Mahler-Festival 2021

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    • Mahler-Festival 2021

      Das Gewandhaus geht es noch einmal an: der ganze Mahler in zwölf Tagen (Nelsons, Petrenko, Gergiev, Harding, Luisi, Rattle). Nachdem ich Nelsons gestern mit der 2., einem brillianten MDR-Chor und den Philharmonikern erleben durfte, freue ich mich noch mehr: Unter seiner Leitung werden 2 & 8 sicher nicht solche brachial lauten Veranstaltungen wie seinerzeit unter Chailly. (Es war ein unfassbares Piano, dass gestern der Chor zu "Auferstehen, ja auferstehen ..." zelibrieren durfte. Nelsons ließ den Chor in dieser Passage noch im Sitzen extrem zart singen, bis er dann zum "Was entstanden ist, das muss vergehen" ... aufstand

      gewandhausorchester.de/spielpl…festival-2021-in-leipzig/

      Muss man hier alles nicht posten,weil jeder selber Internet hat, was ich aber wirklich krass finde: Das Festival steigt vom 13. bis 24. Mai 2021, der Kartenvorverkauf beginnt zwei (!) Jahre vorher, im Mai 2019. Vielleicht wäre es ein neues Geschäftsmodell, die Karten für das doch recht betagte Konzertpublikum gleich mit einer Sterbeversicherung zu koppeln?

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    • ira schrieb:

      Pauschalisierungen sind immer falsch.
      Das lernt man ja eigentlich in der Schule.

      Aus meiner Sicht geht die Diskussion ja auch in die falsche Richtung: Die Frage ist ja nicht, wer sich den Erwerb der Tickets in Vorverkauf bereits jetzt finanziell leisten kann und wer nicht, sondern vielmehr die Frage, ob der Veranstalter so dringend ein zinsloses Darlehn von interessierten Konzertbesuchern benötigt, oder ob der Veranstalter der Auffassung ist, dass hier ein so singuläres Musikereignis annonciert wird, dass der vorzeitige Erwerb von Tickets dringend angezeigt ist. Das wäre aus meiner Sicht bei aller Wertschätzung der Durchführenden echte Hybris!

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    • parlando schrieb:

      ira schrieb:

      Pauschalisierungen sind immer falsch.
      Das lernt man ja eigentlich in der Schule.
      Pauschalierungen (und Vorurteile) mögen ja falsch sein. Aber ohne sie geht es nicht, wenn sich nicht nur Experten äußern dürfen. Und die sind sich auch nicht immer einig (im Asterix-Band „Der Seher“ heißt es über Ärzte, dass sie im Dutzend mörderischer sind als ein Rudel Wölfe). Entweder schweigen wir mit Wittgenstein („Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“) und äußern uns nur über Einzelfälle aus eigener Anschauung oder wir machen von unserem Pseudohalbwissen („Pauschalierungen und Vorurteilen“) produktiven Gebrauch.
    • Allerdings werden mit den sozialen Gruppen "Studenten" und "Rentner" Teile unserer Gesellschaft beispielhaft herangezogen, um den Sinn des vorzeitigen Kartenerwerb für dieses in der Galaxie nicht mehr wieder zu erlebende Ereignis in Zweifel zu ziehen, weil unter der Anwendung von Vorurteilen vielleicht unterstellt wurde, dass Vertretet dieser Sozialgruppen wegen der unterstellten Finanzellen Leistungsfähigkeit kaum zur Zielklientel des Veranstalters zählen können. Also sind solche Vorurteile nur missverständlich! ^^
    • Vielleicht klären wir erst mal die Begriffe.
      Reden wir hier von Lohnsteuer?

      Buchpruefer schrieb:

      Pauschalierungen
      wirtschaftslexikon.gabler.de/d…rung-der-lohnsteuer-46537

      Liegt natürlich dem Buchprüfer nahe... ;)

      Oder von

      ira schrieb:

      Pauschalisierungen
      Vereinfachend eine Eigenschaft einer ganzen Gruppe von Personen oder Objekten zuschreiben

      wortbedeutung.info/pauschalisieren/
    • Also nochmal: ich freue mich wahnsinnig auf das Festival, bin auch noch kein Rentner, aber selbständig. Und ich kann zumindest davon ausgehen, im Mai 2021 auch frei nehmen zu können. Was ich mit meinem Einwurf, ein VVK zwei Jahre vor Beginn ist doch etwas aus der Art gefallen, sagen wollte: die Zielgruppe eines solchen VVK können nur Rentner und Arbeitslose ( :P ) sein. Kein abhängig beschäftigter Normalbürger wird dieses Geld in die Hand nehmen, wenn er nicht im Ansatz weiß, wo und unter welchen Umständen er 2021 unterwegs sein wird. Da muss ein genehmigter Urlaub vorliegen, bei jungen Leuten können Kinder das Leben umkrempeln, es hat überhaupt nichts mit Pauschalisierungen zu tun: hier können nur Rentner im VVK zuschlagen. Das ist auch nicht schlimm, und denen, die mir nun wie Ira klischeehaftes Denken vorwerfen, kann ich nun nur sagen: was ist das Klischee? Und was haben Sie gegen Rentner?
      Das Gegenbeispiel von merkwürdigen VVK-Zeiten ist doch Bayreuth - hier kommen wir, aufgrund der Kurzfristigkeit, zur selben Überalterung: wenn ich im Februar/März erst Karten kaufen kann, ist dies für junge Menschen mit Kind auch nahezu unmöglich: der Sommerurlaub ist bis dahin gebucht. Punkt, da kann ich nicht mal ne Woche weg, oder ich schwimme so im Geld, dass ich kurzfristig Betreuung buchen kann. Aber dann müssen sie im Sommer auch erstmal noch jemanden bekommen ...
      So, und zuguter Letzt, Parlando: Sie werden Studenten beim Mahlerfestival mit der Lupe suchen müssen. Dies hängt auch mit dem Saal zusammen: es gibt in Leipzig keine Stehplätze, und bei der 8. wird der Chor wohl die eigentlichen Billigplätze auf der Orgelempore füllen.
      Und Ira, weil Sie die Situation vor Ort hier nicht kennen: wenn ich mit Mitte 50 die Konzerte besuche, habe ich jedesmal den Eindruck, den Alterdurchschnitt deutlich zu senken. Sehr deutlich.

