"Ariadne auf Naxos"- Neuinszenierung von David Hermann

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    • "Ariadne auf Naxos"- Neuinszenierung von David Hermann

      Nicht wenige Opernfreunde schätzen die Kammeroper „Ariadne auf Naxos“ als das schönste und vor allem das gelungenste Bühnenwerk des Richard Strauss. Wenn dann noch David Hermann eine klare und direkte Inszenierung mit ausgefeilter Personenregie und raffinierten Verbindungslinien zwischen den heterogenen Teilen der Oper beisteuert, dann sind alle Voraussetzungen für einen gelungenen Premieren-Abend gegeben.

      Mit dieser Verbindung aus musikalischer Komödie und „richtiger“ Oper, dem Gemenge aus Kunst und „wahrem Künstler-„ Leben bietet Hermann einen Cocktail aus mehreren Stilformen: Das Vorspiel als konkrete witzige dramatische Komödie mit scharfen Pointen. Dabei hatte David Hermann eine Anleihe bei Michael Frayn aufgenommen:

      An der Wand eines kahlen Ganges sind drei Türen angeordnet, die sich ständig öffnen und schließen. Und jedes Mal, wenn sich eine der Türen öffnet, passiert auch etwas, gibt es eine Überraschung.

      Gleichsam im Stil des „nackten Wahnsinns“ wird mit derber Komik die Tragik des Geschehens vorangetrieben.

      In der Oper trifft dann die etwas oberflächliche Welt der Zerbinetta auf die leidenschaftliche spritzig-schwitzende griechische Tragödie der Ariadne.

      Todesangst und Todessehnsucht stehen gegenüber und versuchen mit einem opulenten, der Tragik der Situation eigentlich wiedersprechenden musikalischen Rokoko-Gemälde eine Annäherung.

      Das Bühnenbild von Paul Zoller und die Kostüme von Michaela Barth stützen das Konzept der komplexen Umsetzung des Librettos des Hugo von Hofmannsthal in die Musik von Richard Strauss.

      Unterhaltsam und überraschend, wie die recht kleine Besetzung der Staatskapellen-Musiker unter Leitung Christian Thielemanns die Orchesterklänge opulent verströmen ließ, pointiert und schlank, aber immer Sänger-freundlich. Die Musiker folgten dem Dirigenten vom ersten Ton der Ouvertüre hingebungsvoll mit dem durchsichtigen und geschmeidigem Dresdner Klang.

      Dabei nahm sich der Musikalische Leiter ausreichend Zeit, um jede Nuance der Komposition auszukosten, jede Silbe, jede Kleinigkeit des Textes verwandelte sich in Klänge und gab damit der exquisiten Sängerbesetzung ein stabiles Gerüst.

      Als Primadonna brillierte mit makellosem Deutsch die Bulgarische Sopranistin Krassimira Stoyanova. Eine der prachtvollsten Sopranstimmen unserer Zeit gab der Titelrolle ein vokales und darstellerisch kräftiges Profil. Die grandiose Kombination von Klangkultur und Gestaltungsvermögen machte den Premierenabend zu einem unvergesslichen Abend.

      Gegenüber diesem Schwergewicht konnte der Bacchus von Stephen Gould mit seinem heldisch inzwischen etwas schwerer gewordenen Tenor mühelos insbesondere in den lyrischen Passagen bestehen und sich dem belkantesken Anspruch der Sopranistin anpassen.

      Dass Daniela Fally mit ihrem immensen Bühnentemperament und ihrer tollen Koloraturstimme eine außergewöhnliche Zerbinetta bieten kann, ist spätestens seit der Wiener Bechtolf-Inszenierung bekannt. Ohne diese ihre hervorragenden Möglichkeiten zu vernachlässigen, wurde ihr Temperament von der Regie stilisiert und schlüssig zur Entwicklung ihrer Nachdenklichkeit geführt.

