Edgar, Berliner Erstaufführung, 04.02.2019, Berliner Operngruppe

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    • Edgar, Berliner Erstaufführung, 04.02.2019, Berliner Operngruppe

      Was drei über die Grenzen der Stadt hinaus renommierte Opernhäuser nicht schaffen, das schafft die Berliner Operngruppe: nach u.a. der Deutschen Erstaufführung der Donizetti-Oper Betly und der Berliner Erstaufführung von Verdis Stiffelio war das diesjährige Projekt der Berliner Erstaufführung von Puccinis Edgar gewidmet. Die Oper ist so etwas wie das Stiefkind von Puccini, denn richtig glücklich ist er mit diesem Werk nie geworden. Nachdem seine Oper Nr. 2 bereits am 21.04.1889 in Mailand zur Uraufführung gekommen war, hat der Komponist Edgar mehrfach überarbeitet. Die von der Berliner Operngruppe aufgeführte, auf drei Akte gekürzte Fassung, ist am 08.07.1905 in Buenos Aires uraufgeführt worden.

      Edgar mag das bisher anspruchsvollste Projekt sein, dass sich die Berliner Operngruppe vorgenommen hat, denn die Oper ist rhythmisch nicht ganz einfach und hat viele Chorszenen. Meine Wahrnehmung des ersten Teils wahr, dass das Werk ein ganz schöner Schinken ist. Dafür fand ich den zweiten Teil umso schöner. Peter Auty machte seine Sache als Titelheld insgesamt gut. Die Stimme ist nicht die schönste, aber solide geführt und meistert alle Klippen. Elena Rossi sang die Fidelia mit einer Portion Hässlichkeit in der Stimme, die irgendwie dennoch was hatte. Silvia Beltrami, ihre Gegenspielerin, ist sicherlich besser als beide im Geschäft, konnte jedoch zeigen, warum sich Edgar für sie entscheiden sollte. In Aris Argiris (Frank) stand der aktuelle Chemnitzer Wotan auf der Bühne. Er gefiel mir mit seiner kernigen Stimme überwiegend gut, allerdings war die Intonation oberhalb der Mittellage nicht immer einwandfrei. Einen sehr guten Eindruck hat der aktuelle Leporello der Staatsoper David Ostrek als Gualtiero hinterlassen. Felix Krieger hat wie immer sehr umsichtig dirigiert und mit diesem Projekt für ein weiteres Ausrufezeichen im Berliner Kulturleben gesorgt. Das Konzerthaus war übrigens fast ausverkauft.