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    • opernwahn schrieb:

      Und was haben Sie gegen Rentner?
      Nichts. Ich bin selber einer.

      Was Sie oben schreiben, liest sich jetzt allerdings etwas anders. Daß Rentner über ihre Zeit besser verfügen können, versteht sich von selber.

      In Beitrag Nr. 3 suggerieren Sie allerdings die schier unbegrenzten finanziellen Kapazitäten der Senioren:

      opernwahn schrieb:

      spricht halt eher für Senioren, die mal locker im nächsten Jahr einen Tausender in ihre Zukunft investieren können
      Das nenne ich Pauschalisierung. Von Klischee habe ich nichts geschrieben.
    • opernwahn schrieb:



      So, und zuguter Letzt, Parlando: Sie werden Studenten beim Mahlerfestival mit der Lupe suchen müssen. Dies hängt auch mit dem Saal zusammen: es gibt in Leipzig keine Stehplätze, und bei der 8. wird der Chor wohl die eigentlichen Billigplätze auf der Orgelempore füllen.
      Und Ira, weil Sie die Situation vor Ort hier nicht kennen: wenn ich mit Mitte 50 die Konzerte besuche, habe ich jedesmal den Eindruck, den Alterdurchschnitt deutlich zu senken. Sehr deutlich.
      Das stimmt so nicht unbedingt. In Städten mit Uni oder Musikhochschule ist ein doch erheblicher Anteil von Studenten zu sehen, in der Berliner Philharmonie auf den Podiumsplätzen und den rückwärtigen und Seitenblöcken (oben) auf alle Fälle, in München sicher ebenso, auch in Dresden. Nun ist ja Mahler sicher nicht Jedermanns Geschmack, auch ich mag nicht alles gleich gerne hören, und ein Festival mit Mahler in Serie sicher erst recht nicht. Da werde ich wählerisch, unter Umständen auch sehr spontan. Und im Vorverkauf auf 2 Jahre vorab halte ich in jedem Fall für mutig, weil kein Mensch im Voraus soweit planen kann. Vielleicht Dirigenten, die ja planen müssen, aber das kann für mich persönlich nicht maßgebend sein.
    • opernwahn schrieb:

      Nachdem ich Nelsons gestern mit der 2., einem brillianten MDR-Chor und den Philharmonikern erleben durfte, freue ich mich noch mehr: Unter seiner Leitung werden 2 & 8 sicher nicht solche brachial lauten Veranstaltungen wie seinerzeit unter Chailly. (Es war ein unfassbares Piano, dass gestern der Chor zu "Auferstehen, ja auferstehen ..." zelibrieren durfte. Nelsons ließ den Chor in dieser Passage noch im Sitzen extrem zart singen, bis er dann zum "Was entstanden ist, das muss vergehen" ... aufstand

      Ich bin gestern Abend gewissermaßen "gespalten" aus der Philharmonie nach Hause gegangen. Ich fand den ersten Satz überhaupt nicht gut, für mich war das alles total aufgesetzt und ausgestellt, mit dem Holzhammer auf Effekt gemacht, ohne jegliche innere Notwendigkeit, Entwicklung, Binnenspannung (da war dann der Beifall nach dem ersten Satz fast folgerichtig, im Zirkus klatscht man ja auch nach den einzelnen Nummern). Und brachial war es nun stellenweise schon, so dass es momentweise auch drohte, in ein großes donnerndes Durcheinander (vor allem bei den Streichern) umzuschlagen. Nach einem dann eher behäbigen zweiten Satz und einem belanglosen Scherzo war der Einsatz von Gerhild Romberger mit dem „Röschen Rot“ dann aber so was wie der umgelegte Schalter – auf einmal war eine Spannung da, die Nelsons dann auch super bis zum Schluss durchhielt. Es war dann immer noch sehr effektvoll, aber auf einmal waren die Effekte trotzdem in einen Gesamtzusammenhang eingebunden, eben nicht mehr zirzensisch, sondern aus dem sinfonischen Verlauf heraus sinnvoll und logisch. Für den zweiten Teil hat sich der Besuch also mehr als gelohnt, und ich werde, trotz des ersten Teils und der langweiligen Mahler 3. im September mit Boston wohl Nelsons doch noch nicht abhaken.
      (Natürlich kann ich wie immer nicht ausschließen, dass das alles an mir lag, und sich in mir der Schalter umlegte – aber diese Auskunft ist eigentlich banal.)
    • Die Sprache war von Studenten, und es sollte mich wundern, wenn die anderen Städten in Mahler- Konzerte gehen, aber nicht in Leipzig gehen sollten, wo doch die Räumlichkeiten im Gewandhaus und der Berliner Philharmonie im Grunde von der Saalarchitektur doch sehr ähnlich sind und die Konzerte in Leipzig weniger kosten als in Berlin!

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