      Der idealistische Komponist war von der klangprächtigen Mezzosopranistin Daniela Sindram, abseits von oft kabarettistischen Ausdeutungen, als symphatische und leidenschaftliche Person geboten.

      Eine Überraschung war, dass der Haushofmeister am Premierenabend vom Intendanten des Skala Alexander Pereira übernommen worden war.

      Das Trio , das die Trauer der Ariadne und die Ankunft des Gottes auf Naxos kommentiert, war mit den Sopranistinnen Evelin Novak (Najade), Tuuli Takala (Echo) und der Altistin Simone Schröder (Dryade) stimmlich sowie darstellerisch sehr ordentlich aufeinander abgestimmt , so dass ihre Passagen eindringlich, gefühlvoll vom Orchester unterstützt, gestaltet worden waren.

      Albert Dohmen gefiel vor allem mit seiner Bühnenpräsenz als Musiklehrer.

      Mit schönen Höhen gefiel der Harlekin des Österreicher Bariton Rafael Fingerlos. Nach mehrfachen Gastauftritten an der Wiener Staatsoper bestritt der mexikanische Tenor Carlos Osuna mit der Partie des Scaramuccio sein Hausdebüt an der Semperoper. Der Bassist Torben Jürgens, ansonsten seit Saisonbeginn als Don Fernando im Fidelio eingesetzt, hatte die Partie des Truffaldin übernommen.

      In den weiteren Rollen demonstrierten Sänger aus dem Ensemble und dem Jungen Ensemble der Semperoper die Leistungsfähigkeit der Haussänger: Der amerikanischeTenor Aaron Pegram, seit 2009 im Haus und in der bisherigen Inszenierung als Brighella, nunmehr als Tanzmeister eingesetzt;der Tenor Joseph Dennis als neuer Brighella; der tschechische Bariton Jiři Rajniš (seit 2017 im Jungen Ensemble) als Perückenmacher; der koreanische Tenor Beomjin Kim (seit 2018 im Jungen Ensemble)als Offizier und der Bariton Bernhard Hansky (2017/18 im Ensemble) als Lakai.

      Die Regie wäre unvollkommen, wenn sie das Publikum mit diesem Klangrausch entlassen würde: Bereits vor dem Beginn der Vorstellung waren hinter dem ersten Rang die Besucher von einer hochmütigenTischgesellschaft inclusive Tafelmusik empfangen worden. Und diese „Mäzen- Gesellschaft“ zerstörte mit ihrem Huschen über die Bühne in den letzten Takten der Musik, führte zur Selbstreflexion der Schöpfer der Oper zurück und zwingt damit zu einem nachdenklichen Schluss.

      Eine gelungene, schlüssige Regiearbeit von David Hermann und eine durchweg gelungene Aufführung mit Gesang und Orchestermusik auf höchstem Niveau. Der frenetische langanhaltende Beifall bestätigte die Besonderheit des Abends.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von thomathi ()

    • Eine erste Kritik von MDR-Kultur






      Mit einer Starbesetzung wollte die Semperoper Dresden bei der Premiere von "Ariadne auf Naxos" glänzen. Richard Strauss gilt immerhin als Hausgott und Dirigent Christian Thielemann als kongenialer Interpret. MDR KULTUR-Kritiker Uwe Friedrich lobt denn auch die musikalische Seite über alle Maßen, doch die Inszenierung der Geschichte um Liebe, Tod und Verwandlung setzt zu sehr auf simple Pointen, findet er.

      DR KULTUR: Es geht um Theater auf dem Theater, um einen reichen Mann in Wien, der befiehlt, dass eine Komödie und eine Tragödie durcheinander aufgeführt werden sollen, um Liebe, Tod und Verwandlung. Die Handlung gilt als einigermaßen verworren, da muss ein Regisseur für Ordnung sorgen. Was macht nun David Hermann an der Dresdner Semperoper aus der Geschichte?

