Komische Oper - La Bohème

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    • parlando schrieb:

      Operavision überträgt am Sonntag dem 27.01.2019 um 19:00 Uhr die Premiere von La Bohème in der Inszenierung von Barry Kosky. Nach der heutigen GP ist das Sehens- und vor allem hörenswert. Sehr überzeugender Schluss, sehr auf die heutige Zeit bezogen! Hat mir sehr gefallen.

      operavision.eu/en/coming-soon
      Aber da läuft doch das Handball-Finale .... hoffentlich singen die dann auch so schön ...
    • Alphonsine schrieb:

      Scheint aber leider Gottes immer mehr Usus zu werden, wenn man auf die Spielpläne der Häuser schaut, wer so alles Vitellia, Marie, Mimi, Salome, Sieglinde, Evchen & Co singt!
      Das liegt sicher auch daran, dass es heute einen höheren Anteil sehr guter osteuropäischer Sängerinnen gibt, die die Partien vom Alter überzeugend darstellen. können und das stimmliche Potential dazu haben, und wenn sie Glück haben auch rücksichtsvolle Dirigenten. In meiner Wahrnehmung wird allerdings ausgerechnet das Evchen häufig von Sängerinnen gesungen, die stimmlich nicht mehr wie eine Zwanzigjährige klingen. Aber vielleicht hat hier die Bayreuther Kosky-Inszenierung der Meistersinger die Maßstäbe etwas verschoben; hier passt das einfach zum Konzept.
      Zur Bohème zurück: Mchantaf ist absolut altersentsprechend besetzt und hat mich stimmlich restlos überzeugt. Die Bohème ist eine Oper der Jungen über die Jungen und das vermittelt die neue Inszenierung durch die Bank weg.

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    • Sie sprechen da etwas an, was ich voll bestätige. Es gibt eine Reihe junger Sängerinnen, die vor allem im schauspielerischen Bereich ihre großen Stärken haben und die Rollen wirklich glaubhaft zu Leben erwecken können. Die meisten machen dabei auch optisch was her. Das finde ich ja auch in Ordnung und verstehe, dass man als Operngänger dieses zu honorieren weiß, wenn einmal nicht die dickliche ältere Primadonna versucht, das junge Mädchen zu mimen.

      ABER...was mir nicht gefällt ist, dass sich beinah jede Soubrette oder leicht Lyrische zu höherem berufen fühlt. Warum nicht ein perfektes Ännchen geben, sondern gleich die Agathe haben wollen? Und dadurch, dass die Besetzungsbüros dieses auch noch fördern, verschieben sich die Stimmfachgrenzen immer weiter in die falsche Richtung. Das finde ich einfach sehr schade. Zumal der Frauentypus dieser Stimmen auch eher immer in Richtung niedlich-sexy-frech geht, denn in die elegantere-leicht melancholische der "wirklichen" tragischen Heldinnen mit adäquaten Stimmmaterial.

      Aber das ist meine ganz persönliche Meinung und dass die Geschmäcker hierbei immer verschieden bleiben, stelle ich ja nicht infrage.
    • Ich sehe das genauso, es sind ja auch genug Sänger_innen dabei auf der Strecke geblieben. Nun gibt es aber auch Sänger_innen, deren stimmliche Entwicklung erstaunlich ist und erstaunlich stabil: die prominenteste Vertreterin dürfte aus meiner Sicht Anna Netrebko sein, deren Stimme sich in den letzten Jahren deutlich zum Positiven verändert hat.
      Was die Mimi von Nadja Mchantaf angeht bin ich der Meinung, dass sie den Anforderungen der Rolle voll gerecht wird. Ihre Stimme ist gewachsen, die Mittellage ist nach meinem Geschmack sehr gut, die Registerwechsel sind mühelos, die Höhen werden nicht forciert und blühen schön auf. Es ist auch zu berücksichtigen, dass ein Haus wie die Komische Oper in Berlin von der Größe der Bühne und des Zuschauerraums solche Erweiterungen des Repertoirs gut ermöglichen kann, weil die Sänger_innen nicht gezwungen sind, zu forcieren. Warten wir ab, was der Sonntag bringt.
      Er bringt wohl eine Umbesetzung des Rodolfo; ich fürchte, Gerard Schneider ist erkrankt , er hat sich in der GP deutlich zurücknehmen müssen, was auch vorab angesagt wurde. Schöne Stimme, wie im Trailer der KOB zu hören.
    • ira schrieb:

      Die Tränen laufen - und trocknen schnell
      "La Bohème" steht weltweit auf Platz sieben der meistgespielten Opern. Intendant Barrie Kosky schaffte am Sonntag in der Komischen Oper eine gelungene Inzenierung - mit souveränem Dirigenten und einem hochmotivierten, jungen Ensemble.
      Die Aufführung, die Maria Ossowski nicht gefällt, muss erst noch erfunden werden.
      Ich würde mal sagen, das hier trifft es viel eher, was sich da in der Komischen Oper abgespielt hat:
      kulturradio.de/rezensionen/bue…per-Berlin-La-Boheme.html
    • Die Rezensionen von Kulturradio sind in letzter Zeit leider nicht sehr überzeugend, Newcomer werden hochgejubelt, Etablierte vom Schild geschubst. Ich fand den Abend sehr überzeugend, dass im 2. Akt Remidemi sein wird war zu erwarten, auch dass es keine Büdchen, Luftballons, Treppchen und Tierchen geben wird. Es wurde gut bis sehr gut gesungen und gespielt, eine spektakuläre Neudeutung war nicht zu erwarten, und das war gut so. Es kann sich ja jeder sein eigenes Bild von operavision machen, bis Juli d.J..