schwesterlein“ von Genée.

      Eine halbszenische Aufführung auf einer Konzertbühne ist immer etwas heikel, weil nur wenig Platz zur Verfügung steht. Wenn dann noch Kameratechnik in das Geschehen eingreift, so ist das zumindest der Freude der Konzertbesucher abträglich.

      Am Silvestervorabend sollten ausschließlich die Melodien des Johann Strauß für Stimmung und Unterhaltung sorgen, so dass man auf die Dialoge verzichtete. Deshalb erklärte das Moderatoren-Paar Christine Schütze und Sky de Mont, was man so wissen sollte.

      Bereits mit der Ouvertüre wird offenbar, dass hier ein glänzend aufgelegtes Orchester auf einen Dirigenten, der Wiener Schmäh und tänzerischen Esprit der Partitur beherrscht, getroffen war. So forsch und zugleich leicht hat man die Ouvertüre selten gehört.

      Welser-Möst beschränkt sich dann auch nicht auf ein leichtfüßiges Tänzeln durch die Partitur. Konsequent und mit einer gewissen Strenge treibt er die Musiker durch die eben nicht nur walzerselige Musik und strafft auch die Übergänge, so dass das Stückwerk des Programms, letztlich trotz des häufigen Zwischenbeifalls, elegant und geschlossen wirkt.

      Die Sänger-Besetzung an diesem Abend war absoluter Luxus.

      Besonders gespannt war das Auditorium, wie Jonas Kaufmann sein Rollendebüt als Gabriel von Eisenstein bewältigen wird.

      Seine Anhängerinnen und Anhänger werden mit seinem souveränen und weltmännischen Auftreten schon ordentlich zufrieden sein. Stimmlich hatte sein Tenor allerdings nur wenig Operettenschmelz zu bieten. Für meinen Geschmack wäre er als Alfred möglicherweise besser eingesetzt gewesen.

      Mit Rachel Willis Sørensen, von 2012 bis 2015 Semperoper- Ensemblemitglied,hatte er eine erfahrene Partnerin zur Seite, die derzeit an der Deutschen Oper die Rosalinde im Repertoire singt. Die Rosalinde der Amerikanerin ist einfach großartig: ihre Stimme hat eine strahlende glockenklare Höhe, verfügt aber auch über die notwendige Tiefe im Csárdás „Klänge der Heimat“, zeigt dabei auch Freude an der Komödiantik des Geschehens.

      Andreas Schager war ein charmant-überdrehter Alfred, der seinen Tenor mit den erforderlichen Übertreibungen komödiantisch zur Geltung bringen konnte. Seine Erfahrungen der Operettenzeit waren unverkennbar. Warum er seine schöne Introduktion gar so entfernt, kaum hörbar singen musste, blieb allerdings unklar.

      Die mit großen Vorschusslorbeeren bedachte Haus-Koloratursopranistin Tuuli Takala hatte krankheitshalber absagen müssen.

      Dafür war extrem kurzfristig Nicola Hillebrand vom Nationaltheater Mannheim, die dort im Repertoire als Adele eingesetzt ist, gewonnen worden. Locker und sicher spielte und sang sie sich mit einem schön timbrierten Koloratursopran durch den Abend.

      Der Prinz Orlofsky von Elisabeth Kuhlmann ist inzwischen bereits mit dem Couplet „Ich lade gern mir Gäste ein“ zur Legende geworden. Warum sie aber dieses Paradestück so extrem aufreizend vorgetragen hatte, war der Wirkung ihrer sonstigen Leistung abträglich.

      Den Gefängnisdirektor Frank bietet der Wiener Bariton Michael Kraus mit dem Charisma eines Lebemanns, wobei er jedes getrunkene Glas Champagner nutzt, um über die recht enge Bühne zu poltern.

      Angenehm überraschte auch der Doktor Falke des Haus-Bariton Sebastian Wartig mit seinem Einstieg zum Chorwalzer „Brüderlein und Schwesterlein…“.

      Als Ida und Dr. Blind fügten sich die Mitglieder des Jungen Ensembles der Semperoper Tahnee Niboro recht ordentlich bzw. mit Abstrichen Beomjin Kim in die Sängergruppe ein.

      Die schwierigste Aufgabe hatte unter den Bedingungen der Fernsehaufzeichnung in der halbszenischen Aufführung Franz Welser-Möst zu bewältigen, obwohl ihm das präzis auf kleinste Ansagen reagierende Orchester seinen Part erleichterte.

      Der von Cornelius Volke bestens vorbereitete Chor agierte als Orlofskys Festgesellschaft auf einem Podest hinter dem Orchester, so dass die Solisten im Regelfall hinter den Musikers auftraten und sich durch eine Gasse zur Rampe nach vorn bewegen mussten. Damit gerieten sie aus dem Blickbereich des Dirigenten.

      Da alle Beteiligten ausgewiesene Profis sind, waren allerdings merkbaren Verständigungsprobleme zwischen Gesang und Orchesterbegleitung nicht erkennbar und das Zusammenwirken perfekt.

      Bei allen begeisterten Ovationen erreichte der geniale Schwung der Musik das Publikum nur begrenzt, letztlich fehlte im Saal die eigentlich erforderliche lockere Stimmung.
      Eventuell hat das ZDF mit dem Publikum des Konzertes am heutigen Abend mehr Glück.
      Immernin stehen den Technikern drei Aufzeichnungen für einen sendefähigen Zusammenschnitt zur Verfügung.