      Uwe Friedrich: Er trennt die Bestandteile - gemeinsam mit seinem Bühnenbildner Paul Zoller. Im Vorspiel sehen wir drei Garderobentüren, einen Flur, aus dem dann die Protagonisten von Oper und Commedia dell'Arte immer mal wieder kommen, um vorne an der Rampe miteinander zu streiten: Der Komponist ist verzweifelt, weil er sein Werk noch mal umarbeiten und stark kürzen muss ... Immer wenn die Türen aufgehen, öffnet sich dahinter ein anderer Raum. Das ist eine sehr charmante Idee. Da sieht man zum Beispiel die Dusche des Tenors. Da sieht man ein Kühlhaus, in dem der Komponist vermeintlich den Freitod sucht. Da sieht man auch schon mal mit einem Blick die wüste Insel, die für den zweiten Teil der Oper aufgebaut ist.

      Auch hier werden die Sphären streng getrennt voneinander, einmal in die heitere Welt der Zerbinetta - das ist so ein Rokoko-Idyll mit Fragonard-Schaukel und Figuren wie Watteaus Pierrot. Also es wird ein bisschen in die Kunstgeschichte geguckt links auf der Bühne. Rechts auf der Bühne aber ist es schwarz - und eine Treppe wird von den Gehilfinnen der Ariadne -Najade, Dryade und Echo - zwanghaft geschrubbt. Da denkt natürlich der geübte Operngänger, der Strauss- und Hugo von Hoffmannsthal-Fan sofort an "Elektra" - und hier sind wir beim echten Problem des Abends: Es wird wild assoziiert durch die Mythen, durch die Stoffe. Und Regisseur David Hermann geht immer auf die simple Lösung, im ersten Teil auf die simple Pointe: Der Friseur ist natürlich schwul und ziemlich tuntig. Er trägt einen ziemlich bescheuerten Irokesen-Schnitt. Der Tenor kommt selbstverständlich im offenen Bademantel aus der Dusche. Und im zweiten Teil schleppt dann Ariadne auch noch das Beil über die Bühne, das Elektra ihrem Bruder Orest nicht geben konnte.

      Das ist alles nicht ganz zu Ende gedacht und am Ende doch ein bisschen simpel. Denn in dieser Oper geht es ja darum, dass sich die Sphären vermischen, dass was Neues passiert, auf einer so streng getrennten Bühne ist das nicht möglich. Es wird auch verblüffend wenig gespielt unter den Protagonisten und dann muss ich sagen - ich liebe diese Oper heiß und innig - szenisch zieht es sich dann doch ein bisschen. Das Finale wirkt etwas angeklebt.

      Das klingt so, als würde sich David Hermann assoziationsreich einmal quer durch den Mythengarten pflügen. Also gar keine neuen Erkenntnisse auf der Bühne?

      Kurze Antwort: Nein, das ist wirklich schade, weil das Interessante eigentlich ist, wie sich die Figuren entwickeln, wie sie zueinanderstehen. Er bringt so ein paar Ideenansätze, würde ich mal sagen, das etwa der Komponist, der scheinbar den Freitod gesucht hat, dann im zweiten Teil doch wieder auftaucht - der hat sich mit Zerbinetta ja ein wenig ausgesöhnt, vielleicht ein Techtelmechtel begonnen: Also während der Oper kommt er mit der Partitur noch einmal auf die Bühne und ist dann doch recht zufrieden, was da passiert. Aber was in der Todeserwartung der Ariadne passiert, wenn Bacchus kommt - und sie stirbt dann doch nicht - da passiert musikalisch eine Menge, das ist musikalisch ganz großartig gemacht, aber szenisch ist das nicht wirklich beglaubigt.

      Die Partien der Ariadne, des Bacchus und der Zerbinetta sind mörderisch anspruchsvoll. Kann die Dresdner Besetzung überzeugen?

