Kassel

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    • Leider ist dieser Artikel im heutigen SZ Feuilleton nur SZPlus:

      "War es so schmählich?"
      Wer Richard Wagners "Walküre" eindringlich erleben und sensationelle Frauenstimmen hören will, muß jetzt nach Kassel reisen

      von Julia Spinola

      "Vor allem die Frauenstimmen begeistern: Neben der klaren, kraftvollen, ganz und gar unzickigen Fricka von Ulrike Schneider ist hier die sensationelle Brünnhilde von Nancy Weißbach zu nennen. Von den ersten, wie Leuchtraketen in den Saal gefeuerten "Hojotoho"- Rufen an ist man im Bann der klaren, kraftvoll-geschmeidigen Sinnlichkeit dieses gut fokussierten Soprans. Großartig gelingt die lange Auseinandersetzung mit Wotan. Ihr "War es so schmählich, was ich verbrach" hat man nur selten so ausdrucksintensiv gehört. Und auch Egils Silins lotet als kraftvoller, nicht aber donnernder Wotan die Feinheiten seiner Partie psychologisch aus."
      "Martin Iliev gibt mit seinem baritonal-dunklen Tenor dem Siegmund einen leicht verwilderten Naturburschen-Anstrich: vielleicht hier und da zu parlandohaft, aber doch kraftvoll in den "Wälse"-Rufen und sinnlich leuchtend beim "Wonnemond" am Ende des ersten Aufzugs.
      Nadja Stefanoff leuchtet mit ihrem leichtgängigen, farbenreichen und doch charakteristischen Sopran jede Seelenfalte der Sieglinde-Partie textverständlich und schlüssig aus."

      sueddeutsche.de/kultur/walkuer…er-1.4372919?reduced=true
    • ira schrieb:

      Wer Richard Wagners "Walküre" eindringlich erleben und sensationelle Frauenstimmen hören will, muß jetzt nach Kassel reisen
      Das ist nicht ganz falsch, ich war von Damen jedenfalls auch sehr angetan letzten Samstag, wobei sensationell vielleicht ein Tick zu hoch gegriffen ist.
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      It is only shallow people who do not judge by appearances. The true mystery of the world is the visible, not the invisible. Oscar Wilde

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von JLSorel ()

    • Sensationell würde ich für mich dahingehend interpretieren, dass keine mehr Luft mehr nach oben ist. Davon würde ich hier nicht sprechen, auch wenn die Leistung der drei Damen sicher weiter über dem Niveau lag, das ich an einem mittelgroßen Haus wie Kassel erwartet hätte.
      Nina Stemme etwa fand ich als Brünnhilde (Dresden 2017) schon ausdrucksstärker und souveräner als Nancy Weißbach. Gebe Ihnen aber recht, dass letztere sicherlich auch an großen Häusern reüssieren würde.
      Besser noch gefallen hat mir aber eigentlich Nadja Stefanoff als Sieglinde, die nicht nur sängerisch, sondern auch schauspielerisch vollkomen überzeugte. Das Niveau hatte Martin Iliev als Siegmund leider nicht ganz, seine Stimme war mir stellenweise zu stumpf und glanzlos.
      It is only shallow people who do not judge by appearances. The true mystery of the world is the visible, not the invisible. Oscar Wilde
    • Die Siegmunde sind leider nicht so icht gesät....
      Stefaniff war großartig, im Singen und Spielen, aber nicht so einzigartig wie Weißbach.

      Sehr gut fand ich das Orchester unter Angelico. Ich kenne dieses Orchester nun seit Jahrzehnten, auch in Konzerten, aber da hat der Dirigent alles herausgeholt. Erinnerte mich in der Qualität an die Zeit von Adam Fischer.
    • JLSorel schrieb:

      Nina Stemme etwa fand ich als Brünnhilde (Dresden 2017) schon ausdrucksstärker und souveräner als Nancy Weißbach.
      Ich bin ein großer Fan von Nina Stemme, hab sie mehrfach in ganz unterschiedlichen Partien erlebt.

      Was mir an der Brünhilde von Weißbach besonders gefallen hat, ist der gesamte Ausdruck als Tochter. Die meisten Brünhilden wirken wie eine Schwester von Wotan; diese war eine wirkliche Lieblingstochter.