      Sendetermin ist der 30. Dezember 2018 22 Uhr10 im ZDF.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von thomathi ()

    • thomathi schrieb:




      Bei allen begeisterten Ovationen erreichte der geniale Schwung der Musik das Publikum nur begrenzt, letztlich fehlte im Saal die eigentlich erforderliche lockere Stimmung.
      Eventuell hat das ZDF mit dem Publikum des Konzertes am heutigen Abend mehr Glück.
      Immernin stehen den Technikern drei Aufzeichnungen für einen sendefähigen Zusammenschnitt zur Verfügung.

      Sendetermin ist der 30. Dezember 2018 22 Uhr10 im ZDF.
      Das Publikum wurde schon erreicht, was aber die Stimmung etwas beeinträchtigte waren die Auftritte der Kameramänner mit tragbarerer Kamera einschließlich der Kabelträger, die sich in Front der Protagonisten aufstellten, so dass diese nicht gesehen werden konnten, wie auch die große Schwenkkamera aus dem 1.Rang, die sich in die Mitte des Bühnenausschnittes bewegte wie auch der "schwebenden" Kamera in Hintergrund der Bühne, die sich wie ein Ufo hin und her, hoch und runter bewegte. So etwas lenkt ab, wenn auch nicht absichtlich. Eigentlich sollte das Publikum für diese Störungen einen ermäßigten Eintrittspreis zahlen müssen, wenn nicht sogar eine Gage als teilnehmende Statisten, die das Publikum geben. Aber alles das wird das Fernsehpublikum sicher nicht stören.
    • ira schrieb:

      thomathi schrieb:

      Warum er seine schöne Introduktion gar so entfernt, kaum hörbar singen musste, blieb allerdings unklar.
      Unklar ist das nicht. Er singt ja der Handlung entsprechend von draußen. Sozusagen "Draußen vor der Tür." ;)
      Bei der TV-Aufzeichnung war ein Mikro im Spiel.

      Überhaupt fand ich, dass die Tontechniker eine hervorragende Arbeit geleistet haben, zumal beim Besuch der Konzerte die Kameratechnik ordentlich nervte und die Klangentfaltung im Raum außergewöhnlich von der Platzwahl abhängig war.
      Auch hatte das ZDF Glück mit dem Publikum der dritten Aufzeichnung. Es war im Finale doch recht aufgeschlossen.
      Eine kleine Panne: Irgenwer hatte sich mit der Zahl der Final-Champagnergläser vergriffen, so dass dem Maestro nur die Flasche blieb.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von thomathi ()

    • Als Fernsehpublikum wollte man zunächst einmal zu mindestens einer der Stativkameras durchrufen: Am rechten Griff müßte so ein Rad sein, da kann man Schärfe einstellen!! Will die Unitel da wenigstens aus den Isos noch was basteln oder einfach diesen Murks auf die Scheibe klatschen, die sie ja sicher wieder rausbringen werden?

      Weiter konnte man sich als Fernsehzuschauer daran erfreuen, wie die Steadicam (also das hart am Abgrund entlang herumgeschleppte Ding; hatten die da wirklich ein Kabel genommen??) immer wieder angespielt wurde. Sollte das so nicht unbedingt erwünscht gewesen sein, dann war es halt die völlig berechtigte Rache der Sänger dafür, wie penetrant ihnen da auf die Pelle gerückt wurde.

      Und das Ufo: Aber das ist doch so schön, wenn's immer wieder rund um die Leuchter des Orchesterzimmers geht. Wie Summsi, die Sch***hausfliege, um die reife Birne. Außerdem konnte man so das Werk des nicht weiter von gutem Geschmack belasteten Lichtdesigners noch besser in Szene setzen.

      Was soll man auch weiter dazu sagen (außer: ach, wen haben wir denn da, Anwärterin zur Übernahme ins Festengagement ab der nächsten Spielzeit? aber das ist was für einen gewissen harten Kern)? Das ist halt ein Fernsehevent, wie sicher auch Fabio Luisi bestätigen kann – oh. Die Stichwortkarten im Design der ZDF-Sendung, die für die Ansagen verwendet wurden, sprachen da wirklich Bände.
    • Dr. Schoen schrieb:


      Weiter konnte man sich als Fernsehzuschauer daran erfreuen, wie die Steadicam (also das hart am Abgrund entlang herumgeschleppte Ding; hatten die da wirklich ein Kabel genommen??) immer wieder angespielt wurde. Sollte das so nicht unbedingt erwünscht gewesen sein, dann war es halt die völlig berechtigte Rache der Sänger dafür, wie penetrant ihnen da auf die Pelle gerückt wurde.
      Da gab es kein Kabel. Zwei kräftige Herren tasteten sich mit eingeknickten Knien entlang der Rampe. Der erste hatte seinen rechts unten angebrachten Bildschirm im Blick und der zweite sortierte irgendwelche Papiere und war mit einem Kaugummi beschäftigt.
      Im Publikum gab es schon Wettangebote, ob ihr Rückwärtsgang gelingt oder ob zumindest einer mal abstürzt.