      Im Prinzip schon, mit dem kleinen Abstrich, dass ich meine, eine Premieren-Nervosität gespürt zu haben. Stephen Gould ist sicher der erfahrenste Bacchus, den man im Moment haben kann. Er singt das unglaublich souverän. Auch mit der nötigen Kraft auch bis zum Ende hin, dieses lange Finale, wo beide noch mal richtig ranmüssen. Und auch Krassimira Stoyanova findet diese sowohl leisen, todessehnsüchtigen Klänge als auch dann den auftrumpfenden Gestus im Finale. Und Daniela Fally präsentiert auch die Kolloraturen zum großen Vergnügen des Dresdner Publikums. Ihnen allen fehlt nach meiner Einschätzung die allerletzte Freiheit, die großen Töne noch mal richtig in den Saal fluten zu lassen. das mag Premierennervosität gewesen sein, das kann sich ändern in den nächsten Aufführungen.

      Also ganz klar: Das kann er wie kaum ein anderer: Diese Mischungen in dieser wunderbaren Partitur des eigentlich kleinen Orchesters, das groß aufrauscht. Dass die Klänge aufeinander abgestimmt sind. Hinreißend. Andererseits ist Christian Thielemann auch jemand, der immer die absolute Kontrolle haben möchte und dadurch wirkt das Ganze sehr kontrolliert, ziemlich kühl und glatt. Wenn er allen - auf der Bühne als auch im Graben - einen Tick mehr Freiheit gönnen würde, dann könnten die Sänger auch richtig Luft unter die Flügel kriegen und mit den großen Tönen fliegen. Sie müssten nicht immer gucken, ob er immer noch da ist. Das war nämlich ein ganz interessantes Phänomen, dass alle immer wieder auf den Dirigenten schauten, als bestünde die Gefahr, dass Christian Thielemann türmt. Aber natürlich ist er bis zum Schluss gebleiben und es war ein Triumph.
    • Leider wieder mal nur SZPlus:

      Alle verwandeln sich
      Wunder über Wunder: Christian Thielemann dirigiert die Strauss-Oper "Ariadne auf Naxos" in Dresden

      von Wolfgang Schreiber

      "Dresden leuchtet anders als München, historienbewußter, beispielsweise jetzt mit dem "Striezelmarkt" - so nennt sich Deutschlands ältester und, wenn die Statistik stimmt, Dresdens 584. Weihnachtsmarkt."

      "Alexander Pereira, Intendant der Mailänder Scala, tritt als Überraschungsgast auf"

      "So intuitiv durchgefühlt hört man Dynamik und Tempo-Übergänge wie hier selten. Und suggestive Wirkung erzielt der Dirigent durch seinen halluzinatorischen Sinn für Klangportionen, sein Ohr und Blick, diese durch und durch nervöse Musik zu sich selbst kommen zu lassen, warten zu können auf die Ruhemomente, auf die Auf- und Ausbrüche."

      sueddeutsche.de/kultur/klassik…ch-1.4237177?reduced=true
    • Das war schon ein sehr großer Abend, zumindest musikalisch. Auch die Inszenierung war über weite Strecken sehr gut, endete allerdings etwas unerwartet mit dem aus meiner Sicht verzichtbaren Gag, dass kurz vor Vorhangschluss 7 Statisten/ Statistinnen als Vertretung "der besseren Gesellschaft" den Bühnenrand entlangliefen und Selfies mit ihren Handys machten, was so nichtssagenden und überflüssig war, wie Hühneraugen. Ich kann es einfach nicht verstehen, wie man seine an sich gute bis sehr gute Inszenierung durch solche Mätzchen wieder trivialisiert. Haben die Regisseurinnen und Regisseure den Angst, sie würden ihren Berufsstand verraten, wenn sie auf solchen Unfug verzichten?
    • parlando schrieb:

