Salome DOB

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    • Manchmal hat das jubelnde und durch entzückte Studenten, die nach jeder Aufführung Stimmung machen, aufgefüllte Publikum in der DOB den Nagel dann doch auf den Kopf getroffen. Nach der Salome gestern Abend habe ich jedenfalls den Glauben an die Menschheit zurückgewonnen. Nachdem alles mit einem guten Watson als Narraboth und einer sonoren Annika Schlicht als Pagen gut begann, hatte ich zunächst Probleme, überhaupt mitzubekommen, ob Allison Oakes singt. Da lagen ihr einige Töne zu tief, zudem habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wie diese an sich schöne, aber doch eher lyrische und nicht sonderlich kraftvolle Stimme mit Brünnhilden klarkommt. Höhenprobleme hatte sie jedoch keine. Volles Jochanaan sicherlich eine Bank, auch wenn oben die Stimme zugeschnürt klang und ich froh war, dass es nicht noch höher hinausgeht. Mein Hauptaugenmerk lag auf Blondelles Herodes. Seit seinem umwerfenden Erik hab ich ein Auge auf ihn geworden (nicht falsch verstehen, bitte) und wurde nicht enttäuscht. Zwar neigte sein Spiel zum Überzeichnen, aber wer wird das bei einem Herodes bemäkeln? Vollumfänglich in der Stimme sitzend, beherrscht Blondelle auch grotesk-sarkastische Zwischentöne, singt und spielt einen Mann zwischen Waschlappen und hinterfotzigem Pädophilen. Dem Publikum war das der größte Applaus wert, folgend von Volle und danach Oakes. Für mich die richtige Gewichtung. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass Schnaut nun wirklich abdanken darf. Im letzten Jahr war ihre Herodias noch ein wenig runder, gestern dann wirklich nur noch Stimmreste vorhanden. Am Pult Stefan Blunier, der über große Strecken Spannung aufkommen ließ, manches ein wenig verschleppte. Das Orchester patzte nur an einer Stelle hörbar, aber das hake ich ab. Mein Fazit: Ein schöner Abend, auch beim 3. Mal funktioniert die Guth-Inszenierung für mich prima.
    • Oakes ist - glaube ich - in der 3. Vorstellung der ersten Serie 2016 eingesprungen, außer Uhl hat nur sie gesungen, auch wenn Naglstad noch angekündigt war. Mich hat damals die szenische Genauigkeit der Produktion sehr beeindruckt. An der Staatsoper, die eigentlich die Salome im Schlaf abliefern dürfte, war dann das Resultat vor einem Jahr dürftig, szenisch und musikalisch.
    • Gast1 schrieb:

      Oakes ist - glaube ich - in der 3. Vorstellung der ersten Serie 2016 eingesprungen, außer Uhl hat nur sie gesungen, auch wenn Naglstad noch angekündigt war. Mich hat damals die szenische Genauigkeit der Produktion sehr beeindruckt. An der Staatsoper, die eigentlich die Salome im Schlaf abliefern dürfte, war dann das Resultat vor einem Jahr dürftig, szenisch und musikalisch.
      Naglestad hatte ich letztes Jahr. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie sie war - also war sie weder schlimm noch herausragend ;)