      Das war schon ein sehr großer Abend, zumindest musikalisch. Auch die Inszenierung war über weite Strecken sehr gut, endete allerdings etwas unerwartet mit dem aus meiner Sicht verzichtbaren Gag, dass kurz vor Vorhangschluss 7 Statisten/ Statistinnen als Vertretung "der besseren Gesellschaft" den Bühnenrand entlangliefen und Selfies mit ihren Handys machten, was so nichtssagenden und überflüssig war, wie Hühneraugen. Ich kann es einfach nicht verstehen, wie man seine an sich gute bis sehr gute Inszenierung durch solche Mätzchen wieder trivialisiert. Haben die Regisseurinnen und Regisseure den Angst, sie würden ihren Berufsstand verraten, wenn sie auf solchen Unfug verzichten?
      Man kann da durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Für mich war dieser Husch über die Bühne, die Möglichkeit, sich nicht vom Klangteppich vereinnahmen lassen. Letztlich wird doch gern vergessen, dass die Ariadne eigentlich eine Kritik an der Kulturpolitik und des Mäzenentum darstellt.Das hatte mir auch am Vorspiel so gefallen, dass hier mit Entsetzen Scherz getrieben worden war.
      Über diese "Rahmenhandlung" hatte es auch im Hause Diskussionen gegeben und auch der Musikalische Leiter hatte erst nach anfänglichen Zögern dem David Hermann seine Zustimmung gegeben.
      Der Bruch am Ende der Vorstellung war nur das Ausrufezeichen, nachdem auf der Rennbahn hinter dem Mittelrang vor dem Vorspiel und vor der Oper die Installation der blasierten Gesellschaft aufgebaut war.
      Als relativ neuer Bürger der Stadt muss ich berichten, dass die Karikatur noch immer aktuell ist!
    • parlando schrieb:

      thomathi schrieb:

      Man kann da durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Für mich war dieser Husch über die Bühne, die Möglichkeit, sich nicht vom Klangteppich vereinnahmen lassen.
      Was verstehen Sie denn darunter, sich vom Klangteppich nicht vereinnahmen zu lassen? Das ist doch nichts anderes als ein "coitus interruptus", das wäre aber sehr bedauerlich!
      Um in ihrem Bild zu bleiben, das wäre der Fall, wenn C.T. die Musiker zu irgen welchen Fisimatenten gebracht hätte. So aber konnte die Musik zum rauschhaften Orgasmus ausklingen, aber das Geschehen doch noch auf das Anliegen der Schöpfer zurück geführt werden.
      Da fehlt mir aber das Fachwissen, um eine Parallele zu den Sexualpraktiken herzustellen.
    • ira schrieb:

      Leider wieder mal nur SZPlus:

      Alle verwandeln sich
      Wunder über Wunder: Christian Thielemann dirigiert die Strauss-Oper "Ariadne auf Naxos" in Dresden

      von Wolfgang Schreiber

      "Dresden leuchtet anders als München, historienbewußter, beispielsweise jetzt mit dem "Striezelmarkt" - so nennt sich Deutschlands ältester und, wenn die Statistik stimmt, Dresdens 584. Weihnachtsmarkt."

      "Alexander Pereira, Intendant der Mailänder Scala, tritt als Überraschungsgast auf"

      "So intuitiv durchgefühlt hört man Dynamik und Tempo-Übergänge wie hier selten. Und suggestive Wirkung erzielt der Dirigent durch seinen halluzinatorischen Sinn für Klangportionen, sein Ohr und Blick, diese durch und durch nervöse Musik zu sich selbst kommen zu lassen, warten zu können auf die Ruhemomente, auf die Auf- und Ausbrüche."

      sueddeutsche.de/kultur/klassik…ch-1.4237177?reduced=true
      Eine meinen Eindrücken fast vollständig entsprechende Kritik.
      Aber warum konnte Herr Schreiber keinen Dresden-Beitrag schreiben, ohne mit der Pegida-Deichsel am Hoftor der Stadt hängen zu bleiben?
      Die Pegida spielt in der DD-Öffentlichkeit kaum noch eine Rolle und wird nur noch wegen ihrer überbortenden Tontechnik und der Demo-Gäste aus dem weiteren Umland wahrgenommen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von thomathi ()

    • Und noch eine Kritik:

      "Ariadne auf Naxos" in Dresden: Christian Thielemann führt die Sächsische Staatskapelle in einer energetischen Linie und schafft einen Klangrausch
      Durch kräftige, unverkitschte Bilder gelingt eine eindrucksvolle Darstellung der verschiedenen Welten: Bonbonfarbenes Rokoko trifft auf die düstere Welt der griechischen Tragödie und ist umrahmt von einer spitzen Satire über die aalglatte Finanzwelt. Die Dresdner Inszenierung wird Richard Strauss und seinem Librettisten Hugo von Hofmannsthal gerecht. Doch der magische Schlüsselmoment, Ariadnes Wandlung, verblasst.
      Die Neuproduktion von Richard Strauss“ „Ariadne auf Naxos“ zeichnet sich durch klare Bilder und musikalische Präzision aus. Die Inszenierung bildet eine Einheit. Besonders das fein nuancierte Zusammenwirken zwischen Orchestergraben und Bühne sowie die hohe Schauspielkunst der Darsteller begeistern.
      Pauline Lehmann berichtet aus der Semperoper Dresden.
      klassik-begeistert.de/richard-…miere-semperoper-dresden/
    • Neu

      Ich habe meinen Ausflug nach Dresden nicht bereut. Die doch recht unterschiedlich aufgenommene Inszenierung fand ich gefällig im positiven Sinn. Handwerklich mangelhaft finde ich allerdings, dass das, was hinter den Türen im Vorspiel zu sehen ist, nur den Zuschauern vorbehalten ist, die in der Mitte sitzen. Trotz der insgesamt hervorragenden Besetzung war es erneut ein Wunder Thielemann. Bei ihm gibt es nicht eine unwichtige Note. Wie er die gesamte Partitur zum Blühen bringt, ist schlichtweg phänomenal. Die Sänger werden von ihm praktisch auf Händen getragen. Ob es für die Sänger eine Einschränkung in ihrer Freiheit bedeutet, wie ich irgendwo gelesen habe, können diese wohl nur selbst beantworten und nicht ein Kritiker. Krassimira Stoyanova, eine von mir besonders geschätzte Sopranistin, habe ich zum ersten Mal im deutschen Fach erlebt. Ihr Vortrag war von außerordentlicher Qualität. Erstaunlicherweise schien ihr die Ariadne weniger Mühe als manche Verdi-Partie zu bereiten. Wenn es etwas zu mäkeln gibt, dann vielleicht, dass die großen Bögen bei ihr gefehlt haben. Ansonsten dürfte es schwer sein derzeit eine vergleichbare Ariadne zu finden (vielleicht Lise Davidsen). Stephen Gould sang den Bacchus erwartet souverän und ist natürlich allererste Wahl. An einer Stelle war er mal ungünstig positioniert, so dass sein mächtiger Gesang geschmälert wurde. Daniela Sindram ist für mich ebenfalls eine Traumbesetzung und stimmlich in den besten Jahren. Als Sophie fand ich Daniel Fally vor einigen Jahren noch ein wenig dünn. Als Zerbinetta bot auch sie eine herausragende Leistung. Ist die Zerbinetta schlecht, ist die ganze Szene eine ziemliche Prüfung. Bei Daniel Fally hat mir praktisch der Atem gestockt. Großartig! Alfred Dohmen konnte zwar nicht mit dem Niveau der anderen Protagonisten mithalten, war aber dennoch eine adäquate Besetzung als Musiklehrer. In den weiteren Rollen fiel insbesondere Rafael Fingerlos als Harlekin sehr positiv auf. Auch Aaron Pegram gefiel mir gut als Tanzmeister.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kapellmeister Storch ()